Mythen zu digitalen Medien

Viele Mythen geistern durch die Lande, die digitalen Medien betreffend. Christian Spannagel hat sich diese Irrtümer einmal vorgeknöpft.

Mythen zu digitalen Medien Schlüsselloch
Mythos 1: „Ich kann das nicht!“
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„Ich kann das nicht“, antworten viele Lehrer/-innen auf die Frage, wie sie es mit den neuen Medien im Unterricht halten. Aber die Frage ist doch weniger: Kann ich das? als vielmehr: Will ich das?
Wer den digitalen Medien eine Chance geben möchte, braucht Zeit und Lust, etwas Neues zu lernen. Experimentierfreude und Mut zu Fehlern sind hier ganz wichtige Eigenschaften: Man darf unsicher sein! Es darf auch mal etwas schief gehen!
Denn wer neue Medien im Unterricht einsetzt, zeigt eine gewisse Haltung: „Ich lerne selbst. Ich kenne mich nicht so gut aus – lasst uns das mal ausprobieren, vielleicht klappt es ja. Gemeinsam schaffen wir das.“ Und wenn es nicht klappt, weiß man hinterher zumindest, warum es schief gegangen ist.

Quelle: 10 Irrtümer zum Einsatz digitaler Medien in der Schule – ein Vortrag von Christian Spannagel (Irrtum 10)

Mythos 2: „Ich muss mich damit noch nicht auseinandersetzen!“
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Digitale Medien? Viele Lehrer/-innen sehen nicht ein, warum diese so in den Mittelpunkt gerückt werden. „Zunächst einmal muss ich doch wissen, welche Inhalte ich im Unterricht durchnehmen möchte … dann erst beschäftige ich mich mit der Technologie.“ Prinzipiell ist das auch der richtige Ansatz: Didaktik kommt vor Methodik. Erst überlege ich, was gelernt werden soll … und dann kläre ich, wie.

Im Falle der digitalen Medien erhält man aber durch das Werkzeug selbst erst Anregungen, die man ohne nie gehabt hätte.
Beispiel Erdkunde, Thema lokaler Raum: Schüler/-innen sollen etwa in ihrer Stadt recherchieren, wie die Straßennamen entstanden sind. Bisher haben sie ihr Wissen in Form von Aufsätzen oder Plakaten präsentiert … ein eher begrenzter Wirkungsraum – und am Ende landete eh alles in einer Schublade. Stattdessen könnten sie ein „Stadtwiki“ nutzen: eine Online-Umgebung zum gemeinsamen Erstellen von Einträgen, exklusiv zu einer Stadt – und damit viel detaillierter als Wikipedia. Die Schüler/-innen könnten ihre Recherchen dort zusammentragen; damit würden sie öffentlich, bekämen Außenwirkung. Hochmotivierend!

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Quelle: 10 Irrtümer zum Einsatz digitaler Medien in der Schule – ein Vortrag von Christian Spannagel im Rahmen der Veranstaltung „Lernen zwischen Fibel und Youtube“ in der Berliner Stiftungswoche 2014 auf dem Campus Rütli.