|
|
|
 |
|
|
Die Diskussion um klassische Texte im Deutschunterricht ist im vollen Gange. Für die meisten Schülerinnen und Schüler sind die Texte sehr schwer verständlich, da sie veraltete Wörter und Ausdrücke enthalten. Der Lesefluss wird immer wieder unterbrochen, weil Erklärungen nachgeschlagen werden müssen. Viele Schülerinnen und Schüler sind schnell frustriert und holen sich eine Kurzfassung aus dem Internet.
|
|
| |
|
|
| |
| Wie reagieren gängige Schulausgaben? |
 |
|
Die am häufigsten verwendeten Schulausgaben ignorieren die inhaltlichen und sprachlichen Schwierigkeiten. Die Konsequenz ist, dass die Schülerinnen und Schüler diese klassischen Texte nicht richtig verstehen.
Einige Schulausgaben fügen an Stellen Anmerkungen ein, wo der Text unverständlich wird. Das Lesen der Anmerkungen unterbricht aber den Lesefluss.
|
| |
| Wodurch entstehen Verständnisschwierigkeiten? |
 |
|
Inhalt
Die Autorinnen und Autoren mussten die geistigen Ansprüche der Leserschaft von Intelligenzblättern befriedigen. Das erreichten sie durch gelehrte Exkurse, interessante Anspielungen, geistvolle Vergleiche ... In der „Judenbuche“ sind zum Beispiel das Einleitungsgedicht ebenso wie die weitschweifigen Ausführungen über die archaischen Rechtsauffassungen im östlichen Westfalen speziell für dieses Publikum geschrieben.
Sprache
Die Autorinnen und Autoren schrieben für ein Publikum, das die deutsche Sprache außerordentlich gut beherrschte. Der „gewählte“ Wortgebrauch, Fremdwörter und die mitunter sehr langen Sätze waren durchaus erwünscht und angemessen.
Viele Autorinnen und Autoren haben persönliche Spracheigentümlichkeiten: Goethe benutzt im „Götz“ Frankfurter Regionalismen und hat überall eine bewusst archaisierende Sprache verwendet, um damit Götz und seine Zeit zu charakterisieren. Gottfried Keller stammt aus der Schweiz und gebraucht Schweizer Sprachbesonderheiten. Theodor Storm beschreibt die norddeutsche Küstenlandschaft mit den entsprechenden Fachausdrücken und verwendet sogar das Plattdeutsche.
Ein Werk wie der „Götz“ ist vor 230 Jahren geschrieben worden: Die ganz normale Gebrauchssprache hat sich seit dieser Zeit weiterentwickelt. Verändert haben sich der Wortgebrauch (frug → fragte, auseinanderkennen → unterscheiden können, Mietkontrakt → Arbeitsvertrag), der Gebrauch von Adverbien und Präpositionen (fürbass gehen → weggehen, traun → in der Tat), der vorangestellte Genitiv (des Weges Enge) und vieles mehr.
|
| |
| Wie unterstützt die Reihe „einfach klassisch“? |
 |
|
Inhalt
Inhaltlich schwer zugängliche oder weitschweifige Textpassen wurden weggelassen oder durch Moderatorentexte ersetzt. Jede Textausgabe enthält darüber hinaus Infokästen, in denen die Schülerinnen und Schüler wichtige Hintergrundinformationen finden, die für das Textverständnis nützlich und notwendig sind.
Jede Textausgabe enthält darüber hinaus vielfältige Zeichnungen und Fotos. Die Fotos sind besonders wichtig bei den Dramen. Sie veranschaulichen die Handlung und wecken spontanes Interesse. Sie eignen sich außerdem dazu, das Textverständnis zu überprüfen (Welche Textstelle wird durch das Foto veranschaulicht? Wer sind die Personen? Worum geht es?).
Sprache
Anmerkungen zu schwierigen Wörtern stehen im Text. Dadurch bleibt der Lesefluss erhalten, Schülerinnen und Schüler können den Text selbstständig und ohne besondere Schwierigkeiten lesen, und das mit allen positiven Konsequenzen: Lesen macht wieder Spaß – die Texte werden richtig verstanden – im Unterricht wird über die Texte fundiert gesprochen ...
Selbstverständlich wurde die Orthografie den modernen Rechtschreibregeln angeglichen, ebenso die Zeichensetzung, selbst wenn damit der Sinn des Textes etwas verändert wird.
Wenn Sie einem Beispiel prüfen möchten, wie die alten Texte für den modernen Schulgebrauch sprachlich bearbeitet worden sind, klicken Sie auf Gegenüberstellungen Urtext – Bearbeitung für die Schule
|
| |
| Was ist bei diesen Schulausgaben „einfacher“? |
 |
|
|
Verlag und Herausgeber nehmen die Tatsache ernst, dass Werke wie „Die Judenbuche“, „Der Schimmelreiter“, „Wilhelm Tell“ ursprünglich nicht für Jugendliche geschrieben worden sind (anders als die Werke von Erich Kästner, Christine Nöstlinger, Peter Härtling ...), sondern für ein erwachsenes, hoch gebildetes Publikum vor mehr als 150 Jahren.
„Die Judenbuche“ ist 1842 als Fortsetzungsroman im Morgenblatt für gebildete Leser erschienen, der „Schimmelreiter“ in der Deutschen Rundschau, ebenfalls in Fortsetzungen. Beide Zeitschriften gehören zu den im 19. Jahrhundert so beliebten Intelligenzblättern. Für diese hoch gebildete und sprachlich versierte Leserschaft haben Autorinnen und Autoren wie Annette von Droste-Hülshoff oder Theodor Storm geschrieben – und nicht im Traum daran gedacht, dass ihre Werke später einmal als Schullektüren für Kinder und Jugendliche verwendet würden. Und man muss davon ausgehen, dass auch Kinder und Jugendliche der damaligen Zeit die Texte nicht verstanden hätten.
|
| |
| Übersicht
der Unterrichtsmaterialien: |
|
|
|
Materialien 1-1 von 1 |
| |
|
 |
Gegenüberstellungen Urtext – Bearbeitung |
|
Mehr Infos
| Seitenanzahl: 1 |
Im Einzelbezug: |
kostenfrei |
|
|
 (269.1 kb)
|
| |
|
| |
|
Materialien 1-1 von 1 |
|
|
|
|