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Unterricht gestalten / 24.08.2020

Unterrichtsinspiration: Drei Schritte zum richtigen Umgang mit Geld

Alltagskompetenzen vermitteln

Mit dem eigenen Geld klug umzugehen – und vor allem: mit ihm auszukommen – ist eine wichtige Alltagskompetenz, die die meisten Schüler erst noch lernen müssen. Damit sie nicht schon als junge Erwachsene bei der Schuldnerberatung landen, üben sie am besten frühzeitig – denn Geld-Ausgeben und Schulden-Machen werden ihnen sonst gefährlich leicht gemacht.

Euroscheine und Euro-Münzen in verschiedenen Werten liegen auf einem Tisch.
Bild: Shutterstock.com/Gena96

"Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig" 

.. ein uralter Spruch, der ein wichtiges Thema sehr gut auf den Punkt bringt: Der richtige Umgang mit Geld will erst mal gelernt sein. Die folgenden drei Schritte helfen den Schülern, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Geld zu finden. Lassen Sie sich inspirieren – ganz gleich, ob Sie nun lieber Merkblätter mit den wichtigsten Aspekten verteilen oder eine ganze Unterrichtsreihe zu dem Thema vorbereiten möchten.

Schritt 1: Ein Gefühl für Kosten, Preise und Werte entwickeln.

Was kosten eigentlich Toast und Marmelade fürs Frühstück? Sind 50 Euro fürs Feiern am Wochenende viel oder eher wenig? Und was zahlen die Eltern monatlich für Telefon und Internet und damit die Schüler Netflix oder Sky gucken können? Wenn Geld immer nur etwas ist, das "von Mama und Papa kommt", "eben einfach da ist" und "zum Ausgeben gedacht ist", wird es mit dem Haushalten später logischerweise schwierig. Je früher die Schüler aber damit beginnen, genauer hinzuschauen und sich mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen, desto eher entwickeln sie ein Gefühl dafür, was Dinge überhaupt kosten – und desto besser werden sie im Planen, Entscheiden und Haushalten.

Ermuntern Sie die Schüler, sich einmal mit ihren Eltern zusammenzusetzen und sich von ihnen auflisten zu lassen, welche Ausgaben sie haben. Die meisten werden überrascht sein, wie viele Fixkosten und andere Ausgaben monatlich tatsächlich anfallen und für was man so alles bezahlen muss – von Lebensmitteln und Benzin bis hin zum Strom oder einem Abschlag für die Müllabfuhr.

Damit die Jugendlichen sich noch weiter "einfühlen" können, können sie in einem kleinen Versuch testweise eine Zeit lang für sich selbst einkaufen gehen und sich alles aufschreiben. Aber auch wenn sie "nur" ihr Taschengeld für die üblichen Dinge verwalten: Wichtig ist, dass Ihre Schüler den Überblick gewinnen und sich angewöhnen, ihre Ausgaben nachzuhalten, damit sie jederzeit genau nachvollziehen können, welcher Betrag wohin geflossen ist. Das ist schließlich das A und O beim richtigen Umgang mit Geld: zu wissen, wohin es "verschwindet".

Am besten behalten die Schüler also alle Quittung und führen Buch, was sie wofür ausgegeben haben. So werden sie automatisch anfangen, Preise zu vergleichen, Produkte zu vergleichen und Ausgaben zu hinterfragen. Und schon nach kurzer Zeit werden sie ein gutes Gespür dafür bekommen, was für sie (zu) teuer ist und was im Rahmen.  

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Schritt 2: Ein Budget festlegen – und sich daran halten. 

Die goldene Regel, um schuldenfrei zu bleiben: "Gib nur Geld aus, das du wirklich ausgeben kannst – kein Geld, das eigentlich bereits verplant ist und auch kein Geld, das du noch gar nicht bekommen hast ("Aber von Oma kriege ich sonst immer Geld zum Geburtstag, das kommt dann ja wieder rein ...")." Unbezahlbarer Rat außerdem: Von Finanzierungen und Konsumkrediten lassen Ihre Schüler besser die Finger. Wenn sie das Geld für das neue Smartphone nicht angespart haben, warten sie also lieber, statt auf Pump zu kaufen. Ein paar "Fallbeispiele", bei denen Sie sich gemeinsam beispielhaft das Kleingedruckte der vermeintlich attraktiven Finanzierungen ansehen, können nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Bevor der "Ernst des Lebens" auf sie zukommt, können die Jugendlichen den Umgang mit Geld schon sehr gut mit ihrem Taschengeld üben. Wichtig dabei: Keine Ausreden, keine Tricksereien und kein Mama-und-Papa-ganz-selbstverständlich-um-Geld-Anpumpen, wenn es mal wieder eng wird.

