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Der Index für Inklusion

Der Index für Inklusion kursiert schon seit einiger Zeit in den Lehrerzimmern. Als Material der Selbstevaluation dient er Schulen, um bestehende Bedingungen zur Inklusion zu reflektieren. Er bietet die Möglichkeit, gemeinsam Barrieren inklusiver Arbeit zu identifizieren sowie Ressourcen aufzudecken, um so inklusive Prozesse anzustoßen oder weiter zu entwickeln.

Standortbestimmung für die inklusive Schule

Kennzeichnend für den Index ist die inklusionsbezogene Beschreibung der Schulqualität. Er berücksichtigt alle Dimensionen der Heterogenität und verlangt für das Initiieren eines inklusiven Prozesses die Einbeziehung aller beteiligten Personen. 

Der Index wird nicht von vorn bis hinten nach einem vorgegebenen Schema durchgearbeitet, vielmehr bestimmen Anliegen und Interesse den Anfang und die Reihenfolge des Vorgehens. Durch den Impulscharakter der Fragen gelangen die Potenziale der Schule in den Blick. In der Diskussion werden bestehende Bedingungen betrachtet, die bisher eventuell weniger im Fokus der Schulentwicklung standen. Alle Fragen sind ressourcenorientiert und beinhalten eine Wertehaltung.
 


Dimensionen des Index

Inhaltlich befasst sich der Index mit drei Dimensionen:

  • inklusive Kulturen schaffen
  • inklusive Strukturen etablieren
  • inklusive Praktiken entwickeln

Diese drei Dimensionen sind wiederum in 44 Indikatoren aufgeschlüsselt, die durch insgesamt 560 Fragen konkretisiert werden. Die Impulsfragen bieten Anregungen für die aktuelle Praxis, aber auch für mögliche Entwicklungsschritte.


Die drei Schlüsselkonzepte des Index für Inklusion

 

  1. Barrieren für das Lernen und die Teilhabe finden sich in allen Bereichen der Schule
  2. Unterstützung von Vielfalt, wobei Vielfalt konstruktiv (produktiv) zu verstehen ist
  3. Auseinandersetzung mit „institutioneller Diskriminierung“

Der Index enthält ausführliche Beschreibungen, wie ein Prozess gestaltet werden kann. Er ermöglicht somit die Reflexion der schulischen Situation, liefert selbst allerdings keine Lösungsansätze oder Antworten auf die diskutierten Fragen.


Ein wesentlicher Faktor: Zeit

Gerade die intensive Diskussion über Planungsschritte oder Umsetzungsmöglichkeiten macht die Arbeit mit dem Index zu einem anregenden und aktivierenden Prozess, der seine Zeit benötigt, wenn dessen Ergebnisse nachhaltig sein und von allen getragen werden sollen. Er ist nicht innerhalb weniger Wochen abgeschlossen, sondern braucht sicherlich ein Jahr, bis die geplanten und erwünschten Veränderungen sich in der Schule etabliert haben.

Ein Veränderungsprozess in Schulen kann mithilfe des Index in folgenden Schritten ermittelt und angestoßen werden:

  1. Bildung einer Gruppe
  2. Analyse der Schulsituation
  3. Festlegung von Entwicklungszielen
  4. Planung nächster Schritte
  5. Umsetzung der Planungsvorhaben
  6. Reflexion

Auch kleine Verbesserungen wahrnehmen und wertschätzen

Die Ergebnisse der Evaluation sind für alle Beteiligten zugänglich und somit öffentlich zu machen. Entscheidend dabei ist, dass sich etwas, wenn auch nur ein wenig, erfolgreich verändert hat. Auch Fehler sind notwendige Beiträge zur Entwicklung.


Unterstützung und Begleitung

In vielen Bundesländern unterstützen verschiedene Fortbildungseinrichtungen den oben beschriebenen Prozess. Die an diese Einrichtungen abgeordneten Lehrpersonen begleiten, unterstützen, moderieren und evaluieren, je nachdem an welcher Stelle die Gruppe Begleitung wünscht und benötigt. Ebenfalls unterstützend tätig werden zum Beispiel in Niedersachsen die Fachberater für Unterrichtsqualität und Schulentwicklungsberater.