Selbstkompetenz / Gesundheit / 24.08.2020

Achtsamkeit im Lehreralltag: Zehn einfache Ideen

Entspannt und souverän Lehrer sein

Kurze Achtsamkeitsübungen sind ideal, um den Schulalltag bewusster zu gestalten. Statt wie ferngesteuert durch die Stunden zu hetzen, erleben und steuern Sie die Dinge souverän. Zehn schnelle Impulse haben wir für Sie zusammengestellt – als unkompliziertes Achtsamkeitstraining für jeden Tag.

Achtsamkeit trainieren: Es geht ganz leicht!

Wie sehr Sie von einem achtsameren (Arbeits-)Leben profitieren, haben wir Ihnen schon in diesem Artikel verraten.(Falls Sie den bisher nur auf Ihre Leseliste gesetzt haben sollten, legen wir Ihnen die Lektüre an dieser Stelle ganz bewusst ans Herz. Wir versprechen Ihnen auch: Wir haben keine weiteren Achtsamkeitswortspiele eingebaut.)

Für alle, die schon im Bilde sind, oder einfach sofort loslegen wollen, kommt hier die passende Ergänzung: Zehn kleine Achtsamkeitsimpulse, die sich garantiert auch in Ihrem Lehreralltag spielend leicht umsetzen lassen. Dabei ist es ganz gleich, ob Sie sich nur eine Übung herausgreifen oder gleich mehrere ausprobieren – Hauptsache, Sie fangen an. Die positiven Effekte werden Sie sofort spüren.

Versuchen Sie einmal, Ihr Pausenbrot (oder Ihr Müsli oder Ihren Salat)  ganz bewusst zu schmecken. Statt das Mitgebrachte zwischen Tür und Angel zu verschlingen, nehmen Sie sich die paar Minuten, um tatsächlich achtsam zu essen. Welche Gewürze oder andere Zutaten schmecken Sie heraus? Welche Aromen fallen Ihnen besonders auf? Wie ist die Konsistenz? Kauen Sie langsam und nehmen Sie beispielsweise den weichen Brotteig im Kontrast zur knusprigen, salzigen Kruste wahr.

Achten Sie auf die vielen unterschiedlichen Farben und Formen im Klassenraum. Ob Sie nun auf  Gegenstände oder auf die Kleidung Ihrer Schüler schauen: Sehen Sie sich die Fülle an Farben und Formen in Ruhe ganz gezielt an.

„Malen“ Sie das nächste Tafelbild mit besonders viel Bedacht auf. Planen Sie ein kleines bisschen Extrazeit ein und bauen Sie das Tafelbild ganz bewusst auf. Sie können langsam schreiben und jeden Strich, Bogen und Kringel aufmerksam beobachten, auf das Gefühl der Kreide in Ihrer Hand achten oder sich auf die Bewegung Ihres Arms konzentrieren.

Nehmen Sie doch mal eine Nase: Konzentrieren Sie sich auf die Gerüche in Ihrer Umgebung. Vom Duft Ihres mitgebrachten grünen Apfels bis zum Parfüm Ihrer Kollegin schnuppern Sie einmal besonders aufmerksam.

Statt mit einem Schüler zu sprechen, während Sie nebenbei das Klassenbuch ausfüllen und in Ihrer Tasche kramen, nehmen Sie die Gesprächssituation bewusst wahr. Nehmen Sie gezielt Blickkontakt auf und widmen Sie Ihrem Gesprächspartner Ihre ganze Aufmerksamkeit – Achtsamkeit statt abgelenktem Multitasking also.

Achten Sie einmal gezielt auf Ihre Gedanken. Was geht Ihnen beispielsweise auf dem Heimweg durch den Kopf? Denken Sie schon daran, was Sie noch einkaufen oder erledigen müssen? Stellen Sie sich diese Gedanken als Autos auf einer Autobahn vor. Lassen Sie sie vorbeifahren – und dann konzentrieren Sie sich ganz auf das Hier und Jetzt. Fokussieren Sie sich darauf, wie sich das Lenkrad in Ihren Händen anfühlt oder konzentrieren sich ganz auf das Ruckeln der Bahn. 

Halten Sie einmal inne und reflektieren Sie: Wie nehmen Sie die Unterrichtssituation gerade wahr? Ist es laut und unruhig oder konzentriert und produktiv? Welches Feedback würden Sie Ihren Schülern geben oder welches Lob aussprechen? Kommen Sie kurz heraus aus dem „Unterrichtssprint“ und betrachten Sie die Unterrichtssituation bewusst.

Machen Sie sich zum abendlichen Korrigieren oder Vorbereiten eine Tasse duftenden Tee. Nehmen Sie sie in die Hand, spüren Sie bewusst die Wärme, betrachten Sie den Dampf und riechen Sie. Die ersten fünf Schlucke nehmen Sie ganz langsam und aufmerksam, um alles gezielt zu schmecken. Erst danach legen Sie mit Ihrer Arbeit los.

Wenn Sie Arbeiten korrigieren, wählen Sie Ihre Worte ganz bewusst. Statt wie auf Autopilot Standardformulierung herunterzuschreiben, überlegen Sie genau, was Sie sagen wollen und schreiben es langsam und achtsam auf. Haben Sie keine Zeit, das bei allen Arbeiten so zu machen, setzen Sie sich als Ziel mindestens drei Stück.

Nicht nur beim Yoga ist die wichtigste Regel: Niemals das Atmen vergessen. Im Eifer des Gefechts wird die Atmung dann aber doch immer wieder schnell und flach oder wir halten sogar angespannt die Luft an. Nehmen Sie sich immer wieder einige Sekunden, um Ihren Atem gezielt zu beobachten. Atmen Sie in den Bauch und nehmen Sie wahr, wie sich Brust und Bauch heben und senken. Wer mag horcht noch etwas tiefer in sich hinein und achtet darauf, wie sich Ein- und Ausatmen an welcher Stelle anfühlen.

Zum Weiterlesen: Achtsamkeitsübungen für die Klasse
Wenn Sie jetzt denken „Das wäre doch auch mal was für meine Schüler!“, können Sie hier direkt weiterlesen. Im abschließenden Artikel unserer kleinen Themenserie finden Sie zehn unkomplizierte Achtsamkeitsübungen für Ihre Klasse(n).

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