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UN Konvention 

Inklusion

Am 26. März 2009 ist die Bundesrepublik Deutschland der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte Behinderter beigetreten. Ein wichtiges Datum und ein wegweisender erster Schritt zu einer maßgeblichen Veränderung der deutschen Schullandschaft.

Allgemeines

Neben Deutschland haben sich inzwischen 158 weitere Länder zur UN-Konvention bekannt. In Artikel 24 der Konvention heißt es: 

„Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen.“ 

Damit schrieb die UN-Konvention ausdrücklich fest: Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht. Menschen mit Behinderungen sollen nicht länger benachteiligt werden, sondern als vollwertige Bürger anerkannt werden. Bezogen auf das Schulsystem heißt das konkret: Kinder mit Behinderungen sollen nicht mehr vom regulären Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen ausgeschlossen werden. 

Das Prinzip der „Inklusion wurde somit zum Leitgedanken unseres Bildungssystems. Selbstbestimmung, Teilhabe und uneingeschränkte Gleichstellung sind zentrale Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention.

 


Genaue Wortwahl zur besseren Bewusstseinsbildung

In der offiziellen deutschen Übersetzung der UN-Konvention – ein gemeinsames Projekt von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – wurde der Begriff „inclusion“ mit „Integration“ übersetzt, was insbesondere bei behinderten Menschen und deren Verbänden Irritationen auslöste. Sie wären gerne eingebunden worden, als es darum ging, das offizielle Dokument ins Deutsche zu übertragen. 

Der Verein „Netzwerk Artikel 3 – Verein für Menschenrechte und Gleichstellung Behinderter e. V.“ fertigte daraufhin eine Schattenübersetzung der UN-Konvention an, die unter anderem den Begriff „Inklusion“ etablierte und mittlerweile in zweiter Auflage erhältlich ist.


Jedes Bundesland setzt den Aktionsplan individuell um

Im Sommer 2011 verabschiedete die Bundesregierung einen Zehnjahresplan mit etwa 200 Einzelprojekten – einen „nationalen Aktionsplan“, der Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Regelschulen erleichtern soll. Jedes Bundesland ergreift seitdem individuelle Maßnahmen zur Umsetzung des allgemeinen Aktionsplans.