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Bild: Fotolia/Katerina

Inklusion Definition

Was genau aber ist Inklusion?

Inklusion – ein Begriff, der in aller Munde ist. In immer mehr Schulen und Bildungseinrichtungen wird heute inklusiv unterrichtet. Doch was bedeutet Inklusion eigentlich genau und wie zeigt sie sich im gesellschaftlichen Miteinander?

Was ist Inklusion?

„Inklusion ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein Menschenrecht. Inklusion bedeutet, dass kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand gedrängt werden darf. Als Menschenrecht ist Inklusion unmittelbar verknüpft mit den Ansprüchen auf Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Damit ist Inklusion sowohl ein eigenständiges Recht, als auch ein wichtiges Prinzip, ohne dessen Anwendung die Durchsetzung der Menschenrechte unvollständig bleibt.“
 


Vielfalt und Teilhabe

Jeder Mensch hat das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und individuelle Entwicklung, unabhängig von Heterogenitätsmerkmalen wie ethnisch-kultureller Zugehörigkeit, Gender, sexueller Orientierung und Religion. Dieses Recht kann nur umgesetzt werden, wenn die gesamte Gesellschaft bereit ist, sich auf den Prozess der Inklusion einzulassen und entsprechende Strukturen zu schaffen – im Kleinen wie im Großen. Inklusion geht jeden von uns etwas an, denn jeder von uns ist ein Teil von ihr. Sie ist Aufgabe aller Mitglieder der Gesellschaft, nicht nur einzelner Personen oder Institutionen.


Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Inklusion kann nicht von heute auf morgen geschehen. Inklusion ist ein Prozess. Neben den notwendigen Rahmenbedingungen erfordert er eine kontinuierliche Reflexion. Veränderungen in den Strukturen, aber auch in den Haltungen und Einstellungen aller Menschen sind notwendig – das braucht Zeit. „Eine gelungene Inklusion würde […] bedeuten, dass wir nicht mehr von inklusiven Einrichtungen sprechen, sondern von einer Kita für alle Kinder“, schreiben die Pädagoginnen Veronika Baur, Hilke Lipowski und Lisa Leischke-Eisinger in ihrem Buch Inklusion in der Kita – 55 Fragen & Antworten“. Ein Wunsch, der sich auf sämtliche Bildungseinrichtungen übertragen lässt.


Gleichheit und Verschiedenheit

Zum einen betont Inklusion die Gleichheit der Menschen – wir alle haben gleiche Bedürfnisse und Rechte. Gleichzeitig berücksichtigt der Begriff der Inklusion die Heterogenität der Menschen, die sich beispielsweise in unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Geschlechterrollen, individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen zeigt. 

„Inklusion heißt Gemeinsamkeit von Anfang an. Sie beendet das aufwendige Wechselspiel von Exklusion (= ausgrenzen) und Integration (= wieder hereinholen).“ 


Was ist inklusive Pädagogik?

Im Bereich der inklusiven Bildung wird die Vielfalt aller Menschen – die gleichen Rechte und Bedürfnisse, aber auch die individuellen Unterschiede – wahrgenommen und berücksichtigt. Jedem Kind wird zugestanden, dass es in unterschiedlichen Entwicklungs- und Lebensphasen unterschiedliche Begleitung und Unterstützung benötigt und ein Anrecht auf eben diese Unterstützung hat. Das Ziel einer inklusiven Pädagogik ist nicht, diese Unterschiede auszugleichen oder zu verringern, sondern auf die vorhandene Diversität einzugehen, sie wertzuschätzen und anzuerkennen.

Substanzielle Reform des Schulsystems

Menschen mit und ohne Behinderungen lernen in einem inklusiven Schulsystem gemeinsam, und zwar von Anfang an, über alle Schulformen hinweg. Als Grundvoraussetzung für eine gelungene Umsetzung der Inklusion in der Praxis wird die Anpassung der Lehrerausbildung gesehen. Entsprechende Mittel müssen zur Verfügung gestellt, strukturelle Voraussetzungen geschaffen und Pädagogen weitergebildet werden, langfristig und bundesweit. 

Somit geht mit der Inklusion auch eine umfassende Reform des Schulsystems einher – eine große Herausforderung für Lehrer, Eltern und Schüler, für Politik und Verwaltung.