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Bild: Shutterstock.com/Africa Studio

Medienkompetenz

Bildung in der digitalen Welt

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat im Dezember 2016 die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Darin haben sich alle Länder auf ein gemeinsames Medienkompetenzraster verständigt. Es legt fest, welche Kompetenzen im Bereich Medien alle Schülerinnen und Schüler ab dem Schuljahr 2018/2019 innerhalb der Pflichtschulzeit erwerben sollen. Die Lehrpläne müssen entsprechend angepasst und weiterentwickelt werden.

Warum Medienkompetenz?

Medienkompetenz steht in direktem Zusammenhang mit Informationskonsum. Sie spielt eine wichtige Rolle in Bildungs- und Meinungsbildungsprozessen.  Zunehmende Digitalisierung und technische Fortschritte führen dazu, dass das Medienangebot rasant steigt und immer vielfältiger wird. Um in einer solchen Medienlandschaft zurechtzukommen und beispielswiese eine unglaubwürdige Quelle erkennen zu können, sind besondere Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig. Schülerinnen und Schüler sollten sie am besten parallel zum Lesen und Schreiben in der Schule erlernen.


Was bedeutet Medienkompetenz für den Schulunterricht?

Durch Mediennutzung wandeln sich die sozialen und kulturellen Kompetenzen. Das prägt auch den Bildungsprozess an den Schulen maßgeblich. So finden sich auf Plattformen wie Youtube zahlreiche Videos zu allen möglichen Themen aus dem Schulunterricht. Diese Filme werden in der Regel von anderen Schülerinnen und Schülern erstellt, die versuchen, komplizierte Fragen auf Augenhöhe und in einfachen Worten zu erklären. Man spricht dabei auch von Peer-to-Peer-Lernen („Schüler für Schüler“). In Kommentaren werden weitere Fragen direkt an Ort und Stelle geklärt oder Feedback veröffentlicht. Dieses Beispiel demonstriert den Einsatz von Schwarmintelligenz (collective intelligence), die durch die Popularität des Social Web stark zugenommen hat.

Vor allem aber bedeutet Medienbildung in der Schule, das digitale Medienangebote kompetent begleitet in den Unterricht übertragen werden. Konzepte wie Flipped Classroom, bei dem Lehrinhalte zum Beispiel in Form von Videos im Vorfeld der Unterrichtsstunde von Schülerinnen und Schülern erarbeitet werden, können als eine Möglichkeit der Wissensvermittlung mit einer digitalen Komponente gezielt eingesetzt werden. Die reinen Inhalte lassen sich mithilfe solcher Formate vermitteln. Spezielles Wissen, die wichtigen Erklär-, Erarbeitungs- und Wiederholungsphasen von Lern- und Lehrinhalten erfordern die Auseinandersetztung mit dem Lerninhalten im Unterricht, um diesen in der notwendigen Tiefe an die Schülerinnen und Schüler weitergeben zu können.

Ein anderer wichtiger Punkt in der aktuellen Medienbildung ist: Sie ist nie abgeschlossen. Algorithmen von Social Media und Suchmaschinen ändern sich täglich und um immer auf dem Laufenden zu sein, muss man sich ständig informieren und weiterbilden.

Wir wollen die Lehrerinnen und Lehrer während dieses Prozesses begleiten und alle wichtigen damit verbundenen Fragen beantworten.