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Informationen für Eltern

Schreiben und Lesen mit TINTO

Liebe Eltern,

Ihr Kind lernt mit TINTO schreiben und lesen. Wir haben hier bewusst zuerst das Wort „Schreiben“ aufgeführt, denn Ihr Kind lernt zuerst das Schreiben und dann das Lesen. Warum?

Sie wissen wahrscheinlich, dass Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule kommen. Manche kennen schon einige Buchstaben, andere können schon ihren Namen schreiben oder einfache Wörter oder schon ein bisschen lesen, einige können von all dem nichts.

Bei diesen großen Unterschieden hilft das Buchstabenhaus, dass jedes Kind von Anfang an erfolgreich mit dem Schreiben beginnen kann. Dabei nutzen die Kinder in Klasse 1 die Druckschrift. Einige Kinder schreiben zunächst nur einzelne Buchstaben, andere kleine Wörter und dritte schon ganze Sätze, manchmal sogar schon kurze Texte.

Die Kinder lernen zunächst, die Laute der Wörter abzuhören und sie mit Hilfe des Buchstabenhauses in der richtigen Reihenfolge aufzuschreiben. Sie schreiben, was sie hören. Häufig sind die Wörter noch unvollständig. Fehler sind dabei notwendige Zwischenschritte auf dem Weg zum Schreiben. Das klingt vielleicht merkwürdig, aber auch Sie waren erfolgreiche Lehrer Ihres Kindes beim Sprechenlernen, weil Sie geschickt mit seinen Fehlern umgegangen sind.

Durch das Schreiben lernen die Kinder das Lesen. Anfangs können sie die selbst geschriebenen Wörter in der Regel nicht lesen. Das gilt zunächst auch für die Texte im Erstlesebuch. Die vielen Bilder regen sie aber besonders an und helfen zu vermuten, wovon die Geschichten handeln. Das Sprechen über diese Bilder dient auch der Sprachförderung. Das gleiche Ziel verfolgen die Lieder zum Lehrwerk.

Das TINTO-Schreib-Leselehrwerk besteht aus vielen Teilen, die in besonderer Weise den individuellen Lernfortschritt jedes Kindes fördern.

Voraussetzungen

Wie unterschiedlich die Lern-Voraussetzungen der einzelnen Kinder sind, können Sie an dieser kleinen Tabelle ablesen. Alle Kinder hatten sieben Wochen nach Schulbeginn die Aufgabe, das Wort "Fenster" durch Abhören mit Hilfe des Buchstabenhauses zu schreiben:

Lernstand nach sieben Wochen

  • Kind 1, 2, 6,12 schreibt nur den ersten Buchstaben,
  • Kind 10 schreibt nur die Konsonanten, wobei es noch „m“ und „n“ verwechselt,
  • Kind 7 schreibt bereits das ganze Wort (typischer Weise am Ende mit a, weil es so spricht),
  • Kind 16 schreibt auch das ganze Wort, hat aber bereits gelernt, dass am Ende ein „r“ steht, obwohl es das nicht hören kann.

Wie viele Buchstaben kennen Kinder, wenn sie in die Schule kommen? In der folgenden Grafik wird die Kenntnis der großen Buchstaben mit schwarzen Punkten dargestellt und die der kleinen mit weißen:

Buchstaben erkennen

Sie erkennen, dass es in ein und derselben Klasse Kinder gibt, die alle großen und kleinen Buchstaben kennen (Kinder 8 u. 18) und solche, die keinen kennen (Kinder 1, 6, 11, 12, 14)

Im Durchschnitt können die Kinder in Deutschland bei Schuleintritt 8 Druckbuchstaben schreiben und kennen von 6 Buchstaben die Lautung (die Bedeutung).

Wie ist das Buchstabenhaus aufgebaut?

Buchstabenhaus

Im roten Dach stehen alle Vokale (Selbstlaute): Das Kind lernt: In jedem Wort (genauer: in jeder Silbe) muss ein Buchstabe aus dem Dach vorkommen. In den gelben Stockwerken sind die Konsonanten (Mitlaute) so angeordnet, dass sich ähnlich klingende genau gegenüberstehen. Das Kind lernt: Ich muss genau hinhören, welcher von beiden gemeint ist. Im grünen Keller stehen die Buchstaben, die beim abhörenden Schreiben zunächst nicht gebraucht werden: Beispiel: X kann als Ks, Qu als Kw geschrieben werden. Um sich schnell im Buchstabenhaus orientieren zu können, lernen die Kinder den TINTO-Rap (vgl. Materialübersicht unten).

Warum lernen die Kinder das Schreiben mit Druckbuchstaben?

