Differenzieren & Fördern, Inklusion / 22.06.2018

Differenzieren im Unterricht

Mit diesen Tipps schaffen Sie es, jeden Schüler individuell zu fordern und zu fördern.

Den Anforderungsprofilen, die die Gesellschaft an künftige Generationen stellt, kann Schule nur genügen, wenn die Lebens- und Entwicklungsperspektiven der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt des schulischen Lernens gerückt werden. Unter Fachleuten ist heute unbestritten, dass Individualität und Einzigartigkeit die Basis für fachliche und methodische Kompetenz und Kreativität bilden und auch die Schlüsselkompetenzen Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit maßgeblich prägen. Diese Ziele ohne Differenzierung erreichen zu wollen, ist eine Illusion. Fördern Sie also jeden einzelnen Schüler und machen Sie Differenzierung zu einem Grundprinzip Ihres Unterrichts. Die folgenden fünf Tipps helfen Ihnen dabei.

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Lehrerrolle immer genau erklären

Welche unterschiedlichen Rollen nimmt ein Lehrer ein, wenn er in seinem Unterricht dem Prinzip der Differenzierung folgt? Letztlich ist er Dozent (Wissensvermittler), Moderator (Lerngestalter) und Berater (Coach). Machen Sie sich vor jeder konkreten Unterrichtssituation klar, welche Rolle Sie darin einnehmen werden und wollen. Gehen Sie dafür in Gedanken die verschiedenen Rollenprofile durch und nehmen Sie eine Zuordnung vor. Aber Achtung: Der Lehrer darf sich nicht durch kumpelhafte Anbiederung aus der öffentlichen Wahrnehmung seiner Rolle fortstehlen. Er bleibt der für den gesamten schulischen Erziehungsprozess zuständige Fachmann, der (nicht nur) die Zensuren zu verantworten hat.

Lernvoraussetzungen beachten

Manche Lehrer neigen dazu, leistungsfähigeren Schülern einfach nur mehr Material zu geben. Dies ist jedoch nicht im Sinne der Differenzierung nach Lernvoraussetzungen. Sie sollten vielmehr versuchen, den überdurchschnittlich schnellen bzw. leistungsfähigen Lernern Material mit höherem Schwierigkeitsgrad anzubieten, was gleichzeitig zeitintensiver in der Bearbeitung ist. Bei Textarbeiten wären dies beispielsweise Aufgaben aus dem Anforderungsbereich III („Beurteilen“).

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Flexible Lernziele formulieren

Eine starre Lernzielformulierung ist im heutigen Schulalltag längst überholt und steht einem differenzierten Unterricht entgegen. Legen Sie beim Planen einer Unterrichtsstunde oder -einheit ein Lernziel fest, das alle Schüler erreichen müssen. Gehen Sie den geplanten Unterrichtsverlauf im Kopf durch und versuchen Sie, auf der Grundlage des ersten Lernziels als unterste Stufe mithilfe methodischer Mittel und dem Einsatz von Unterrichtsmaterialien weitere höhere Stufen als Lernziele festzulegen.

Fehler zulassen und analysieren

Jeder Lerntheoretiker kann bestätigen, dass effektives Lernen mit Unterstützung (des Lehrers) nur dann stattfinden kann, wenn der Schüler Fehler machen darf, ohne dass dies zu negativen Sanktionen führt. In der Lernphase muss sich jeder Schüler sicher sein, dass er Fehler machen kann, darf und soll, ohne dass dies Konsequenzen für die Noten hat. Nur dann hat er eine Chance, sich den Lernstoff dauerhaft anzueignen. Wenn die Lernphase abgeschlossen ist, teilt der Lehrer dies offiziell mit. In einem Schüler-Schüler- oder Lehrer-Schüler-Gespräch können aus Fehlern schließlich auch konkrete Hinweise zu individuellen Lernstrategien gewonnen werden.

Ein Referat vorbereiten

Da offene, handlungsorientierte Unterrichtssituationen verstärkt den pädagogischen Alltag prägen, weicht der frontale Belehrungsunterricht mehr und mehr einer selbstgestalteten und selbstverantworteten Lernsituation. Dies führt zu einer immer bedeutenderen Rolle des Schülerreferats zur Präsentation des selbstständig Erarbeiteten. Der Schüler muss also schrittweise Kompetenzen für das Vorbereiten und letztlich das Halten von Referaten erwerben. Entwickeln Sie dazu gemeinsam mit Ihren Schülern verschiedene Vorbereitungsaufgaben und lassen Sie sie anschließend anhand verschiedener Themen realisieren.

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