Besser lernen / 08.06.2020

Analyse vs. Erörterung: Das sind die Unterschiede

Texte analysieren und erörtern

Erste Hilfe für alle, die bei der Frage nach dem Unterschied zwischen Textanalyse und -erörterung nur nervös lächeln und winken können: Hier erklären wir Unterschiede (und Gemeinsamkeiten) – klar, kompakt und einleuchtend.

Bild: stock.adobe.com/inarik

Analyse und Erörterung: Irgendwie ähnlich, aber irgendwie auch nicht

Die Begriffe an sich geben natürlich schon erste Hinweise: Bei einer Textanalyse analysierst du, bei der Erörterung erörterst du. Was aber heißt das ganz konkret? Wo liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Das schauen wir uns jetzt einmal an.

Bei beiden gleich: die Vorarbeit

Egal, ob du analysieren oder erörtern sollst: Als Erstes musst du den Text natürlich lesen. Am besten ruhig und konzentriert, mit Stift, Lineal und Marker bewaffnet. Was dir auffällt und heraussticht, kannst du so direkt markieren.

Gute Fragen, die du dir stellen kannst, sind in jedem Fall:

  • Welche Absicht bzw. welche Ziele verfolgt der Autor mit seinem Text?
  • Wie baut er seine Argumentation auf? Welche Strategie steckt dahinter?
  • Welche sprachlichen Mittel nutzt er? Wie wirken diese Mittel bzw. was sollen sie bewirken?
  • Welche Wirkung hat der Text insgesamt (bzw. welche soll er haben)?

Du erfasst und bearbeitest also die Kernaussagen und -aspekte sowie die Besonderheiten in der Sprache und der Form. Sprich: Du untersuchst den Text genau.

Sowohl Analyse als auch Erörterung bestehen dann – du ahnst es schon – aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. In der Einleitung gehst du bei beiden zunächst auf den Autor, die Quelle und die Textart ein und skizzierst kurz das Thema. Danach laufen Analyse und Erörterung aber auseinander.

Die Unterschiede: analysieren vs. erörtern

Eine Analyse ist vor allem eine Untersuchung: Du nimmst den Text genau unter die Lupe und ordnest ihn ein. Bei einer Erörterung ist der Text dagegen eher ein Ausgangspunkt – nämlich die Basis, um das Thema zu diskutieren. Denk bei der Analyse eher an eine "Untersuchung", bei der Erörterung an eine "Diskussion".

  • Bei der Analyse bleibst du nah am Text und konzentrierst dich auf eben diesen. Bei der    Erörterung gehst du über den Text hinaus und betrachtest das übergeordnete Thema.
  • Ziel der Analyse ist es, den Text zu durchleuchten, die eingesetzten Mittel zu reflektieren und den Text zu beurteilen. Ziel der Erörterung ist es, dich kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen und zu einer Stellungnahme zu kommen.

In beiden Fällen ziehst du also ein Fazit bzw. fällst ein Urteil. Denn auch eine Analyse soll schließlich mehr sein als nur eine Nacherzählung oder eine Aufzählung der Argumente und Stilmittel. (Halbwegs) einfach ausgedrückt liegt der Unterschied aber darin, dass du bei der Analyse die Argumentation (= den Text(-aufbau)) beurteilst, während du bei der Erörterung die Argumente (= die (Themen-)Inhalte) beurteilst.

Bei der Analyse geht es neben den Kernaussagen darum vor allem um die Frage, wie der Autor argumentiert. Bei der Erörterung steht dagegen im Vordergrund, was der Autor sagt. Hier noch einmal die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

Analyse

  • Primär Untersuchung
  • Bleibt nah am Text
  • Ziel: Untersuchung und Urteil
  • Fokus: Argumentation
  • Kernfrage: Wie argumentiert der Autor?

Erörterung

  • Eher Diskussion
  • Text = Ausgangspunkt für Thema
  • Ziel: Kritische Auseinandersetzung und Stellungnahme
  • Fokus: Argumente
  • Kernfrage: Was sagt der Autor?

Und wie geht’s nun weiter?

In den folgenden Artikeln verraten wir dir, wie man am besten beim Schreiben einer Textanalyse vorgehen kann und welche Stilmittel bei einer Textanalyse verwendet werden.
 

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