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Bild: Shutterstock.com/Jacob Lund

DaF-Journal

Ist das total wichtig oder völlig uninteressant? 

 

Graduierende Adverbien

Das ist echt schwer mit den Adverbien. Ich bin da immer total hilflos und ziemlich unsicher, wofür ich mich entscheiden soll. Meine Kursleiterin kann das zwar alles absolut gut erklären, aber ich vergesse es relativ schnell wieder. Kaum eingeprägt, ist es schon wieder ganz weg. Ist es nicht völlig egal, was das für eine Wortart ist?

Tatsächlich ist es für die Lernenden eigentlich egal, was es für eine Wortart ist. Dieses Wissen hat keinen Einfluss auf die Schreibung oder Verwendung im Satz und ist deshalb wenig hilfreich. Außerdem kennen und verwenden sie bereits einige der graduierenden Adverbien, ohne sich sehr viele Gedanken darüber zu machen.

Die Wirkungsweise dieser Adverbien verdeutlichen wir am besten,  wenn wir die Lernenden auffordern, sie entweder wegzulassen oder durch ein anderes Adverb zu ersetzen. Wird die Aussage verstärkt oder abgeschwächt?  

  • Das Bild ist sehr teuer.
  • Das Bild ist sehr teuer.
  • Das Bild ist ziemlich teuer.

Dann kann man dann die Kursteilnehmer/-innen auffordern, die graduierenden Adverbien in Beispielsätzen zu identifizieren und Vermutungen anzustellen, ob die Bedeutung verstärkt oder abgeschwächt wird. Eine Visualisierung auf einer einfachen Skala von „sehr schwach“ bis „sehr stark“ hilft bei der Einordnung. Die Lernenden sind solche Übungen zur Gruppierung gewohnt, wir verwenden sie ja auch bei Häufigkeitsadverbien (niemals -> immer) oder bei Mengenangaben mit Pronomen (niemand -> alle).

Die größere Herausforderung ist es, die Adverbien angemessen zu verwenden. Das vielbenutzte „sehr“ macht keine Schwierigkeiten, auch „relativ“ kann in fast jeder Situation verwendet werden. „Echt“ und „total“ dagegen finden sich fast ausschließlich in der gesprochenen Sprache. Der große Teil unserer Teilnehmer/-innen wird diese beiden Adverbien anfangs nicht produktiv gebrauchen, sondern nur in der Umgangssprache hören. Um dabei aber mit gewisser Sicherheit die Bedeutung erkennen zu können, bietet sich eine weitere Übung zur Diskriminierung nach folgendem Muster an:

Kaffee ist für mich echt wichtig. 
a) Ich trinke sehr oft Kaffee. 
b) ich trinke fast gar keinen Kaffee

Hier gelangen Sie zum Kurs- und Übungsbuch Fokus Deutsch – Erfolgreich in Alltag und Beruf B2 und können bei „Blick ins Buch“ zu Übungen mit graduierenden Adverbien auf die Seiten 75 und 83 blättern.