Selbstkompetenz / Gesundheit / 08.01.2019

Selbst für Feedback sorgen: Zehn (Motivations-)Ideen

Impulse – Ideen – Motivation

Positives Feedback motiviert und bestärkt, konstruktive Kritik hilft und gibt Impulse. Was aber, wenn Sie nahezu gar kein direktes Feedback bekommen? Dann helfen Ihnen diese zehn Impulse – damit Sie Ihre eigene Entwicklung im Auge behalten und auf Dauer motiviert bleiben!

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Feedback einholen, sich realistisch einschätzen und dauerhaft motiviert bleiben – so geht’s!

Schüler, die am Ende der Stunde fluchtartig die Klasse verlassen. Eltern, die sich meist nur melden, wenn sie sich beschweren wollen. Und ein Arbeitsalltag, den Sie über weite Strecken als Einzelkämpfer vor der Klasse oder am heimischen Schreibtisch verbringen. Als Lehrer bekommen Sie nur wenig unmittelbare Rückmeldung und genau das kann auf Dauer viel Motivation kosten. Mit diesen zehn Impulsen schaffen Sie Abhilfe: So sorgen Sie kurzerhand selbst für wertvolles Feedback.

1. Ziehen Sie regelmäßig Bilanz und versuchen Sie, Ihre Arbeit möglichst sachlich zu beurteilen.

Gut geeignet ist dafür beispielsweise ein kurzer Wochenrückblick, den Sie zu Ihrem festen Freitagsritual machen. Am Ende jeder Schulwoche nehmen Sie sich ein paar Minuten und notieren stichpunktartig, was ausbaufähig war und was besonders gut gelaufen ist.
Sie wissen, dass Sie dazu neigen, sich zu harsch zu beurteilen? Dann können Sie alternativ auch ein wöchentliches Erfolgstagebuch führen und nur das notieren, was aus Ihrer Sicht besonders positiv war.

2. Stecken Sie sich Ziele und kontrollieren Sie Ihren Erfolg.

Im stressigen Schulalltag rotieren Sie oft vor sich hin und hetzen durch die Wochen, ohne bewusst auf klar definierte Ziele hinzuarbeiten. Der Nachteil: Gefühlt treten Sie dadurch auf der Stelle, denn Ihnen fehlen konkrete, nachprüfbare Erfolgserlebnisse.
Stecken Sie sich also ganz bewusst Ziele, deren Erreichung Sie beobachten. Von "Bis Sonntagabend korrigiere ich jeden Abend zehn Klausuren." bis "Nächste Woche setze ich zweimal bewusst neue Medien im Unterricht ein." sind Sie völlig frei in Ihrer Auswahl. Bleiben Sie aber unbedingt realistisch und definieren Sie Ihre Ziele so, dass Sie sie motivieren und keinen negativen Druck erzeugen.

3. Bitten Sie Ihre Schüler um Feedback.

Die wenigsten Schüler werden es Ihnen von sich aus sagen, wenn ihnen die Stunde besonders gut gefallen hat und die meisten trauen sich auch nicht, Sie offen zu kritisieren. Machen Sie es den Schülern und sich selbst ganz leicht, indem Sie sie um Rückmeldung bitten und das Feedback sinnvoll lenken. Statt zu fragen "Wie findet ihr mich denn als Lehrer?" fragen Sie beispielsweise "Was hat euch an der Stunde heute besonders gefallen?" und "Was war für euch vielleicht schwierig zu verstehen?".

4. Auch bei Eltern, mit denen Sie in gutem Kontakt stehen, können Sie Feedback einholen.

Am besten stellen Sie auch hier konkrete Fragen und lenken die Rückmeldungen von Anfang an in konstruktive Bahnen. Vermeiden Sie es aber, die Eltern über Ihre Kinder "auszuhorchen". Fragen wie "Was erzählt Lukas denn so zu Hause über den Unterricht?" sind natürlich tabu.

5. Ordnen Sie die Rückmeldungen, die Sie bekommen, immer zuerst sachlich ein.

Wer andere um Feedback bittet, muss natürlich auch damit rechnen, etwas wenig Schmeichelhaftes zu hören zu bekommen. Unverzichtbar darum: Machen Sie sich bewusst, dass Sie selbst immer noch der Herrscher über Ihr Gefühlsleben sind. Sie dürfen und sollen erbetenes Feedback prüfen, einordnen und filtern. Sie müssen sich längst nicht alles zu Herzen nehmen, sondern dürfen durchaus selektieren und für sich entscheiden, sich von einer Kritik nichts anzunehmen. Dieses Bewusstsein stärkt Sie und macht es Ihnen leichter, andere nach ihren Einschätzungen zu fragen.

6. Sprechen Sie doch einmal die Kollegen an, die Sie am längsten kennen.

Bitten Sie sie, sich daran zu erinnern, wie Sie sie damals wahrgenommen haben und fragen Sie sie, wie Sie sich in ihren Augen entwickelt haben. Die Antworten werden Sie erstaunen und Ihnen deutlich vor Augen führen, welche Weiterentwicklung Sie hinter sich haben.

7. Kollegen, denen Sie vertrauen, können Sie um einen weiteren Gefallen bitten: Nutzen Sie die Möglichkeit, einen Kollegen in Ihrem Unterricht hospitieren zu lassen.

Sie können konkrete Beobachtungsaufträge geben. Oder Sie bitten den Kollegen ganz allgemein, zu notieren, was ihm positiv auffällt und welchen Rat bzw. welche Verbesserungsimpulse er für Sie hätte.
Mit den Unterrichtsbesuchen aus Ihrer Referendariatszeit hat das Ganze übrigens nichts gemein: Die Hospitation durch einen netten Kollegen ist keine "Prüfung", sondern ein konstruktives Feedback auf Augenhöhe.

8. Führen Sie ein Glücksglas oder ein Glückstagebuch, in dem Sie besonders motivierende Erlebnisse und Rückmeldungen festhalten.

Sie treffen einen früheren Schüler, der sich immer noch gerne an den Unterricht bei Ihnen erinnert? Notieren Sie sich diese schöne Erinnerung und werfen Sie den Zettel in Ihr Glücksglas. Wenn sich Ihre Arbeit dann mal wieder wie ein "Stochern im Nebel" anfühlt, ziehen Sie einen Zettel (oder mehrere) heraus und lesen schwarz auf weiß nach, dass Ihre Arbeit sehr wohl wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

9. Versuchen Sie außerdem, die Entwicklung Ihrer Schüler weiterzuverfolgen, auch wenn Sie sie nicht mehr unterrichten.

Zu sehen, was aus Ihren ehemaligen Schülern geworden ist, und sich bewusst zu machen, dass Sie einen wichtigen Teil dazu beigetragen haben, ist quasi eine Art von indirektem Feedback und darf Sie durchaus stolz machen.

10. Letzter Impuls: Fragen Sie doch einmal die Menschen, die Sie am besten kennen – nämlich Ihre Freunde.

Über was haben Sie in letzter Zeit in Zusammenhang mit Ihrem Job oft geschimpft? Womit hatten Sie zu kämpfen? Was haben Sie alles gemeistert? Was hat sich verbessert? Und wann haben Sie glücklich von Ihrer Arbeit berichtet? Sie werden erstaunt sein, wie gut Ihre Freunde Sie als Lehrer einschätzen können und welche Entwicklungen und Erfolge sie registriert haben, die Sie übersehen oder ganz vergessen haben.

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