Referendariat / 22.06.2018

Neu an der Schule: So klappt der Einstieg!

Basics für Junglehrer

Als Junglehrer an einer neuen Schule zu starten, ist ganz schön aufregend: Da gibt es ein neues Gebäude, viele neue Gesichter und Kollegen, die schon eine Gemeinschaft sind. Wie Sie sich schnell zurechtfinden und bei den neuen Kollegen gut ankommen, erklären wir Ihnen hier.

Bild: Fotolia/contrastwerkstatt

Der Start an einer neuen Schule: ungewohnt und aufregend

Ihnen steht Ihr erster Tag an einer völlig neuen Schule bevor? Herzlichen Glückwunsch – und willkommen in einer aufregenden Zeit! Denn ganz gleich, ob als Junglehrer oder als Referendar: Der Start an einer Schule ist immer eine neue, ungewohnte Situation. Mit ein paar bewährten Tipps finden Sie sich aber schnell zurecht.

Machen Sie sich vorab ein Bild

Grundsätzlich gilt: Je besser Sie sich auf Ihren Start an der neuen Schule einstellen, desto entspannter funktioniert der Einstieg. Manches können Sie vorab gar nicht planen oder auf dem Schirm haben, vieles können Sie jedoch schon frühzeitig für sich klären. Informieren Sie sich nach Möglichkeit vorab über Ihre neue Schule. Besuchen Sie die schuleigene Website, durchforsten Sie Presse und Zeitschriften, lassen Sie sich Broschüren geben und hören Sie sich um. Statten Sie der Schule vor Ihrem ersten Tag einen Besuch ab: Sie können sich einen ersten Eindruck verschaffen und auch gleichzeitig Ihren Arbeitsweg testen und den Weg zum Lehrerzimmer suchen. So sind Sie am "Tag der Tage" deutlich weniger aufgeregt.

Die wichtigsten Informationen, die Sie im Vorfeld einholen sollten:

  • Das Profil der Schule, inklusive der (außer-)schulischen Angebote
  • Die Zahl der Lehrer und die der Schüler
  • Die pädagogischen Schwerpunkte, also das Leitbild beziehungsweise die Schulprogrammarbeit
  • Das Einzugsgebiet und das soziale Umfeld Ihrer neuen Schule

Ratsam ist auch, dass Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Termine und Veranstaltungen über das Schuljahr verteilt anstehen und welche Fristen Sie im Hinterkopf behalten müssen (etwa für die Warnungen bei gefährdeter Versetzung). Solche Termine und Veranstaltungen sind klassischerweise die Einschulungen, Infotage, Beratungs- und Fachkonferenzen, Weihnachtskonzert, -markt und -ferien, Halbjahreskonferenzen, Elternsprechtage, Projektwochen, Theateraufführungen, Musikabende, Schülerverabschiedungen, Sportfeste, Sommerfeste, Zeugniskonferenzen und schließlich die Verabschiedungen.

Lernen Sie Ihre Kollegen kennen

Das "Personal" prägt eine Schule entscheidend, die Akteure Ihrer neuen Arbeitsstätte sollten Sie also unbedingt kennenlernen. Hier gilt wie überall sonst auch: Mit manchen Menschen muss man sich arrangieren, bei anderen stimmt auf Anhieb die Chemie. Mit etwas Glück fühlen Sie sich sofort willkommen. Wenn das Kennenlernen etwas holpriger verläuft, ist es aber auch kein Grund zur Panik. 

Mit der Schulleitung sollten Sie sich natürlich gut stellen. Das schließt sowohl den Schulleiter selbst, als auch den Stellvertreter und gegebenenfalls Koordinatoren oder andere Kollegen der "erweiterten Schulleitung" mit ein. Versuchen Sie, schnellstmöglich in Erfahrung zu bringen, wer für was zuständig ist. An wen müssen Sie sich zum Beispiel wenden, wenn es um pädagogische Fragen geht? Wer ist der Ansprechpartner für das Organisatorische? Wen sprechen Sie bei disziplinarischen Problemen und Verstößen gegen Schulordnung und Schulgesetz an? Wer entscheidet über Stundenverteilung und Stundenplan? Und schließlich: Wer kümmert sich um den Schuletat?

