Unterricht gestalten / 22.06.2018

Medienbildung in der Schule

Konzepte, Strategien und Herausforderungen

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt auf, die wesentlich durch Medien bzw. Medienangebote geprägt ist. Viele Alltagsroutinen basieren auf Medien, berufliche Produktions- und Kommunikationsprozesse sind ohne Medien nicht mehr denkbar und viele Vorstellungen über die Welt werden über mittelbare – medienbeeinflusste – Erfahrungen erworben. Entsprechend wächst der Druck auf Schule: Im Sinne einer Allgemeinbildung sollen Schülerinnen und Schüler auf eine Begegnung mit einer mediendurchdrungenen Welt vorbereitet und mit Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien vertraut gemacht werden.

Bild: stock.adobe.com/Rawpixel.com

Gesellschaftliche Anforderungen

Diese gesellschaftlichen Anforderungen schlagen sich auch in entsprechenden übergreifenden bildungspolitischen Empfehlungen nieder. So heißt es im Beschluss der Kultusministerkonferenz zur »Medienbildung in der Schule«, dass Medienkompetenz nicht nur die traditionellen Kulturtechniken ergänze, sondern darüber hinaus »in nahezu allen Bereichen allgemeiner und beruflicher Bildung inzwischen als unverzichtbare Schlüsselqualifikation « gelte (KMK 2012, 4).

Medienbegriff

Medien haben – dem Alltagssprachgebrauch folgend – einen vermittelnden Charakter, so dass man alle Erfahrungsformen, über die wir mit unserer Umwelt in Kontakt treten – reale Begegnungsformen, modellhafte, abbildhafte und symbolische Formen –, als Medien bezeichnen könnte. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es jedoch sinnvoll, den Medienbegriff auf technisch vermittelte Erfahrungsformen (abbildhafte und symbolische) zu beschränken. Zugleich bedeutet dies, dass der Medienbegriff sowohl die technischen Geräte bzw. Einrichtungen zur Übertragung, Speicherung, Wiedergabe oder Verarbeitung von Zeichen als auch die dazugehörigen Materialien bzw. die Software sowie deren funktionales Zusammenwirken bei der Kommunikation umfasst. Beispiele für Medien in diesem Verständnis sind Buch, Zeitung und Zeitschriften, Film und Fernsehen, Radio und andere Tonmedien, Video und weitere Bildmedien sowie Computer bzw. computerbasierte (digitale) Medien wie Handys, Tablet-Computer usw. 

Mit Bezug auf den Unterricht sind aus der Sicht der Lehrperson zwei Anwendungsfälle zu unterscheiden:

  1. Zum einen können Medien eingesetzt werden, um spezifische Ziele zu erreichen – z. B. die Verwendung eines interaktiven Whiteboards zur Erarbeitung und Speicherung eines text- und bildbasierten Tafelbildes oder die Nutzung von Software zur Aufnahme eines Hörspiels.
  2. Zum anderen können Medien nicht nur Mittel, sondern auch Gegenstand des Unterrichts werden, z.B. wenn Schülerinnen und Schüler sich mit Fragen des Datenschutzes auf social-network-Plattformen auseinandersetzen oder wenn sie die Besonderheiten von Tageszeitungen im Internet analysieren.


Im ersten Fall handelt es sich um mediendidaktische Fragen, im zweiten Fall um medienerzieherische. Im Hinblick auf Kinder und Jugendliche geht es darum, ihnen Möglichkeiten zu bieten, Kompetenzen im sachgerechten, selbstbestimmten, kreativen und sozial verantwortlichen Umgang mit Medien zu erwerben. Dies wird häufig mit dem Begriff der Medienkompetenz oder der Medienbildung umschrieben.

Fortbildungstipps

Digitale Medien im Unterricht
Beim Lernen können mobile Endgeräte praktische Begleiter sein – auch in der Schule. Die rasante Verbreitung von Tablets, Notebooks und Smartphones bietet neue Chancen, sich Bildungsinhalte anzueignen und sich miteinander auszutauschen.
 

Digitale Medien: Individuelle Strategieansätze für Ihre Schule
Viele Lehrkräfte setzen individuell ihre privaten Tablets und Smartphones zur Unterrichtsvorbereitung und – gestaltung aber auch zur Kommunikation u.a. mit Schülerinnen und Schülern ein. Oft fehlt dabei eine systematische Medienerziehung an den Schulen. Die Schülerschaft, Eltern und Lehrkräfte fordern schon lang eine stärkere Verankerung der Entwicklung von Medienkompetenzen an Schulen. Auch die Kultusministerkonferenz hat das Thema jetzt in den Fokus genommen, so dass Schulen Strategien für digitale Medien entwickeln. 
 

Schlagworte:

Unterricht gestaltenMedienkompetenz
14.03.2019
Besser unterrichten mit Videos
Auswahl, Einsatz und Eigenproduktion
Videos bereichern den Unterricht. Mit ihnen lassen sich viele Lerninhalte anschaulich und nachhaltig vermitteln. Und: Viele Schüler fühlen sich durch ein Medium motiviert, das sie auch in ihrer Freizeit nutzen. Also nichts wie ran an die Videos? Auf jeden Fall! Aber an welche?... Weiterlesen
01.03.2019
{Klexer} Medienkompetenz erwerben in allen Fächern
Wie Grundschulkinder Fotos und Filme produzieren und die Medien reflektieren
Die Digitalisierung des Alltags schreitet immer weiter voran. Dies stellt Lehrkräfte vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Doch der Einsatz digitaler Medien bietet auch viele Chancen, Unterricht kreativ zu gestalten. Bei der Produktion von Fotos und Filmen werden Grundschulkinder selbst kreativ u... Weiterlesen
13.02.2019
Belohnungssysteme im Unterricht
Was bringen Smilies, Sticker und Stempel?
Ein Fleißsternchen für die Hausaufgaben, ein Smiley für die gelöste Rechenaufgabe und ein Sticker für die gute Mitarbeit: Wie sinnvoll sind eigentlich Belohnungssysteme? Wann unterstützen sie das Lernen, wann fördern sie erwünschtes Verhalten oder sorgen sogar für mehr eigene Motivation? Und wann be... Weiterlesen
06.02.2019
{First Steps} Mit den Künsten Englisch unterrichten
Kunst im Englischunterricht statt auf der Bühne oder im Museum
Lesen Sie hier, wie sich künstlerische Tätigkeiten mit dem Sprachenlernen verbinden lassen und kreative Prozesse aus den Bereichen Musik, Pantomime, bildende Kunst und Poesie zu schöpferischen Produkten, Ideen und Einfällen auf Englisch führen können. Kopiervorlagen zu verschiedenen Kunstgebieten un... Weiterlesen