21.02.2019

Schule weiterdenken: Preisträger Cornelsen Zukunftspreis 2019

Mit neuen Ideen Schule besser machen. Diesem Ziel haben sich die Teilnehmer des Wettbewerbs um den Cornelsen Zukunftspreis verschrieben. Mit 12.000 Euro fördert die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen jährlich innovative Unterrichtsideen. Jetzt wurden auf der didacta vier Schulprojekte geehrt. Der Cornelsen Zukunftspreis geht an aktuelle Projekte, die auf ganz unterschiedliche Weise Antworten auf drängende Fragen von Schule und Unterricht geben: Wie ge-lingen Differenzierung, Inklusion und Sprachförderung? Was stärkt die Ausbildung von Lehrkräften? „Jede Initiative setzt Zeichen und kann Vorbild für weitere Schulen sein. Die Auszeichnungen zeigen, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, Schule und Unterricht zu verbessern.“, sagt Wolf-Rüdiger Feldmann, Beiratsvorsitzender der Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen. Erstmals wurde in diesem Jahr zusätzlich ein Sonderpreis vergeben.

Firmenkooperationen gegen Abwanderung und Fachkräftemangel
1. Preis: Gymnasium Ruhla im Thüringer Wald

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium Ruhla im Thüringer Wald hat mit einer innovativen Form der Berufsorientierung eine Antwort auf die Herausforderungen der Abwande-rung und des Fachkräftemangels gefunden und bietet seinen Abiturienten eine neue Perspektive. Die Themenschwerpunkte des Wahlpflichtfachs „thinkTECH“ sind auf regional ansässige Firmen abgestimmt, die den Schülerinnen und Schülern projekt-weise Einblick in die Praxis geben. Für dieses zukunftsweisende Konzept belegte die Schule den 1. Platz und erhielt 5.000 Euro.

Sprachförderung durch Kultur und Kunst
2. Preis: Schule Sander Straße und Kinderkulturhaus KIKU, Hamburg

Dank der Kooperation der Schule Sander Straße und des Kinderkulturhauses KIKU erfahren Schülerinnen und Schüler im Hamburger Stadtteil Lohbrügge eine lebendige Sprachförderung. Viele der Kinder kommen aus Familien, in denen kein oder wenig Deutsch gesprochen wird. Beim Theaterspielen, durch Tanz und Musik lernen sie spielerisch, die deutsche Sprache besser zu verstehen und zu sprechen. Für die Umsetzung eines besonderen Sprachbildungskonzept belegten die Projektpartner den 2. Platz und wurden mit 4.000 Euro ausgezeichnet.

Differenzierung durch Digitalisierung
3. Preis: Schule Kielkamp Hamburg

An der Hamburger Grundschule Kielkamp lernen Kinder mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Viele tun sich mit dem Zählen und Kopfrechnen schwer. Mit „Mathildr“ wurde hierfür ein besonderes Lernsystem entwickelt, das nun mit dem mit 3.000 Euro dotierten Cornelsen Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. Einprägsame Mathematik-Materialien rund um eine App unterstützen die Darstellung von Mengen. Sie lassen sich individuell auf Neurodiversitäten anpassen und sind für Kinder mit und ohne Lernschwierigkeiten geeignet. Das Angebot entstand im Rahmen einer Studie der Universität Hamburg und wurden gemeinsam mit Eltern, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Personen mit Trisomie 21 gestaltet.

Qualifizierung der Lehrerausbildung
Sonderpreis: „Professionelles Ausbildungshandeln“ in Niedersachsen

Erstmals vergibt die Cornelsen Stiftung einen Sonderpreis, um auf die entscheiden-de Bedeutung der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte für die Qualität von Schule und Unterricht hinzuweisen. In Niedersachsen haben ehemalige Seminar- und Fachleite-rinnen ein Konzept erarbeitet, um die Ausbildenden von künftigen Lehrkräften wei-terzubilden. In einem eigens entwickelten Curriculum und mehrtägigen Veranstaltun-gen geben sie grundlegendes Wissen weiter und bereiten auf den praktischen Ein-stieg vor. Die vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsent-wicklung (NLQ) begleitete Weiterbildungsinitiative erhält den 1.000 Euro dotierten Sonderpreis.

Neue Ausschreibung

Mit der Verleihung geht der Cornelsen Zukunftspreis in eine neue Runde. Für die nächste Preisvergabe können sich interessierte Schulen bis zum 15. Oktober 2019 bewerben.