Theo Meier-Krist

Klassenlehrer an der Christophorusschule in Bonn

Zur Person: Theo Meier-Krist ist Förderschullehrer mit den Förderschwerpunkten körperlich-motorische Entwicklung und 'Lernen' und Fachlehrer für Biologie in der Sekundarstufe 1. Bereits seit vielen Jahren ist er mit Freude Klassenlehrer an der Christophorusschule in Bonn. Seinen Schülern wünscht er, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Was treibt Sie an?
Theo Meier-Krist: „Meine Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ein selbstzufriedenes und weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Warum haben Sie sich für den Lehrerberuf entschieden?
Theo Meier-Krist: „Es waren vor allem die positiven Erfahrungen aus meiner Zeit als Zivildienstleistender: die Aussicht auf eine sinnvolle und gleichzeitig befriedigende Tätigkeit.“

Worauf kommt es beim Lehrersein an? Was ist Ihr „Erfolgsrezept“?
Theo Meier-Krist: „Als Lehrer bin ich Vorbild. Nur wenn ich Kindern und Jugendlichen respektvoll begegne und sie wertschätze, kann ich ein gutes Miteinander in der Klasse erreichen. Nur wenn Schülerinnen und Schüler sich akzeptiert und ernst genommen fühlen, können sie effektiv lernen. Es macht nach meiner Erfahrung deutlich mehr Sinn, erwünschtes Verhalten gezielt zu fördern und zu unterstützen, als dauernd mit Sanktionen zu drohen. Gelassenheit und Humor helfen über manche Ärgernisse hinweg.“

Was sind derzeit Ihre größten Herausforderungen?
Theo Meier-Krist: „Unterricht so zu organisieren, dass möglichst alle Schüler(innen) trotz unterschiedlichster Lernvoraussetzungen vom jeweiligen Lernangebot profitieren und sich weiterentwickeln können. Nach jahrelanger Tätigkeit an einer Förderschule beschäftigt mich der Gedanke, in Zukunft möglicherweise an einem inklusiven Schulsystem zu arbeiten.“

Wann geht Ihnen das Herz auf?
Theo Meier-Krist: „Wenn Schüler sagen, dass sie gerne an unserer Schule sind.“

Welche schulische Entwicklung gefällt Ihnen/ gefällt Ihnen nicht? Warum?
Theo Meier-Krist: „Die gesellschaftliche Entwicklung hin zu einem gemeinsamen Lernen von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernniveaus finde ich gut. Unterricht wird individueller, differenzierter und offener werden (müssen). Das kommt grundsätzlich allen zugute. Förderschüler leben und lernen nicht mehr auf einer Insel im sozialen Abseits, sondern haben die Möglichkeit zur Teilhabe. Alle können Achtung, Toleranz und Respekt für Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen entwickeln und dadurch eigene Schwächen eher akzeptieren. Die Schüler, denen ich in den letzten Jahren an unserer Schule begegnet bin, weil sie im Gemeinsamen Unterricht gelitten haben, zeigen jedoch, dass vieles davon aktuell noch Wunschtraum ist.“

Welche Lehrerin/ welcher Lehrer hat Sie in Ihrer Schulzeit geprägt und warum?
Theo Meier-Krist: „Mein alter Latein- und Sportlehrer Rigobert Kappe, mit dem man auch mal Quatsch machen konnte, der nie überheblich war, immer fair blieb und sich dadurch seine Autorität verschafft hat.“