Referendariat / 25.06.2018

Fünf Ideen zum Unterrichtseinstieg in der Grundschule

Den Unterricht richtig beginnen

Es lohnt sich, ein paar Minuten in einen bewussten, klug gewählten Einstieg zu investieren. Welche Möglichkeiten es gibt und was sie bewirken, lesen Sie hier. Außerdem liefern wir Ihnen 5 Ideen für motivierende Einstiege – lassen Sie sich inspirieren!

Bild: stock.adobe.com/PhotoSG

Unterrichtseinstiege: viel ungenutztes Potenzial

Hand aufs Herz: Planen Sie Ihre Unterrichtseinstiege wirklich bewusst und sorgfältig oder fangen Sie auch mal "einfach so" an? Achten Sie tatsächlich auf Abwechslung, Methodenvielfalt und Zweckmäßigkeit oder bleibt es doch meistens bei der gleichen Methode? Natürlich wissen Sie, dass der Einstieg die Weichen für den weiteren Verlauf des Unterrichts stellt und damit eine wichtige Basis für den Erfolg der Stunde sein kann. 
In der Praxis geht der Unterrichtseinstieg trotzdem häufig unter – oder Sie greifen überwiegend auf die gleiche verlässliche und liebgewonnene Methode zurück. 

Die folgenden Ideen sind vor allem als frische Impulse und unkomplizierte Inspirationen gedacht. Alle Anregungen sind dabei dem Ratgeber "77 motivierende Unterrichtseinstiege für die Grundschule" von Alexandra Ferrarÿ entnommen (Verlag an der Ruhr, ISBN 978-3-8346-2428-4). Natürlich können Sie jede Idee auch noch für Ihre Zwecke anpassen oder erweitern. Investieren Sie ein paar Minuten in einen sinnvoll und bewusst gewählten Einstieg. Sie werden es nicht bereuen!

Vielfältige Möglichkeiten

Im Laufe der Zeit verlieren wir manchmal aus den Augen, dass es eine wahre Fülle unterschiedlicher Einstiegsmöglichkeiten gibt. Es gibt … 

  • … Stundeneröffnungsrituale,
  • stoffliche "Aufwärmübungen",
  • informierende Einstiege,
  • spielerische Einstiege,
  • problemorientierte Einstiege,
  • objektorientierte Einstiege,
  • kooperative Einstiege,
  • assoziative Einstiege,
  • kreative Einstiege.

Je nach Bedarf können Sie die Schüler damit disziplinieren und für Ruhe sorgen, die Konzentrationsfähigkeit und -bereitschaft fördern, Fragen aufwerfen, die Neugier der Schüler und/oder ihr Interesse an einem Thema wecken, sie über das informieren, was sie erwartet, Vorkenntnisse beziehungsweise -erfahrungen aktivieren, Neues und Bekanntes verknüpfen oder die Schüler involvieren, indem Sie sie mitplanen und mitbestimmen lassen.

Problemorientierter Einstieg: Verfremden

Verfremdungen eignen sich als Unterrichtseinstiege, wenn die Schüler generell schon eine Vorstellung vom Unterrichtsgegenstand haben. Sie erwarten etwas Vertrautes, Bekanntes – und werden dann von Ihnen überrascht. So hinterfragen die Kinder gleichzeitig ihre eigenen Meinungen und Einstellungen. 

Zur Verfremdung werden häufig Texte oder Bilder eingesetzt. Beim Thema "Ich und andere" können Sie die Schüler beispielsweise einen Text lesen lassen, in dem die Jungen mit Puppen spielen, während die Mädchen lieber Fußball spielen. Das bringt die Schüler sicherlich erst einmal zum Lachen, dann aber auch zum Nachdenken. Gemeinsam können Sie schließlich über Rollenbilder und -verhalten sprechen.

Spielerischer Einstieg: Fußballquiz

Mit diesem Einstieg begeistern Sie nicht nur die Jungen; er eignet sich gut zum stofflichen Aufwärmen und um spielerisch Vorkenntnisse abzuklopfen. Zur Vorbereitung basteln Sie sich einen magnetischen Fußball, indem Sie die Zeichnung eines Fußballs ausreichend groß kopieren, laminieren und mit Magnetfolie versehen. 