  • Die Kinder begegnen im Alltag überwiegend der Druckschrift.
  • Die Druckschrift ist leichter zu schreiben, weil sie einfachere Bewegungsabläufe hat.
  • Die Buchstabenformen der Druckschrift können sich die Kinder leichter merken.
  • Wenn die Kinder schon etwas schreiben können (z.B: ihren Namen), dann fast immer in Druckschrift.
Sie können sich von der leichteren Schreibbarkeit der Druckschrift selbst überzeugen, wenn Sie einmal versuchen, die folgenden „Schriftzüge“ abzumalen:

Druckbuchstaben
Sie merken, den oberen Schriftzug können Sie leichter abmalen. Der untere entspricht dem oberen, ist aber schwerer abzuschreiben, weil die Verbindungslinien das Schriftbild verunklaren.

Wie können die Kinder die Laute der Wörter abhören und sie mit Hilfe des Buchstabenhauses in der richtigen Reihenfolge aufschreiben?

Ein Kind will z.B. das Wort „Lena“ schreiben:

LENA schreiben

Wie sehen Zwischenschritte beim Schreibenlernen aus?
Wir wollen dies an drei Beispielen aufzeigen, die vom selben Kind innerhalb des 1. Schuljahres geschrieben worden sind.

Beispiele von Andre

zu Text 1

In diesem Text schreibt das Kind noch nicht lauttreu. Es lässt Vokale (Selbstlaute: a, e, i, o) aus und ersetzt den ch- Laut durch den ähnlich klingenden r- Laut, fügt dann allerdings noch das „h“ des „ch“ an. Interessant sind die Stellen, an denen es einen Vokal weglässt. Wenn es „hat“ als „Ht“ notiert, dann wahrscheinlich deshalb, weil ihm jemand den Buchstaben H in seiner alphabetischen Sprechweise als „ha“ vermittelt hat. In der Schule bringen wir den Kindern bei, die Buchstaben zunächst mit ihrem Lautwert zu bezeichnen.

Wir sagen
zum M: mmm, nicht em,
zum S: ssss, nicht es,
zum P: pö (mit kurzem ö) nicht pe
usw.

Nur diese Sprechweise ist für Kinder beim Schreiben- und Lesenlernen hilfreich. (Sie können sich das im Buchstaben-Rap anhören.)

zu Text 2

Dieser Text ist exakt lauttreu geschrieben. Typisch sind dabei die umgangssprachlichen Abweichungen (Gestan, ganicht) und die Abweichungen von der Rechtschreibung zugunsten des exakt Gehörten (Abent, sint, gefalen, Beume)

zu Text 3

Hier gehen die Fähigkeiten des Kindes schon weit über das Abhören, also das lauttreue Schreiben hinaus.
Es schreibt jetzt „bevor“ mit „v“, „plötzlich“ mit „tz“, Zahn mit Dehnungs-h, „locker“ mit „ck“. Lediglich die Wörter „gefumelt“ und „entlich“ sind orthografisch falsch, aber richtig abgehört.
Dass es zum Schluss „war“ nur als „wa“ notiert, ist mit nachlassender Konzentration am Ende einer Schreibaufgabe zu erklären. Eigentlich kann es „war“ ja schreiben, es fällt gleichsam in den Zustand des nur lauttreuen Schreibens zurück, in dem es „war“ auch nur „wa“ geschrieben hatte, weil das „r“ für das Kind nicht hörbar ist.

Warum waren Sie beim Sprechenlernen Ihres Kindes so erfolgreich?

Als Ihr Kind mit einem Jahr „Bäbbe“ sagte, haben Sie gesagt: „Toll, es hat Papa“ gesagt.
Als es mit eineinhalb Jahren sagte: „Ata put“, haben Sie gesagt: „Ja, das Auto ist kaputt. Ich mach es wieder heil.“
Selbst als ihr Kind mit dreieinhalb sagte: „Ich bin nach draußen gegeht“, da haben sie immer noch nicht geschimpft, sonder ruhig gesagt: „Ja, du bist nach draußen gegangen.“
Nie wären Sie auf die Idee gekommen zu sagen: „Also Anna, du darfst beim Sprechen keine Fehler machen.“
Vielmehr haben Sie sich über jeden kleinen Fortschritt Ihres Kindes gefreut.

So sollten Sie sich nun auf über die kleinen Fortschritte im Schreibenlernen freuen, also das sehen und loben, was Ihr Kind schon kann und über die „Fehler“ zunächst hinwegsehen.

