Referendariat / 14.12.2018

Der perfekte Start ins Referendariat

Was man im Vorhinein dafür tun kann 

"Das Referendariat ist wirklich eine harte Zeit. Aber es lohnt sich, sie durchzustehen", schreibt der Oldenburger Erziehungswissenschaftler Hilbert Meyer. Damit diese 'harte Zeit' gar nicht so unangenehm wird, wie es in diesem Satz klingen mag, ist eines ganz entscheidend: eine gute Vorbereitung. Diese einfachen Tipps helfen Ihnen bei den ersten Schritten in den neuen Lebensabschnitt.

Bild: Shutterstock.com/Aksonsat Uanthoeng

1. Was kommt auf mich zu? 

Zwar sollte man sich nicht verrückt machen lassen, aber ein paar Gedanken, wie das eigene Leben in den nächsten Monaten aussehen wird, sind schon empfehlenswert. Was wird sich gegenüber der Rolle als Studentin/Student ändern, was geschieht im Ausbildungsseminar, wie sieht der Schulalltag als angehender Lehrer aus? Viel stärker als im Studium gibt es jetzt zum Beispiel feste Strukturen – sowohl in der Schule als auch im Ausbildungsseminar. Dazu kommt die Doppelrolle als Lernender und Lehrender, in die sich viele erst einmal hineindenken müssen. Referendare sitzen in dieser zweiten Ausbildungsphase in mehrfacher Weise zwischen den Stühlen. Im Seminar sind sie Auszubildende und werden dort beraten und betreut, aber auch bewertet. An der Schule sind sie Lehrkräfte mit voller Verantwortung für ihren eigenen Unterricht, andererseits aber sind sie von den Ausbildungslehrkräften und Ausbildungsbeauftragten abhängig. Auch von ihnen werden sie beraten und bewertet. Referendare, die die ersten Hürden bereits genommen haben oder Junglehrer, die diese Zeit gerade hinter sich haben, können jetzt gute Ratgeber sein. Außerdem lohnt sich auch ein Blick in spezielle Foren (wie etwa www.referendar.de) oder der Griff zur Ratgeberlektüre. Nicht verkehrt ist es auch, die Homepage Ihrer Ausbildungsschule zu erforschen. Häufig sind dort die Lehrkräfte mit Foto abgebildet und Sie können sich bereits vorher die Namen Ihrer zukünftigen Kolleginnen und Kollegen merken. Durch weitere Informationen wie Schulprogramm oder Berichte aus vergangenen Schuljahren können Sie sich außerdem vorab mit den Besonderheiten Ihrer Ausbildungsschule vertraut machen.

2. Bildungspläne sichten

Wer sich frühzeitig - möglichst bereits während des Studiums, spätestens aber in der Zeit zwischen Studium und Referendariat - mit Bildungsplänen auseinandersetzt, bekommt ein Gespür dafür, welche Inhalte für die Schule relevant sind. Zwar haben Sie sich während des Studiums Expertenwissen angeeignet. Das muss aber mit dem, was in den Bildungsplänen steht, abgeglichen, vertieft und aktualisiert werden. Und für Ihre spätere Unterrichtsvorbereitung sind Kenntnisse über die in den Bildungsplänen aufgeführten Themengebiete äußerst hilfreich. 

3. Ausbildungs- und Prüfordnungen kennen

In welche Phasen ist das Referendariat aufgeteilt? Welche Fristen und Termine gilt es zu beachten? Wie viele Unterrichtsstunden sind verpflichtend? Welche Rolle spielen Unterrichtsbesuche? Gut ist es, sich vor der Ausbildung um Antworten auf all diese Fragen zu kümmern. Und das ist ganz einfach, denn die stehen in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen. Darüber hinaus bieten die Landesbildungsserver oder die Seminare auf ihren Homepages meist gut verständliche Zusammenfassungen dieser Vorgaben. 

4. Strukturiert sein

Chaos kann kreativ sein, hilft aber in einer Ausbildungssituation nicht unbedingt weiter. Eine gute Organisation von Anfang an hingegen zahlt sich aus. Dazu gehört unter anderem ein Terminkalender, in den alle für das Referendariat wichtigen Termine eingetragen werden. Auch eine rechtzeitige und sinnvolle Strukturierung der digitalen Elemente lohnt sich - mit aussagekräftigen Titel der Ordner und Unterordner. Wann die ersten Unterrichtsbesuche stattfinden werden, ist zwar vor dem Referendariat noch unbekannt, aber man sollte sich vornehmen, die Unterrichtsbesuche weit im Voraus zu planen und mit den Vorbereitungen frühzeitig zu beginnen. Denn wenn man darauf wartet, dass sich irgendwann in der Klasse ein Unterrichtsbesuch anbietet, wird es meistens ziemlich eng.

5. Das Auftreten gestalten

Auch wenn es etwas altbacken klingen mag: Als Referendar beziehungsweise Lehrer haben Sie Vorbildfunktion. Und das bezieht sich selbst auf ganz Alltägliches. Etwa auf Ihre Pünktlichkeit und Ordnung. Auch an Regeln, die Sie für die Klasse festgelegt haben, sollten Sie sich selbst halten. Und schließlich müssen auch Sie – wie Ihre Schüler – die eigenen Hausaufgaben erledigen: Ihre Stunden gut vorbereiten. Dann gibt es noch ein weiteres Detail: Ihre äußere Erscheinung. Generationen von Schülern haben sich über das Outfit ihrer Lehrer lustig gemacht – und tun es heute noch. Das heißt nicht, dass Sie am besten als graue Maus erscheinen, aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, ob zum Beispiel Piercings, Motto-T-Shirts oder Jogginghose wirklich geeignete Utensilien sind. Ein gepflegtes Äußeres und ein eigener Stil hingegen (ohne die erwähnten Piercings, Jogginghose oder Motto-T-Shirts) verschaffen Ihnen Anerkennung.

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