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Bild: shutterstock/Rawpixel.com

DaF Dossier: Deutsche Sprache

Wortbildungsunterhaltungsspiele

Dank der kreativen deutschen Wortbildungsregeln kommt auch ein Wort aus vier spontan zusammengesetzten Wörtern einigermaßen verständlich daher - zumindest beim zweiten Lesen. Der Titel des Dossiers ist Programm: Inspiriert vom "Tag der langen Wörter und Begriffe" am 21. April hält es Tipps für kreative Sprachspiele im Unterricht bereit.

Falls Sie noch nie etwas vom bedeutenden "Tag der langen Wörter und Begriffe" gehört haben, können Sie dies jetzt nachholen:

Sprachliche Vorentlastung:

Wiederholen Sie die Komposition von Substantiven und geben Sie Tipps zur Bildung längerer, sinnvoller Wortzusammensetzungen aus Substantiven. Wenn zusätzlich die Verwendung von Fugenelementen thematisiert wird, sollten die Lehrenden ausreichend auf die folgenden kreativen Aufgaben vorbereitet sein.

Thematisieren Sie neben der Wortbildung außerdem die Besonderheit von Fachbegriffen und kreativen Augenblicksbildungen in der deutschen Sprache, um die Lernenden sprachlich zu sensibilisieren. Die längsten Wörter aus dem Dudenkorpus zur Veranschaulichung der oben genannten Wortgruppen:

Das angeblich längste Wort der Welt ist der chemischen Name des menschlichen Proteins Titin mit 189.819 Buchstaben. Wie bei spontanen Wortbildungen und den meisten überlangen Fachbegriffen aus Recht, Wirtschaft und Verwaltung suchen wir in Wörterbüchern zum Glück vergeblich danach.

Unterrichtstipps:

1. Wörterbuchrecherche: 
Die Lernenden suchen in Kleingruppen oder alleine als Hausaufgabe in einem (Online-)Wörterbuch zehn Wörter aus mindestens drei Substantiven, die ihnen am besten gefallen, sich lustig anhören oder eine besondere Bedeutung haben. Die Liste stellt eine individuelle Bewertung dar, mit dem schönsten Wort an der Spitze. Die Substantive müssen schriftlich mit eigenen Worten erklärt werden. Die Lehrenden prüfen die Erklärungen, korrigieren Fehler und Missverständnisse.

Im Sprachkurs wird abhängig von der zur Verfügung stehenden Zeit das schönste Wort (oder die ersten drei Worte) vorgestellt, die Bedeutung erklärt und Fragen beantwortet.

2. Spiel: Kreative Augenblicksbildungen
Geben Sie den Lernenden ein Grundnomen vor, mit dem spontan experimentiert werden soll. Einige Beispiele, die sich beliebig erweitern, ergänzen und austauschen lassen. Hauptsache, es ergeben sich thematische Anknüpfungen:

• Unterricht
• Schule
• Freizeit
• Urlaub
• Sommer
• Frühling

Ablauf des Spiels:
Bilden Sie Kleingruppen im Sprachkurs, die gegeneinander antreten. Nennen Sie das Grundwort. Sieger ist die Gruppe mit den meisten verständlichen* Kompositionen von mindestens zwei Substantiven innerhalb eines Zeitraums (z. B. 10 Minuten). 

Tipps:
Erhöhen Sie die Zahl der Nomen auf drei oder mehr bei fortgeschrittenen Lernergruppen. 

*Definition von "verständlich": Die Gruppen müssen ihre Nomen nach Ablauf der Zeit auf Nachfrage anderer KursteilnehmerInnen bzw. der Kursleitung nachvollziehbar erläutern können. Natürlich sind Diskussionen über diese Definitionen im Sprachkurs erwünscht! 

Viel Spaß!

Dieses Dossier wurde zur Verfügung gestellt von Andreas Westhofen, Online-Redakteur am Institut für Internationale Kommunikation Düsseldorf e.V. Fachportal "Forum Deutsch als Fremdsprache"