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Unterricht gestalten / 02.06.2020

Fernunterricht: Austausch fördern und Motivation schaffen

Tipps und Tricks Teil 3

Insbesondere im Fernunterricht ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Schüler/-innen und Lehrer/-innen wichtig. Dabei sollte vor allem ein motivierender Lernraum für die Lernenden geschaffen werden. Wie Sie Ihre Schülerinnen und Schüler dahingehend bestmöglich unterstützen, lesen Sie hier.

Mädchen mit Zopf macht Notizen bei einem Videoanruf auf einem Laptop am Tisch.
Bild: Shutterstock.com/Studio Romantic

Gemeinsamer Austausch - Wie halte ich den Kontakt zu Schüler/-innen?

Im Klassenzimmer ist es jederzeit möglich miteinander zu sprechen, Fragen zu stellen und Feedback zu geben. Dieser gemeinsame Austausch ist für das effektive Lernen unerlässlich. Findet der Unterricht ausschließlich zu Hause statt, helfen alternative Kommunikationswege, um Schüler/-innen und deren Eltern im Lernprozess zu unterstützen und zu begleiten. Mit folgenden Tipps halten Sie auch während der Selbstlernphasen den Kontakt:

  • Tipp 1 – Alternative Kontaktmöglichkeiten
    Schaffen Sie verschiedene Kontaktmöglichkeiten, um Schüler/-innen und Eltern im gemeinsamen Austausch individuell abzuholen. Ob per Telefon, E-Mail, Chat oder im Virtual Classroom – je mehr Angebote der Kontaktaufnahme Sie bereitstellen, desto besser können Sie die Lernenden steuern und unterstützen. 
     
  • Tipp 2 – Feste Zeiträume 
    Konkrete Strukturen und feste Zeiträume erleichtern Ihnen und den Lernenden den gemeinsamen Austausch. Eine Mischung aus fixen Telefon- oder Chatsprechstunden und individuellen Terminen zum tieferen Austausch bieten Lehrer/-innen und Schüler/-innen die Möglichkeit, den Kontakt in Selbstlernphasen nicht zu verlieren und trotz der räumlichen Distanz zusammenzuarbeiten. 
     
  • Tipp 3 – Kommunikationskanäle nicht wechseln 
    Egal ob analog oder digital – wählen Sie mit Ihren Schüler-/innen sowie deren Eltern die Kommunikationskanäle, die für alle gemeinsam am besten funktionieren. Und vor allem: Bleiben Sie dabei. Ein Wechsel von einmal etablierten Kommunikationswegen sollte nur unter zwingenden Umständen geschehen. Je mehr verlässliche Strukturen im gemeinsamen Austausch bestehen, desto besser können sich alle darauf einstellen.
     
  • Tipp 4 – Einfach und unkompliziert
    Verwenden Sie die technische Ausrüstung, auf die Sie und Ihre Schüler/-innen schon zurückgreifen können, z. B. Smartphones oder die Chatfunktion. Je unkomplizierter die Kommunikationswege und je erprobter die notwendige Technik, desto einfacher der Austausch.

Motivation - Wie unterstütze ich meine Schüler/-innen?

Motivation kann eine der größten Herausforderungen beim selbstständigen Lernen zuhause darstellen. Besonders, wenn die Schüler/-innen sich erst neu in die Selbstlernsituation einfinden müssen. Es fehlt der persönliche Austausch mit dem Lehrer oder der Lehrerin genauso, wie der Kontakt zu Mitschüler/-innen. Die nachfolgenden Tipps ermöglichen es Ihnen auch aus der Ferne einen gemeinsamen, motivierenden Lernraum für Ihre Schüler/-innen zu schaffen:

  • Tipp 1 – Regelmäßiger Austausch 
    Nicht nur der Kontakt zu Ihnen ist wichtig für die Motivation der Lernenden, sondern der regelmäßige Austausch der Schüler/-innen untereinander. Bilden Sie dafür Lernpartnerschaften. Sie schaffen so eine weitere Schnittstelle innerhalb der Klassengemeinschaft, die zwischen den Lernphasen den Kontakt und die Motivation aufrechterhalten kann. Besprechen Sie mit den Eltern bzw. den Klassensprecher/-innen, ob Sie den Klassenchat dafür nutzen können oder ob es Alternativen gibt.
     
  • Tipp 2 – Regelmäßiges Feedback
    Legen Sie im Voraus fest, wann Schüler/-innen oder Eltern ein persönliches Feedback von Ihnen zu den bearbeiteten Aufgaben bekommen und kommunizieren Sie, über welchen Kanal das Feedback erfolgt. Neben den klassischen Kanälen (Telefon, E-Mail) können Sie auch bisher weniger genutzte Feedbackmöglichkeiten über Audio- oder Videoaufnahmen in Ihren Fernunterricht einbeziehen. Gleichzeitig ist es hilfreich die Schüler/-innen (ggf. gemeinsam mit Ihren Eltern) dazu zu ermutigen Ihnen Rückmeldung über Lernfortschritte und Herausforderungen zu geben. 
     
  • Tipp 3 – Nutzen Sie alternative Medien
    Die Distanz des Fernunterrichtes kann durch den gezielten Einsatz von Videos überbrückt werden. Arbeitsaufträge oder kleine Aufmunterungen bekommen in Form von Videobotschaft an Ihre Schüler/-innen eine persönliche Note. Wechseln Sie Online- und analoge Kommunikationsmittel, wenn möglich, ab. Lassen Sie verschiedene Formen von Arbeitsergebnissen zu. Papier oder andere analog erstellte Arbeitsergebnisse lassen sich (z. B. in Form von Fotos) meist recht einfach digitalisieren und erhöhen den Spaß am gemeinsamen Austausch.

Weitere Beiträge aus der Serie

Teil 1, Remote Teaching - Möglichkeiten und Erwartungen: Jetzt lesen

Teil 2, Selbstlernphasen organisieren und Arbeitspakete verteilen: Jetzt lesen

Tipps und Tricks für den Fernunterricht

Fernunterricht ist eine große Herausforderung. Sie haben noch keine Erfahrungen mit alternativen Methoden zum Unterrichten in der Schule? Ihre Schüler/-innen sind es nicht gewohnt, digital unterrichtet zu werden? Dann finden Sie nachfolgend alle Tipps und Tricks aus unserer dreiteiligen Serie zusammengefasst, die Ihnen weiterhelfen.

Fortbildungen der Cornelsen Akademie

Achtsamkeit in Zeiten der Digitalisierung
In diesem interaktiven Workshop erfahren Sie, was Achtsamkeit bedeutet und inwiefern sie eine gute Partnerin der Digitalisierung sein sollte. 

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