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Bild: Fotolia/JFL Photography

Der LehrplanPLUS ist gestartet

Wegweisend und zuverlässig:
unser Angebot für Sie.

Mit dem Schuljahr 2018/2019 ist in den Jahrgangsstufen 6 von Mittelschule, Realschule und Gymnasium der neue LehrplanPLUS in Kraft getreten. Das bedeutet für Sie: neue Schulbücher, neues Begleitmaterial, neue Möglichkeiten.

Wir unterstützen Sie von Anfang an...

... mit passenden Lehrwerken für Ihren Unterricht und kompetenter Beratung vor Ort. 

Haben Sie weitere Fragen? Wollen Sie ein Lehrwerk von uns erproben oder denken Sie über ein Lehrwerkwechsel nach? Wenden Sie sich am besten an unser Servicecenter oder direkt an Ihren zuständigen Schulberater


Kompetenzorientierung

Mehr als bloßes Wissen: Mit dem Ziel des möglichst umfangreichen Kompetenzerwerbs geht der LehrplanPLUS neue Wege. Es zählt darin nicht allein der Umfang des erworbenen Wissens – interessant und fördernswert ist vielmehr die Frage, wie dieses Wissen bestmöglich angewandt werden kann. 
 
Kompetenzorientierung bedeutet, Schüler und Schülerinnen mit den richtigen Wissenswerkzeugen auszustatten, sie darüber hinaus aber auch darauf vorzubereiten, diese selbstständig und situativ angemessen einzusetzen. Langfristig sollen sie lernen, auf Basis des eigenen Faktenwissens reflektiert zu handeln und Verantwortung zu übernehmen. 
 
Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) München formuliert in seiner Handreichung zum LehrplanPLUS folgenden bayerischen Kompetenzbegriff
 
„Kompetent ist eine Person, wenn sie bereit ist, neue Aufgaben- oder Problemstellungen zu lösen, und dieses auch kann. Hierbei muss sie Wissen bzw. Fähigkeiten erfolgreich abrufen, vor dem Hintergrund von Werthaltungen reflektieren sowie verantwortlich einsetzen.“  
 
Indem der Erwerb von Kompetenzen stärker in den Mittelpunkt rückt, orientiert sich der neue bayerische Lehrplan an den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz. Er definiert die im Unterricht aufzubauenden Kompetenzen und gibt vor, anhand welcher Inhalte sie erworben werden. 


KMK-Bildungsstandards

Die von der Kultusministerkonferenz definierten, abschlussbezogenen Bildungsstandards sind der bundesweit geltende Maßstab für die Qualitätsentwicklung des Unterrichts. Um in allen Ländern im praktischen Schulalltag Berücksichtigung zu finden, hat die Kultusministerkonferenz (KMK) zusätzlich eine Konzeption zur Nutzung der Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung herausgegeben.

Die Bildungsstandards erlauben es den Ländern, mithilfe von zentralen Testverfahren die Umsetzung des kompetenzorientierten Unterrichts zu überprüfen und sie mit anderen Bundesländern zu vergleichen.

Auch Lehrkräfte, Lernende und Eltern haben die Möglichkeit, anhand der transparenten Kompetenzstufenmodelle Einblicke in Anforderungen und Ergebnisse zu erhalten und Vergleiche anzustellen. Durch die einheitlichen Standards wird ein Schulwechsel zwischen den Ländern künftig leichter.

Falls Sie mehr zu den aktuellen Bildungsstandards erfahren möchten, gelangen Sie hier zur 
Website der Kultusministerkonferenz mit den aktuellen Bildungsstandards.


Selbstreguliertes Lernen

Was zwischen 2005 und 2008 als Modellversuch „segel-bs“ an ausgewählten beruflichen Schulen in NRW und Bayern begann, gilt inzwischen auch an immer mehr allgemeinbildenden Schulen als Erfolgskonzept: das selbstregulierte Lernen als Mittel zur eigenverantwortlichen Umsetzung der Kompetenzorientierung.