Nicht vergessen: Die guten Seelen Ihrer neuen Schule

Wenn Sie sich mit Ihren Kollegen gut stellen, vergessen Sie auf keinen Fall die Sekretärin(-nen) und den Hausmeister. Mit diesen "guten Seelen des Schulbetriebs" werden Sie immer wieder viel zu tun haben – sorgen Sie also dafür, dass Sie ihnen entgegenkommen und ihnen die nötige Anerkennung entgegen bringen. Für den Hausmeister bedeutet das Folgendes:

  • Sagen Sie immer rechtzeitig Bescheid, wenn Sie zum Beispiel einen Elternabend planen.
  • Legen Sie Abendtermine auf keinen Fall auf den traditionell "freien Abend" des Hausmeisters und meiden Sie generell auch die Freitagabende.
  • Halten Sie die Klasse sauber und ordentlich. Am besten verlassen Sie sie als Letzter.
  • Schließen Sie alle Fenster.
  • Achten Sie auf die Mülltrennung.
  • Schüler mit besonderem Bewegungs- oder Beschäftigungsdrang können Sie durchaus auch dazu einteilen, dem Hausmeister zur Hand zu gehen – zum Beispiel bei der Schulhofreinigung.
  • Kaugummis unter dem Tisch können die Schüler sehr gut selbst mit einem Spachtel entfernen.
  • Neuen Klassen sollten Sie den Hausmeister vorstellen. Wenn er möchte kann er den Schülern dabei direkt noch einige Hinweise mit auf den Weg geben.


Auch bei der Sekretärin gilt: Denken Sie mit und kommen Sie ihr entgegen, wo es Ihnen möglich ist. Aufwendige Wünsche müssen Sie nicht in der großen Pause loswerden, um dann 10 Minuten später die Erledigung zu erwarten. Zensurenlisten oder anderen "Papierkram" geben Sie immer rechtzeitig ab. Und hin und wieder kann auch ein kleines Präsent in Schokoladenform absolut angemessen sein.

Ins Lehrerkollegium hineinwachsen

Besonders wichtig ist natürlich die Beziehung zu Ihren Lehrerkollegen. Die Kooperation ist für Sie und letztlich auch für Ihre Schüler Gold wert. So können Sie beispielsweise auf erprobte Materialien zurückgreifen und sich Tipps von den erfahrenen Kollegen holen (zu "ungeschriebenen Gesetzen" an Ihrer neuen Schule, aber auch generell für Ihren Unterricht).

Natürlich werden Sie kaum vom ersten Tag an überall fix integriert sein: In jedem Kollegium gibt es Grüppchen und je kleiner diese sind und je länger sie schon bestehen, desto schwieriger wird es für Sie, hineinzukommen. Ein guter Ansatz können Aktivitäten außerhalb des normalen Schulalltags sein: Gibt es Literaturkreise, Sportgruppen, einen Chor oder ein Orchester, in dem die Kollegen ihre Freizeit gemeinsam verbringen? Dann engagieren Sie sich dort – so lernen Sie die Kollegen ganz ungezwungen von einer anderen Seite kennen.

Im Schulalltag kann die Kooperation mit den Kollegen dann beispielsweise so aussehen, dass Sie Unterrichtsinhalte in Parallelklassen miteinander abstimmen, sich regelmäßig über Probleme austauschen oder sogar gemeinsam Unterrichtseinheiten durchführen. Vielleicht bieten sich auch gegenseitige Hospitationen mit anschließendem Austausch an. Was in diesem Zusammenhang üblich ist, variiert je nach Kollegium; manchmal müssen Sie die Initiative ergreifen. Stellen Sie gelungene Arbeitsblätter zum Beispiel auch den Kollegen zur Verfügung. Sie können Ihre Kopiervorlage auch einfach dem Lehrertisch oder neben dem Kopierer liegen lassen – oft werden die Kollegen neugierig und erkundigen sich, ob Sie die Vorlage nutzen dürfen. Das kann der Beginn einer guten Kooperation sein. 

Überstürzen Sie nichts und haben Sie Geduld mit sich und den anderen. In Ihren neuen Job müssen Sie schließlich erst hineinwachsen – und auch ins Kollegium.

Fortbildungstipps

Kollegiale Fallberatung
Im Laufe Ihrer beruflichen Praxis kommen Sie und Ihr Kollegium immer wieder in Situationen, die Sie im Nachhinein als irritierend und unbefriedigend empfinden: schwierige Schüler, schwierige Unterrichtssituationen, wachsende externe Anforderungen an Schule, Probleme im Kollegium oder mit Eltern, etc.
 

Durch bewusste Praxis zu mehr Präsenz
Sie sprechen und präsentieren tagtäglich vor Ihren SchülerInnen und haben Strategien und Routine entwickelt, souverän aufzutreten und Ihre Inhalte zu vermitteln. Dennoch bleiben immer wieder Fragen offen oder stellen sich neu: Wie wirke ich? Was tue ich unbewusst? Wie schaffe ich ein gutes Klima vor der Klasse? 
 

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