Medienkompetenz / 05.12.2019

{Klexer} Das kleine Abc der Internetrecherche für Kinder

Tipps und Material fürs Heranführen von Grundschulkindern an die Internetnutzung

Medienbildung ist eine der neuen großen Herausforderungen an Deutschlands Grundschulen! Die Ausbildung der Recherchekompetenz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Lehrkräfte können hierfür eine Vielzahl von kindgerechten Internetseiten nutzen, die sich fächerübergreifend in den Unterricht einbauen lassen. Auffindbar sind diese am besten über Suchmaschinen speziell für Kinder. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht darüber, welche Vorteile Suchmaschinen für Kinder haben und wie diese sachgerecht als Recherchewerkzeug eingesetzt werden können. Die beigefügten Kopiervorlagen zeigen, wie Grundschulkinder auf einfache und kindgerechte Weise Informationsquellen auswählen und kritisch bewerten können.

Bild: stock.adobe.com/gpointstudio


Aktuelle Diskussionen um Fake News, Datenschutz und Ähnliches zeigen die hohe Bedeutsamkeit des frühen Erwerbs von Medienkompetenz. Sowohl das Elternhaus als auch die Schule muss dem gerecht werden und Kinder darin anleiten und fördern, die Glaubwürdigkeit von Informationen und Quellen im Internet kritisch zu hinterfragen. Suchmaschinen speziell für Kinder lassen die Heranwachsenden leicht altersgerechte und redaktionell geprüfte Webseiten zu den unterschiedlichsten Themen finden.

Suchmaschinen extra für Kinder

Das Besondere an einer Kindersuchmaschine wie fragFINN.de ist der schnelle und einfache Zugang zu einer Vielfalt an kindgerechten Internetseiten mit allgemeinen oder themenspezifischen Informationen, Lernspielen, Lernvideos und Bildmaterial für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Bei der Suche mit einer Suchmaschine für Erwachsene finden Kinder oft nicht das Passende und die Suchergebnisse sind für sie größtenteils unverständlich. Nicht geeignete Inhalte und Bilder können Kinder überfordern, ängstigen und verstören. Zudem sind Kinder noch nicht in der Lage, gesponserte Suchergebnisse zu erkennen und zu bewerten.

Kinder brauchen Begleitung, wenn sie das Internet entdecken

Ein Kind sollte zunächst mit einem Erwachsenen an seiner Seite das Internet entdecken. Mit Eintritt ins Schulalter und der Ausbildung der Lesefähigkeit können ausgewählte Kinderinternetseiten gemeinsam aufgerufen und erkundet werden. Da die Schule die Lebenswelt von Kindern zu einem großen Teil bestimmt, sollte dort der Umgang mit dem Internet auch Raum finden. Der Erwerb von Recherchekompetenz etwa lässt sich in der Schule interdisziplinär durchführen, denn beinahe jedes Thema bietet sich an, um zur Informationsbeschaffung eine Kindersuchmaschine im Internet zu nutzen. Auf diese Weise lernen schon Grundschulkinder praxisbezogen und spielerisch den Umgang mit Suchmaschinen und Inhalten des Internets.

Mit kindgerechten Suchmaschinen das Internet sicher nutzen

Das Internet beinhaltet unzählige Internetseiten. Allein für den deutschsprachigen Raum gibt es viele Millionen Domains, also einzigartige Adressen für Internetseiten, die auf .de enden, wie bei fragFINN.de. Um aus den vielen Internetinhalten das Richtige auswählen zu können, gibt es Suchmaschinen. Diese erfassen öffentlich zugängliche und aktuelle Informationen im World Wide Web (WWW). Das geschieht durch einen Suchroboter, ein sogenannter Web Crawler oder Spider, der das WWW durchsucht. Alle eingesammelten Informationen von Internetseiten werden zusammengestellt und es entsteht der Suchindex der jeweiligen Suchmaschine. Damit die Suchmaschine schnell Ergebnisse zu den gesuchten Begriffen finden kann, durchsucht sie diesen Index.