Um Schule, Ausbildung, Studium und Beruf erfolgreich zu bewältigen, ist heutzutage eine umfassende Handlungskompetenz erforderlich, die durch die zentralen Elemente des selbstregulierten Lernens erlangt werden kann: Die Bearbeitung von praxisnahen Problemstellungen (sogenannte Lernsituationen) und die anschließende Reflexion der Ergebnisse stehen dabei im Mittelpunkt.


Fachliche und überfachliche Kompetenzen

Das Prinzip des kompetenzorientierten Lernens unterscheidet zwischen den fachlichen und den überfachlichen Kompetenzen, die Schüler und Schülerinnen während ihrer schulischen Laufbahn erwerben und einsetzen. Im LehrplanPLUS werden beide Kompetenzbereiche deutlicher als bisher abgebildet.

Überfachliche Kompetenzen sind übergeordnete Qualifikationen, die den kompetenten Umgang mit fachlichem Wissen ermöglichen und in jeder Lebenslage – auch losgelöst von Schule – wichtig sind. Ihre Ausprägung steht immer in enger Verbindung mit dem konkreten fachlichen Zusammenhang. Zu den überfachlichen Kompetenzen zählen beispielsweise

  • die Methodenkompetenz,
  • die soziale Kompetenz und
  • die Selbstkompetenz.

Individuelle Förderung

Heterogene Schülergruppen, wie sie heutzutage fast überall anzutreffen sind, erfordern vermehrt Konzepte für ein individuelles Lernen. Jeder Schüler und jede Schülerin sollen sich ihren Voraussetzungen, Begabungen und Möglichkeiten entsprechend entfalten und weiterentwickeln können – schulisch und persönlich.

Dass dieses Ziel für Lehrerinnen und Lehrer im Unterrichtsalltag nicht immer leicht in die Tat umzusetzen ist, liegt auf der Hand.

Als Hilfestellung hat das ISB München das Internetportal infö – individuell fördern ins Leben gerufen. Es liefert viele gute Ideen und stellt anhand von erprobten Praxisbeispielen sinnvolle Maßnahmen zur individuellen Förderung im Schulalltag vor. 


Nachhaltiges Lernen

Ein wesentliches Kernelement des neuen LehrplanPLUS für Bayern ist die Nachhaltigkeit. Das kompetenzorientierte Lernen soll langfristige, nachhaltige Ergebnisse mit sich bringen, von denen die Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Bereichen ihres Lebens profitieren.

Lebenslanges Lernen ist ein Konzept, das neben der Bereitschaft des Einzelnen auch die notwendigen Strukturen erfordert. Um nachhaltig lernen zu können, müssen Wissens- und Kompetenzvermittlung bereits mit Beginn des Bildungsweges optimal ineinandergreifen und ein ganzheitliches Bildungsverständnis abbilden – konkrete Anwendungssituationen helfen dabei.


Harmonisierung der Schnittstellen zwischen den Schularten

Die Lehrpläne der am bayerischen LehrplanPLUS beteiligten Schularten (Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium) wurden zeitgleich konzipiert, sind eng aufeinander abgestimmt und werden gestaffelt eingeführt. So ist es möglich, die Fächer an den Schnittstellen zu harmonisieren und den Schülerinnen und Schülern ein kontinuierliches Lernen zu ermöglichen.

Ein weiterer Vorteil: Die fünfte Klasse übernimmt an den weiterführenden Schulen eine Gelenkfunktion. Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern wird in diesen Gelenkklassen mehr denn je die Möglichkeit gegeben, den bisherigen Bildungsweg zu reflektieren und gegebenenfalls zu korrigieren.

Die Durchlässigkeit des differenzierten Schulsystems wird durch den neuen Lehrplan weiter verbessert. LehrplanPLUS bedeutet also nicht ein Plus an Stoff, sondern ein Plus an Abstimmung der Inhalte zwischen den einzelnen Jahrgangsstufen und Fächern.