Warum können viele Kinder die selbst geschriebenen Wörter zunächst nicht lesen? Sie können den Grund selbst erleben.
Im Folgenden sehen Sie einen Satz, in dem nur 8 verschiedene Zeichen vorkommen:

Nicht lesen können


Jedes Zeichen bedeutet einen Buchstaben.
So können Sie diesen Satz wahrscheinlich nicht lesen.
Aber auch, wenn Sie die folgende Hilfe benutzen, fällt das Entschlüsseln schwer:

Nicht lesen können


Woran liegt das?
Sie müssen immer wieder auf die Hilfe sehen, weil Sie sich nicht so schnell merken können, welches Zeichen für welchen Buchstaben steht. Ähnlich müssten viele Kinder bei jedem Buchstaben im Buchstabenhaus nachsehen, welcher Laut damit gemeint ist. Erst wenn sich das Kind durch viel Schreiben (und immer wieder Nachsehen) gemerkt hat, was die einzelnen Buchstaben bedeuten, kann es sie für das Lesen nutzen.

Wozu dient das Erstlesebuch, wenn die meisten Kinder die Texte zunächst nicht lesen können?

Es dient vorrangig der Lesemotivation. Die Texte werden von der Lehrerin, dem Lehrer oder einem fortgeschrittenen Kind vorgelesen. Alle Kinder erleben, dass sie nun etwas wissen, was sie allein den Bildern nicht entnehmen könnten. Sie denken, das möchte ich auch lesen können.

Zum Aufbau dieser Lesemotivation können auch Sie beitragen: Lesen Sie Ihrem Kind möglichst häufig kleine Geschichten vor. Machen Sie es auf Wörter und Buchstaben in seiner Umgebung aufmerksam.

Benutzen Sie dabei aber nicht die alphabetische Bezeichnung, sondern die Lautung: Sagen Sie also z.B. zum P (Parkplatz) nicht Pee sondern pö mit ganz kurzem ö, zum S (S-Bahn) nicht „es“ sondern „sss“, zum H (Haltestelle) nicht „ha“ sondern „hhh“, zum T (Telekom) nicht „te“ sondern „tö“ usw.

Welche besondere Bedeutung kommt den Bildern im TINTO-Erstlesebuch zu?

Jedes Kapitel beginnt mit einem doppelseitigen Eingangsbild. In diesem Bild tauchen schon die Personen und auch Szenen auf, die in den anschließenden Texten des Kapitels zum Thema werden.

Eingangsbild: In der Schule

Tinto blau, Seite 6

Vier der Personen des Eingangsbildes "In der Schule" werden auf der Seite 6 vorgestellt: Fatma, Jonas, Tim und Lena

Tinto blau, Seite 8

Ein Kind beugt sich hinter seinem Tisch nach unten. Was es da genau tut, erfährt man auf Seite 8: Julia macht Pause

Tinto blau, Seite 10

Durch die offene Klassentür erkennt man, dass ein Kleidungsstück auf dem Boden liegt. Was sich daraus entwickelt, erfährt man auf Seite 10: Streit um den Anorak

Wie kann der Lernforschritt beobachtet werden?
Man kann den Lernfortschritt leicht beobachten, wenn man die Kinder in größeren Zeitabständen immer wieder die gleichen Wörter schreiben lässt. Hier finden Sie drei solcher Schreibproben desselben Kindes aus den Monaten November, Januar und April:

Janas Lernfortschritte

Ein Wort schreibt das Kind schon im November richtig: das Wort „Sofa“. Es ist ein kurzes und lauttreues Wort, also ein Wort, das genau so geschrieben wird, wie man es spricht.

Alle anderen Wörter wurden so gewählt, dass einzelne Stellen von dieser Lauttreue abweichen. An diesen Stellen kann man den Lernfortschritt besonders gut beobachten.

  • Das Wort „Kind“ wird zunächst als „Kent“ notiert, weil der kurze i-Laut dem kurzen e-Laut ähnlich klingt.
  • Im Januar wird daraus schon „Kint“, also die lautlich richtige Notierung.
  • Im April schreibt das Kind dann orthografisch korrekt „Kind“, wobei es das „d“ am Ende vielleicht richtig notiert, weil es schon die Verlängerung „Kind – Kinder“ bilden kann oder aber es hat sich die Besonderheit dieses Wortes gemerkt (Es hat es sicher schon häufig gelesen).
    Die deutlichste Entwicklung zeigt sich am Wort „Regenwurm“:
  • Im November ist nur der erste Buchstabe richtig. Am Rest dieses Wortungeheuers versucht sich das Kind noch vergeblich.
  • Im Januar strukturiert es schon das ganze Wort durch, überspringt aber das „n“ und nimmt den kurzen u-Laut noch als o-Laut wahr.
  • Im April ist das Wort orthografisch korrekt, vielleicht weil das Kind dieses Wort im Sprechkanon vom Maulwurf genau aussprechen gelernt hat oder weil es sich die Schreibung vom Lesen her gemerkt hat.