Ihre Schüler sollen sich ein festes Budget setzen, konsequent und ehrlich zu sich selbst sein. Zuerst überlegen sie genau, welche Kosten sie regelmäßig haben – zum Beispiel für ihr Handy – und wann sie fällig werden. Für was geben sie sonst ihr Geld aus? Die Summe, die sie insgesamt zur Verfügung haben, teilen sie realistisch auf ihre typischen Ausgaben auf und notieren sich ihre Teilbudgets (etwa: 20 Euro für Kosmetik, 30 Euro für Klamotten, 10 Euro für Musik, 5 Euro für Fahrkarten ...). Erinnern Sie Ihre Schüler daran, sich unbedingt noch eine feste Summe für Unvorhergesehenes, Spaß und Kleinkram offen zu halten. Wenn sie in ihrem Budget nur das zwingend Notwendige und keinerlei "Spaßgeld" einplanen, ist das schließlich kaum realistisch.

Wer es lieber digital als analog mag, lädt sich eine Haushaltsbuch-App herunter, um penibel alle Einnahmen und Ausgaben festzuhalten – bis hin zum "Kleingeld" für ein belegtes Brötchen oder was immer sonst noch mal eben schnell gekauft wird. Merken die Schüler mit der Zeit, dass sie für bestimmte Bereiche zu viel bzw. zu wenig angesetzt haben, sollen sie ihren Plan entsprechend anpassen.

Fällt es ihnen oft schwer, mit ihrem Geld über den Monat zu kommen, sollen sie es einmal mit der Briefumschlag-Methode versuchen. Dafür teilen die Schüler ihr Monatsbudget durch die Wochenanzahl und stecken das Geld für jede Woche in einen separaten Umschlag. Pro Woche dürfen sie nur das ausgeben, was in ihrem Wochenumschlag steckt – so starten sie jede Woche neu mit einem vollen Wochenbudget, statt ihr Monatsbudget in wenigen Tagen zu verpulvern. Was am Ende einer Woche übrig ist, kann in den Umschlag für die Folgewoche wandern – oder in die Spardose bzw. aufs Sparkonto, um ein kleines Polster anzusparen.

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Schritt 3: Anfangen, zu sparen, und auf "Sonderfälle" vorbereitet sein.

Vermeintliche "Sonderfälle" treten im Alltag erstaunlich regelmäßig auf. Die Jeans geht kaputt (oder später die noch viel teurere Waschmaschine), die Schüler müssen etwas nachzahlen oder wollen in den Urlaub fahren und brauchen dafür eine größere Summe. Wenn sie all das von ihrem laufenden Monatsbudget bezahlen müssen, schlittern sie schneller in die Schuldenfalle als sie "hätte ich mal gespart!" rufen können. Besprechen Sie mit Ihren Schülern deshalb, wie wichtig es ist, sich regelmäßig etwas Geld zur Seite zu legen, auf das sie dann entspannt zurückgreifen können.

Wer sehr diszipliniert ist, kann natürlich einfach das zurücklegen, was am Ende des Monats noch übrig ist. Wer weniger diszipliniert ist, lässt am besten gleich zu Monatsbeginn eine feste Summe auf sein Sparkonto (um-)buchen  – was weg ist, kann schließlich nicht mehr ausgegeben werden. Wer mag, kann auch bestimmte Münzen am Ende der Woche in seine Spardose werfen, zum Beispiel alle 2-Euro-Münzen, die dann gerade im Portemonnaie sind. Und natürlich eignen sich Geldgeschenke immer bestens, um zumindest einen Teil auf die hohe Kante zu legen. Mit diesen Tipps schaffen sich die Schüler eine gute Grundlage, um langfristig vernünftig mit ihrem Geld umzugehen – und schuldenfrei zu bleiben!

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