Im großen Angebot das Richtige finden

Der Surfraum von fragFINN.de umfasst insgesamt 5000 Online-Angebote, die von Medienpädagoginnen und Medienpädagogen regelmäßig geprüft und beim Surfen aufgefunden werden können. Etwa 600 davon sind explizite Kinderseiten. Die Startseite der Suchmaschine verlinkt bereits zu themenspezifischen Internetseiten, Kindernachrichten, Lernspielen und Videos. Aber wie genau findet man bei der Fülle von Angeboten nun das, was man sucht? Folgende Hinweise und die beigefügte Klexer Kopiervorlage 1 (KV 1) können Lehrkräfte nutzen, um die Schüler/-innen mit Recherche und Auswahl von Inhalten im Netz vertraut zu machen. Damit Kinder möglichst schnell geeignete Suchergebnisse erlangen, müssen sie wissen, wie man eine Suchmaschine richtig verwendet. Dafür bieten die folgenden Tipps Hilfestellungen.

Die Internetrecherche vorbereiten:

  • Viele Suchmaschinen bieten neben der Textsuche auch die Suche nach Bildern oder Videos an. Nach was suchst du genau? Überlege.
  • Welche Informationen suchst du? Welche Wörter, Begriffe passen dazu? Notiere Suchwörter.
  • Prüfe die Rechtschreibung der Begriffe, damit das Suchergebnis möglichst genau wird. Klein- und Großschreibung verändert das Ergebnis meist nicht.

Die Internetrecherche durchführen:

  • Gib die Suchwörter in die Suchmaske der Kindersuchmaschine ein. Du erhältst eine Ergebnisliste mit Internetseiten.
  • Sieh dir mehrere Internetseiten der Ergebnisliste an, denn nicht immer findest du auf der ersten das beste Suchergebnis.
  • Wenn du zu viele Suchergebnisse angezeigt bekommst, füge noch weitere Suchwörter hinzu. Erhältst du zu wenig Suchergebnisse, musst du dir andere Suchbegriffe überlegen. Auch Such-Operatoren können helfen, das Suchergebnis zu optimieren.

Internetrecherche mit Such-Operatoren:

Manchmal hilft es bei der Suche mit Suchmaschinen sogenannte Such-Operatoren auszuprobieren. Wann und wie diese Such-Operatoren eingesetzt werden, sollten Kinder von Anfang an lernen. Bei der Eingabe mehrerer Suchwörter ist der Operator UND standardmäßig dabei. Um die Suchergebnisse einzugrenzen, kann man Folgendes versuchen:

  • Füge Operator OR (oder) zwischen deine Suchbegriffe ein. Damit erweiterst du die Suche, weil du der Suchmaschine anzeigst, dass nicht alle Suchbegriffe in einem Text vorhanden sein müssen. Es kann auch nur einer der Begriffe vorkommen. Beispiel: Katze OR Hauskatze
  • Setze Wortgruppen in Anführungszeichen „“, damit nach Worten in genau dieser Reihenfolge gesucht wird und sich keine anderen Begriffe dazwischen mischen. Beispiel: „Großer Tümmler“ (Name einer Delfin-Art)
  • Um bestimmte Wörter von der Suche auszuschließen, setzt du direkt vor dem betreffenden Begriff ein Minuszeichen (-). Damit wird dieses Wort dann bei der Suche nicht berücksichtigt. Beispiel: Haustier -Vogel
  • Bei einer längeren Suchanfrage kannst du mithilfe des Sternchens * als Platzhalter für unbekannte Begriffe die besten Ergebnisse erzielen. Beispiel: schnellste * der Welt

Internetseiten bewerten

Das richtige Suchen ist die eine Sache, das Richtige finden die andere. Dafür müssen Kinder verstehen, dass hinter jeder Internetseite Personen und/oder Unternehmen stehen, die sie erstellt haben und betreiben. Dies verdeutlicht zudem wichtige Aspekte wie Partizipation und Teilhabe-Faktoren, die das Internet erst zum Internet machen. Um einschätzen zu lernen, ob die Inhalte einer Internetseite hilfreich und glaubwürdig sind, gibt es verschiedene Fragestellungen, die dabei helfen können. Mit der Klexer KV 2 können Schülerinnen und Schüler Webseiten etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Kinder sollten möglichst früh dafür sensibilisiert werden, die Glaubwürdigkeit von Webseiten und Inhalten kritisch zu hinterfragen. Dabei können die folgenden Fragen helfen:

