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Bild: Shutterstock.com/Jacob Lund

DaF-Blog

Mehr Arbeit oder Mehrarbeit?

 

Abstrakte Komposita aus der Arbeitswelt für den passiven Wortschatz 

Gehört das Wort Freizeitausgleich zu Ihrem aktiven Wortschatz? Sie kennen auf jeden Fall die Bedeutung, auch wenn Sie es selbst nicht benutzen. Wie manchmal bei deutschen Komposita erschließt sich der Begriff aber den DaF-Lerner/-innen nicht sofort. Der Freizeitausgleich wird  für eine geleistete Mehrarbeit, gewöhnlich in Form eines Ausgleichstages, zusätzlich gewährt. Was für Freiberufler und Selbstständige nicht relevant ist, kann im Angestelltenverhältnis sehr wichtig sein. Gerade in kleineren Handwerksbetrieben gibt es je nach Auftragslage oft kurzfristig nötige Mehrarbeit, die von wenigen Arbeitern aufgefangen werden muss. Und unsere Kursteilnehmer/-innen sollen ja Betriebsvereinbarungen verstehen und ihre Rechte einfordern können. Dazu brauchen sie auch Begriffe wie Schichtarbeit, Überstunden, Betriebsruhe oder Vollzeitarbeit. Sie verwenden diese und andere Termini in der Regel nicht aktiv, müssen sie aber im schriftlichen oder mündlichen Kontext verstehen. Dazu gehört auch das Verhältnis von Arbeitszeit (Zeit bei der Arbeit) und Arbeitsweg (Weg zur Arbeit).

Die Erfahrungen der Kursteilnehmer/-innen aus den jeweiligen Herkunftsländern weichen außerdem oft stark von den gesetzlich geregelten Arbeitsbedingungen in Deutschland ab. Dazu gehören die Höhe des Jahresurlaubs, eine Pausenzeitregelung oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Für die Lernenden ist es daher nötig, neben dem neuen deutschen Wort auch dessen praktische Bedeutung zu verstehen.

Der Erwerb dieses überwiegend passiven Wortschatzes folgt dabei grundsätzlich den allgemeinen Prinzipien der Wortschatzarbeit.

  • Die neuen Wörter werden in einem sinnvollen Kontext eingeführt. Wegen des hohen Abstraktionsgrades dieser Wörter empfiehlt sich hier ein Lesetext, mit dem sich die Lernenden zuerst allein auseinandersetzen können. Das Verständnis kann dann mit einer Zuordnungsübung von Definition und Terminus gesichert werden.
  • Nach der Erstbegegnung können die Wörter in Lückentexte eingesetzt oder in Hörbeispielen identifiziert werden.
  • Die Kursteilnehmer/-innen wenden den neuen Wortschatz in Gesprächen nach Mustern an. Dabei können Vergleiche zum jeweiligen Herkunftsland angestellt oder persönliche Vorlieben für Arbeitszeitmodelle diskutiert werden.
  • Zur weiteren Festigung können weitere Übungen bzw. geschlossene Aufgaben angeboten werden, die den Lernenden helfen, die Bedeutung dieser Begriffe zu verinnerlichen.

In dem Lehrwerk Pluspunkt Deutsch – Erfolgreich im Beruf B1 erweitern die Lernenden ihren arbeitsweltlichen Wortschatz und stellen Vergleiche an mit den Arbeitsbedingungen in ihrer Heimat.

Hier gelangen Sie zum Kurs- und Übungsbuch und können bei „Blick ins Buch“ auf die Seiten 38/39 bzw. 45 blättern.