Cornelsen Zukunftspreis für neue Unterrichtsideen vergeben

Vier Schulen ausgezeichnet

Virtueller Schulaustausch mit dem Senegal, ein Experimentierkoffer für MINTerpol, ein Digitalkonzept für Klassen und Kollegien sowie eine schuleigene Windkraftanlage: Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen prämiert vier außergewöhnliche Ideen, die motivieren und auf das Leben vorbereiten. 

Bild: Cornelsen/Bernd Lehmann

Knapp 100 Schulen aus ganz Deutschland haben sich beworben. Um der Vielzahl der bemerkenswerten Unterrichtsideen gerecht zu werden, hat sich die Expertenjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Bernd Ralle entschieden, gleich zwei 1. Preise und einen 2. Preis zu vergeben und engagierte Schulleitungen zusätzlich mit einem Sonderpreis zu würdigen. Die gemeinnützige Cornelsen Stiftung stellt dafür ein Preisgeld von insgesamt 16.000 Euro zur Verfügung. Gewonnen haben Schulen aus Bayern, Niedersachsen, NRW und dem Saarland. Der Cornelsen Zukunftspreis wird jährlich vergeben, um innovativen Unterricht zu fördern. Neue Bewerbungen sind möglich unter www.stiftung-lehren-lernen.de/zukunftspreis.

„Alle Preisträgerinnen und Preisträger stehen für Leidenschaft und Engagement an Schulen und haben eine besondere Anerkennung verdient“, sagt Wolf-Rüdiger Feldmann, der als Vorsitzender der Stiftung mit der Auszeichnung auch Anregungen geben will, wie Unterricht neugestaltet werden kann.

1. Preis: Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz

Im Projekt „Ein Tag auf der Welt“ verknüpft Französischlehrer Tobias Rusteberg die senegalesische Partnerschule Lycée Valdiodio Ndiaye in einem virtuellen Schulaustausch. Aus der deutsch-französischen Schulpartnerschaft ist ein Film über das Alltagsleben von Jugendlichen in Osterode am Harz und in Kaolack im Senegal entstanden, bei dem die Schülerinnen und Schüler die Redaktion, Regie und Medienproduktion übernommen haben. „Entstanden ist ein sehr sehenswerter Film, der sich durch eine hohe Kreativität auszeichnet. Das Ergebnis beeindruckt nicht nur durch den Film selbst, sondern durch die Erfahrung der vielen Gemeinsamkeiten trotz kultureller Differenzen“, sagt Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, Universität Hamburg, für die Jury. www.trg-osterode.de

1. Preis: Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld, Bayern

Im Projekt „MINTerpol – naturwissenschaftlichen Geheimnissen auf der Spur“ erstellen Oberstufenschülerinnen und -schüler Experimentierkoffer und Versuchsbroschüren, damit Grundschulkinder die Naturwissenschaften kennen – und lieben lernen. Chemielehrerin Petra Lehner ist es gelungen, Begeisterung für ihr Fach zu wecken – über ihre Schule hinaus: Denn alle Grundschulen im Landkreis nutzen inzwischen die Materialien. „Was die Jury besonders überzeugte, waren die Bedingungen, unter denen dieses Material erstellt und erprobt worden ist. So entwickelten die Schülerinnen und Schüler die Experimente trotz vollständigem Distanzunterricht vorwiegend daheim, oft mit Haushaltschemikalien“, begründet Prof. Dr. Bernd Ralle, Technische Universität Dortmund. www.jmf-gym.org

2. Preis: Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel, Saarland

Mathias Glahn, Fachlehrer Technik und Klima und Mitglied in der Schulleitung, hat mit seinem Wahlpflichtkurs eine eigene Windkraftanlage auf dem Schulgelände installiert. Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 bis 10 haben die Anlage geplant, modelliert und schließlich in Betrieb genommen. Prof. Dr. Tilman Grammes von der Universität Hamburg betont in der Laudatio: „Der eingereichte Wettbewerbsbeitrag hat die Jury überzeugt durch die Verbindung von Themen, die Schüler*innen interessieren und die gesellschaftlich relevant und aktuell sind. Das Projektvorhaben ist reflektiert und handlungsorientiert und führt zu praxisrelevanten Umsetzungen. Digitale, informatorische Bildung und Umweltschutz werden als Kompetenzbereiche im Schulprofil nachhaltig miteinander vernetzt.“ www.gss-blieskastel.de

Sonderpreis Schulleitungen: Erich-Gutenberg-Berufskolleg Köln

Eine Schule, die sich stetig weiterentwickelt: In Teamwork entstehen Vorträge und Workshops zu Möglichkeiten und Auswirkungen von digitalen Technologien. Ziel ist es, gemeinsam ein Digitalkonzept zu erarbeiten, das Jugendlichen ermöglicht, sich souverän in der digitalen Welt zu bewegen. Die Veranstaltungsreihe des Projekts „my eWorld – Human- und Digitalkompetenzen im 21. Jahrhundert“ richtet sich an das Lehrerkollegium, die Schülerschaft und Auszubildende und reicht von der Informatik über Sozialwissenschaften bis zu Ethik. Dorit Bosse, Professorin für Schulpädagogik mit Schwerpunkt Gymnasiale Oberstufe an der Universität Kassel, begründet die Entscheidung der Jury: „Es ist ein bemerkenswertes Projekt, mit dem die Schule einen Weg gefunden hat, wie Lehrkräfte und Schüler*innen durch eine Veranstaltungsreihe zu digitalen Medien gemeinsam Möglichkeiten und Risiken der Digitalisierung erkunden und sich darüber austauschen können.“
www.egb-koeln.de

Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen

Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen engagiert sich seit 1978 für eine bessere Unterrichtsqualität in Deutschland. Die gemeinnützige Stiftung fördert den Austausch von Schulpraxis und Bildungswissenschaft und stärkt Lehrerinnen und Lehrer im Unterrichtsalltag. Neben der Vergabe des Cornelsen Zukunftspreises richtet sie jedes Jahr eine Sommer-Uni für Lehrerinnen und Lehrer aus. 
www.stiftung-lehren-lernen.de


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