1. Cornlesen Verlag
  2. Empfehlungen
  3. United by Lighthouse
  4. E-Magazin UNITED
  5. Best Practice
Bild: Cornelsen/shutterstock/Belish (Roboter/Getty/Corbis/Fancy/Veer

Best Practice

Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis 

Lesen Sie hier von interessanten Erfahrungen, gelungenen Stundenentwürfen und bewegenden Momenten aus dem Unterricht mit Lighthouse

 

It's worth doing it!

Bild: stock.adobe.com/Rawpixel Ltd./Rawpixel.com

 

Mit Unterrichtseinstiegen motivieren

Bild: stock.adobe.com/Rawpixel.com

Was tun? Wie motiviere ich sie? Meine Schüler merken, dass ich sie ernst nehme und ihnen zuhöre. Ein Hello, how are you? oder ein Lächeln wirken sich bereits auf den Unterrichtsbeginn aus. Obwohl Englisch auf dem Plan steht, hilft mir oft auch ein „Guten Tag“ beim Öffnen der Herzen einiger Schüler mit Migrationshintergrund. Wir können fast immer pünktlich beginnen, sie haben ausgepackt und sind auf mich fokussiert. 5 Minutes – als Wiederholung oder auch nur Give me five! entkrampfen oft und die Schüler wissen, worum es geht. Je nach Thema kann man das variieren. Fünf Verben, Adjektive oder Substantive, die an der Tafel gesammelt werden. Danach gilt es, daraus Wortgruppen zu bilden, funny phrases erhöhen den Effekt, oder sie nennen die Wörter auch in deutscher Sprache.


Flexibel sein

Ich musste meine Strategie vom fremdsprachlichen Unterrichten im Interesse der heutigen Heterogenität der Klassen und zum Erzielen von Erfolgen korrigieren. Dieser bunten Schülergruppe soll ich Englisch beibringen? Da musste ich mir was einfallen lassen.

Ich erreiche mehr, wenn ich von bestimmten Prinzipien abweiche, aber Schüler habe, die zuhören wollen und manchmal neugierig sind. Meine Erlebnisse lassen sich gut in der Unit 1 Safety rules in London einbringen. Bestimmte Regeln wollten sie nicht glauben. Ich erzähle und plötzlich berichten sie über eigene Erfahrungen aus Ihrer Freizeit, welche Gefahren es im Park oder auf der Straße gibt. So schaffe ich ein aktives Unterrichtsgespräch, wo es von meinem Geschick abhängig ist, wieder zum Thema zurückzufinden. Ich hatte aber 10 Minuten Small Talk in German or English – it doesn't matter. So kann man bewusst Wortschatz festigen, die Schüler sind aktiv und das Klima stimmt, weil fast alle Schüler einbezogen werden. Dabei wird natürlich auch gelacht, sei es wegen der Aussprache, die komisch klingt, oder anderer Sachen. Gemeinsam wird die Aussprache geübt und beim nächsten Mal klappt es besser.


Schüler einbeziehen

Ab Klasse 6 führe ich z. B. vocabulary check so ein, dass die Schüler das selbst machen. Sie geben dem „Prüfling“ 6–8 Wortgruppen aus dem aktuellen oder älteren Wortschatz vor und ich bewerte die Leistung. Es ist sehr interessant, zu verfolgen, mit wie viel Sorgfalt und Selbstkontrolle das durchgeführt wird. Dadurch habe ich eine Atmosphäre in den Klassen geschaffen, in der alle aufmerksam sind und selbstverständlich auf Fehler achten. Das Miteinander gewinnt zunehmend an Bedeutung und somit gleichzeitig die Entwicklung der sozialen Kompetenz beim gemeinsamen Lernen. Natürlich spielt das Lehrwerk in dem Prozess auch eine große Rolle. Lighthouse bietet für jedes Leistungsniveau einen großen Pool an Übungen.


Unterrichtsstörungen begegnen

Bild: Cornelsen/Kemnitzmares

Natürlich gibt es auch Unterrichtsstörungen. Hier bin ich gefordert, meine Regeln einzubringen und vorzuleben. Ich reagiere natürlich darauf. Man sollte jedoch als Lehrer nie vergessen, sachlich und nicht verletzend zu werden. Oft hilft die Zusammenarbeit mit den pädagogischen Mitarbeitern oder der Sozialarbeiterin. Im Unterricht bin ich Einzelkämpferin, aber in sozialen Auseinandersetzungen muss man sich verbündete suchen oder Hilfe in Anspruch nehmen. Auch unsere Schüler sind der neuen gesellschaftlichen Situation ausgesetzt. Sie leben im sozialen Brennpunkt, kennen oft weder Zuneigung noch Wertschätzung. Darauf sollten wir uns einstellen – aber nicht um jeden Preis. Ich kann als Lehrer nicht jeden retten, ich wertschätze ihn und behandle ihn mit Respekt. In der Schule setze aber ich die Regeln.


Konsequent und gerecht sein

Täglich kommen neue Schüler – nicht nur mit Migrationshintergrund – in die Klassen. Wir alle wissen um die gesellschaftliche Situation. Die Schüler haben oft nur uns Lehrer und deshalb ist es so wichtig, dass ich im Unterricht einen gewissen Frieden herstelle, Toleranz vorlebe, kein Mobbing dulde und schon gar keinen Rassismus. Man schaut auf mich, wie reagiert sie, was macht sie, wie antwortet sie. Meine Erfahrung: ein freundliches Wort, feste Regeln, immer konsequent sein und die Schüler gerecht behandeln, das alles ist ein sicherer Garant für eine erfolgreiche Arbeit. Wenn Ihnen dann am Stundenende ein Deutscher, Syrer, Inder oder Afghane auch einen schönen Tag wünscht, finde ich, dass ich auf dem richtigen, wenn manchmal auch steinigem Weg bin. It's worth doing it!


Die Autorin

Brigitte Brümmer, Sekundarschul-Lehrerin in Sachsen-Anhalt