  • Wer steckt hinter der Internetseite?
  • Gibt es ein sogenanntes Impressum auf der Internetseite, in dem steht, wer sie erstellt hat oder wer für die Inhalte verantwortlich ist?
  • Gibt es Ansprechpartner für diese Seite?
  • Ist es eine private Internetseite oder ein Internetauftritt einer Institution oder einer Firma?
  • Gibt es aktuelle Informationen auf der Internetseite?
  • Ist die Internetseite übersichtlich gestaltet und funktionieren alle Menüpunkte?
  • Werden Informationen sachlich und glaubwürdig dargestellt?
  • Werden die Inhalte mit Quellennachweisen und Links belegt?
  • Welche weiteren Informationen zum Website-Anbieter gibt es im Internet?

Aufgepasst bei der Verwendung von Texten und Bildern aus dem Internet!

Für Referate und Plakate verwenden Schüler/-innen häufig Texte und Bilder aus dem Internet. Deshalb ist es wichtig, dass Lehrkräfte auch schon mit Grundschulkindern über das Thema „Urheberrecht“ sprechen. Als Urheber bezeichnet man denjenigen, der einen Text verfasst bzw. ein Bild gemacht hat. Die Nutzung von Texten und Bildern darf nach dem Urheberrecht nur mit Einverständnis des Autors/der Autorin oder des Fotografen/der Fotografin usw. erfolgen. Nur der Urheber darf entscheiden, in welchem Umfang und in welcher Art der Text oder das Bild genutzt werden darf. Deshalb ist es erforderlich, Hinweise zum Nutzungsrecht von Bildern auf der jeweiligen Internetseite nachzulesen.

Wichtig ist es auch, Kinder darauf hinzuweisen, dass bei der Verwendung von Texten und Bildern immer anzugeben ist, auf welcher Internetseite man den Text oder das Bild gefunden hat. Manchmal informieren die Betreiber einer Internetseite auch, wie die Quelle im Wortlaut anzugeben ist.

Insbesondere im Rahmen von Referaten oder Schulprojekten bietet es sich an, Kinder zu motivieren, selbst Texte und Bilder oder Fotos zu ihrem Thema anzufertigen – und somit selbst zum Urheber zu werden.

Weitere Tipps zur Nutzung von fragFINN.de

  • Für den Einstieg in die Recherche zu einem bestimmten Thema ist die Verwendung eines Online-Lexikons sinnvoll. Auf der extra für Schulzwecke konzipierten Webseite schule.fragfinn.de findet man eine Übersicht an kindgerechten Online-Lexika, die kurze und verständliche Inhalte zu verschiedensten Themenbereichen beinhalten. Die Beiträge sind leichter zu lesen als Beiträge in Lexika für Erwachsene und werden vielfach durch Illustrationen veranschaulicht.
  • Als Linktipps zu Online-Lexika für Kinder können exemplarisch folgende genutzt werden: Internet-ABC (Internet), OLI´s Tierlexikon (Tierlexikon), Nelas Welt (Naturwissenschaft), religionen-entdecken.de (Religionen) und Rossipotti (Literatur).
  • Für die kindgerechte Einführung zu Themen der Medienbildung gibt es seit neuestem die fragFINN-Serie, ein Medienmagazin bestehend aus kurzen Erklärfilmen, die über fragFINN.de abrufbar sind. In zwölf Episoden werden für Kinder interessante Themen der digitalen Welt wie Datenschutz, Urheberrecht und Informationsbewertung genauer erklärt. Die kurzen Erklärfilme bieten ein gutes Überblickswissen und sind eine ideale Grundlage für weitere Recherchen. Zudem können sie als Gesprächsanlass im Unterricht dienen.

 

Über fragFINN e.V.:
Der Verein bietet einen geschützten Surfraum, der speziell für Kinder von sechs bis zwölf Jahren geschaffen wurde. Mit der Suchmaschine für Kinder auf fragFINN.de werden nur kindgeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten gefunden, Kinderinternetseiten werden dabei in den Suchergebnissen ganz oben platziert.

Bild: FragFINN e.V.

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