Im Unterricht teilen Sie die Klasse in zwei Mannschaften, zum Beispiel "1. FC Wand" und "1. FC Fenster". Sie zeichnen einen Anstoßpunkt in die Mitte der Tafel, zwei Tore an die Seiten und zwischen Tor und Anstoßpunkt jeweils noch zwei weitere Punkte. 

Zum Start heften Sie den Fußball in die Mitte auf den Anstoßpunkt. Stellen Sie dann ihre erste Quizfrage, idealerweise ist sie knapp mit ein bis zwei Wörtern zu beantworten. Das Team, das zuerst richtig antwortet, hat damit praktisch einen ersten Schuss aufs gegnerische Tor vollzogen und der Ball wandert auf den nächstgelegenen Punkt. Bei der nächsten Frage kann der Ball nun also entweder zurück zum Anstoßpunkt wandern oder auf den Punkt, der nur noch einen Schuss beziehungsweise eine Frage vom Tor entfernt ist. Das erste Tor fällt somit frühestens nach drei Fragen, bei ausgeglichener Zusammensetzung der Mannschaften geht es aber meist erst einmal munter hin und her.

Objektorientierte Einstiege: Angebotstisch und Ideenkiste

Ein Angebotstisch ist eine gute Möglichkeit, die Schüler über ein neues Thema zu informieren oder ihnen anschauliche Denkanstöße zu bestimmten Teilaspekten zu geben. Dazu richten Sie entweder einen Tisch oder einen Raumteil passend zum Thema her – mit Objekten, Artikeln oder Bildern. Zum Thema Märchen können beispielsweise Dinge auf dem Angebotstisch ausgelegt werden, die symbolisch für verschiedene bekannte Märchen stehen: ein gläserner Schuh, ein Spiegel, eine goldene Kugel … Die Objekte können Sie entweder selbst mitbringen und die Kinder so überraschen – oder Sie involvieren die Schüler und aktivieren ihr Vorwissen, indem Sie sie entsprechende Gegenstände mitbringen lassen. 

Die Ideenkiste ist sozusagen artverwandt, ist aber weniger zum Themenüberblick gedacht: Sie soll zum Forschen und Weiterdenken animieren. Befüllen Sie dafür eine Kiste oder einen Karton mit Ideen-Zetteln, Vorlagen, Aufgaben und Werkzeugen, die zum Forschen einladen. Vielleicht haben Sie Karteikarten mit kurzen Experimenten, Stolpertexte oder mathematische Herausforderungen. Als Werkzeuge eignen sich zum Beispiel Lupen, Magnete, ein Fernglas oder ein Maßband. Wenn Sie die Ideenkiste wirklich nur zum Unterrichtseinstieg nutzen wollen, können Sie sie mit Dingen füllen, anhand derer die Schüler das neue Thema erraten können. Im Stuhlkreis lassen Sie dann die Kiste herumgehen und die Kinder dürfen ihre gespannten Vermutungen äußern.

Assoziativer Einstieg: Comiczeichnen

Speziell bei Themen, bei denen sich die Schüler nicht gleich trauen, ihre Meinungen oder Fragen mit der Klasse zu teilen, eignet sich dieser Einstieg. Die Kinder können ihre Ansichten schriftlich und in Bildform durch eine fiktive dritte Person zum Ausdruck bringen. Beim Zeichnen beschäftigen sie sich außerdem mit dem entsprechenden Thema. 

Wenn Sie das Comiczeichnen zum ersten Mal einsetzen, fällt es den Schülern meist leichter, wenn Sie ihnen Blätter mit vorgefertigten Figuren und leeren Sprechblasen austeilen. So bleibt zudem der Zeitaufwand geringer und auch "schlechte" Zeichner bleiben motiviert. Nennen Sie nach dem Verteilen der Blätter das Thema und lassen Sie die Schüler dann das in die Sprechblasen schreiben, was sie am meisten interessiert. Was sollte unbedingt behandelt werden? Besprechen Sie die Bilder schließlich gemeinsam in der Gruppe.

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