11.10.2007
Zeitarbeit: Gute Chancen für junge Menschen
Mittlerweile beschäftigt die Branche fast 500.000 Arbeitnehmer
Die Zeitarbeitsbranche boomt. Gerade für junge Leute bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten. So nutzen Berufseinsteiger immer häufiger die Zeitarbeit, um erste Erfahrungen in ihrem Berufsfeld zu machen. Aber auch die Zeitarbeitsfirmen selbst suchen nach qualifiziertem Nachwuchs für ihr internes Team.
Die Zeitarbeit bietet die Möglichkeit, verschiedene Firmen und Tätigkeitsbereiche kennen zu lernen. So können junge Menschen schnell und einfach vielfältige Erfahrungen in der Berufswelt machen. Dies erleichtert auch oftmals die Entscheidung, welche Branche und welche Tätigkeit ihnen am meisten zusagt. Generell werden Jobs in allen Berufszweigen angeboten und Berufseinsteiger aller Fach- und Ausbildungsrichtungen können sich als Zeitarbeitnehmer bewerben. Jede zusätzliche Qualifikation, wie zum Beispiel EDV-Kenntnisse oder gute Kenntnisse in Fremdsprachen, erhöht natürlich die Chance des Bewerbers. Fachhochschulstudenten mit einer abgeschlossenen Lehre haben besonders gute Aussichten in der Zeitarbeit.
Durch die Tätigkeit bei verschiedenen Arbeitgebern können die Zeitarbeitnehmer wichtige Kontakte für die spätere Arbeitsplatzwahl knüpfen. Berufsanfänger haben gute Chancen, direkt aus der Zeitarbeit in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen zu werden. So wurde im letzten Jahr ein Drittel der Zeitarbeiter in eine Festanstellung vermittelt. Die Zeitarbeit wird in der Berufswelt inzwischen durchaus positiv beurteilt, wohingegen Arbeitgeber Jobhopping bei Bewerbern eher negativ auslegen. Durch die Kontakte zu vielen verschiedenen Kollegen und Arbeitgebern trainieren die jungen Leute außerdem die in der Berufswelt so wichtigen Soft Skills, wie zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit. Viele Zeitarbeitsunternehmen bieten ihren Angestellten auch interne Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an, wie beispielsweise EDV- oder Sprachkurse.
Neuer Ausbildungsberuf
Durch den Boom in der Zeitarbeit bietet sich aber auch die Möglichkeit, als interner Mitarbeiter bei einem Zeitarbeitsunternehmen anzufangen. Im August 2008 wird dazu ein neuer Ausbildungsberuf starten: Junge Menschen werden hier zum Personal¬dienst¬leistungskauf¬mann/-frau ausgebildet. Die detaillierte Ausbildungsordnung wird zurzeit noch erarbeitet. Nach einem ersten Eckpunktepapier sollen die Auszubildenden innerhalb von drei Jahren die gesamten Aufgaben eines internen Mitarbeiters in der Zeitarbeit kennen lernen – von der Einsatzplanung bis hin zur Einsatzorganisation von externen Zeitarbeitnehmern. Das neue Berufsbild ist nicht nur eine interessante Chance für Schulabgänger, sondern es sichert auch die Qualität der Personaldisposition und stellt klar, dass Zeitarbeit weder eine Nische noch ein vorübergehendes Phänomen darstellt.
Als weitere Chance gibt es neben dem neuen Ausbildungsberuf die Qualifizierung der Entscheidungsträger auf Fachhochschulniveau mit dem Fokus Personaldienstleistungen. Die Fachhochschule Heidelberg offeriert den berufsbegleitenden Studiengang „Management von Arbeitsmarktintegration“. Dieser ist im Oktober 2006 unter Leitung von Prof. Dr. Franz Egle gestartet. Das Studienkonzept kombiniert Elemente des Fernstudiums mit regelmäßigen Studientagen (Präsenzzeiten). Nach jedem Semester wird der Lehrstoff in Form einer schriftlichen oder mündlichen Leistung überprüft. Nach der vierten Studieneinheit wird eine Abschlussprüfung durchgeführt, die aus drei Teilen besteht: Projektbericht, Präsentation des Projektes in der Fachöffentlichkeit und Abschlusskolloquium. Darüber hinaus nimmt Prof. Dr. Egle den M.A.-Studiengang „Personaldienstleistungsmanagement“ in Angriff. Dieser Studiengang befindet sich zurzeit im formellen Akkreditierungsverfahren zwecks offizieller Anerkennung.