Schule gestalten / 30.07.2018

10 Impulse zum Tag der Freundschaft

Wenn aus Kollegen Freunde werden

Freunde machen Freude – und wenn Kollegen zu Freunden werden, macht die Arbeit doppelt Spaß. Doch was können Sie tun, damit Freundschaften zu Lehrerkollegen wachsen und bestehen bleiben? Diese Impulse zeigen, wie Sie die Herausforderungen meistern und die Potenziale nutzen!

Bild: shutterstock/Rawpixel.com

Von Lehrerkollegen zu Freunden: 10 Impulse zum Knüpfen und Pflegen von Freundschaften

Die Worte „Freunde“ und „Freude“ sind sich nicht umsonst so ähnlich: Freundschaften tun uns in jeder Hinsicht gut. Wer Freunde an seiner Seite hat, hat nicht nur mehr (Lebens-)Freude und Spaß im Alltag, sondern lebt auch gesünder – und sogar nachweislich länger. Denn Freundschaften reduzieren Stress, wirken sich in vielen Bereichen positiv auf unsere geistige und körperliche Gesundheit aus und erhöhen sogar unsere Lebenserwartung.

Gute Freunde sind also aus vielen Gründen Gold wert, auch und gerade im stressigen Schulalltag. Wenn Schulkollegen gleichzeitig auch Freunde sind und Lehrerleben und Privatleben sich vermischen, birgt das besondere Herausforderungen, aber auch viele wertvolle Potenziale.

Ganz gleich, ob Sie Ihre Freundschaften zu lieben Kollegen pflegen oder erst noch Freunde im Kollegium finden möchten: Mit diesen 10 Impulsen klappt es mit der Freundschaft – im Lehrerzimmer und darüber hinaus!    

 

1. Arbeit und Vergnügen verbinden

Zwischen Unterricht, Unterrichtsvorbereitung und allem, was sonst so Ihren Terminplaner und Ihre To-do-Liste füllt, bleibt oft wenig Zeit für gemeinsame Unternehmungen. Verbinden Sie doch das Schöne mit dem Nützlichen (oder Verpflichtenden) und setzen Sie sich statt in der Schule zu Hause zusammen. Ob zu Kaffee und Kuchen, zum Abendessen oder einfach zur gemütlichen Besprechung auf der Terrasse: So können Sie die Arbeit besonders schön erledigen – und danach noch ganz in Ruhe plaudern.

2. Zusammen arbeiten und zusammenarbeiten

Statt vorrangig als Einzelkämpfer vor der Klasse zu stehen und Ihre Stunden dann noch alleine zu Hause vorzubereiten, können Sie sich auch zusammenschließen. Vom gemeinsamen fächerübergreifenden Projekt bis zum Tausch schöner Arbeitsblätter und Unterrichtsideen haben Sie viele Möglichkeiten, sich auszutauschen, zusammenzuarbeiten und einander Arbeit abzunehmen.  

3. Helfen und bestärken

Ob Junglehrer oder „alter Hase“: Es gibt immer wieder Situationen im Schulalltag, in denen ein guter Rat oder ein gutes Wort Gold wert sind. Also stärken Sie sich gegenseitig den Rücken, teilen Sie Ihre Erfahrungen und scheuen Sie sich auch nicht, um Hilfe zu bitten. Denn wer sich öffnet und sich „verletzlich“ zeigt, schafft damit auch Nähe.

4. Aufeinander achten

Der Schulalltag ist stressig – und in besonders stressigen Zeiten bleibt die Selbstfürsorge viel zu oft auf der Strecke. Sprechen Sie es an, wenn Ihnen der Stresspegel des Freundes bzw. der Freundin Sorge macht, entlasten Sie ihn bzw. sie, wenn es Ihnen möglich ist, und nehmen Sie umgekehrt ebenfalls Hilfe an. Vielleicht können Sie auch gezielt gemeinsam etwas für den Stressabbau tun und sich zum Beispiel endlich gemeinsam zum Yoga anmelden. 

5. Ein Ventil bieten

Nicht nur das Sich-Öffnen ist wichtig für eine gute und starke Freundschaft, sondern auch und vor allem das Zuhören. Leihen Sie dem Freund/der Freundin Ihr Ohr und bieten Sie ihm/ihr ein Ventil, um sich zum Beispiel auch mal Frust von der Seele reden zu können. Ehrensache: Was Ihnen anvertraut wurde, behalten Sie selbstverständlich auch für sich.

6. Kleine Aufmerksamkeiten

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, heißt es. Der gemeinsame Schulalltag bietet Ihnen immer wieder Gelegenheiten, einander etwas zu schenken – Zeit, Hilfe, ein nettes Wort oder ein bisschen Nervennahrung zum Beispiel. Ganz gleich, ob Sie eine unliebsame (Verwaltungs-)Aufgabe übernehmen, Arbeitsblätter mitkopieren oder für die nächste Konferenz ein paar Muffins backen: Mit kleinen Aufmerksamkeiten im Schulalltag drücken Sie Ihre Wertschätzung aus und machen anderen und sich selbst eine Freude.

7. Gemeinsame Interessen finden und pflegen

Welche Interessen teilen Sie, was verbindet Sie und was schweißt Sie zusammen? Bestimmt finden Sie Hobbys und Interessen jenseits von Schulthemen, für die Sie sich beide begeistern. Ganz gleich, ob Sie zusammen ins Kunstmuseum gehen, sich zum Sport verabreden oder einfach über Ihre gemeinsame Lieblingsserie fachsimpeln: Gemeinsame private Interessen bieten schöne Gesprächsanlässe und vertiefen die Freundschaft.

8. Voneinander lernen

Von Freunden, die dazu auch noch (Fach-)Kollegen sind, können wir viel lernen – wenn wir uns offen austauschen. Sprechen Sie miteinander über Ihre Erfahrungen – gute und schlechte. Von Unterrichtsmethoden über Unterrichtsprojekte und eingesetzte Materialien bis hin zu Konfliktgesprächen: Erzählen Sie sich von Erfolgen und Misserfolgen, Gutem und Optimierungsfähigem, Erkenntnissen und offenen Fragen, und profitieren und lernen Sie so voneinander.

9. Dienstliches trennen

Privat Anvertrautes bleibt selbstverständlich auch privat. Aber auch vermeintlich Unverfängliches kann am Arbeitsplatz fehl am Platz sein. Die Krankheitsgeschichte der Schwiegereltern besprechen Sie besser im privaten Rahmen, und auch „Insider“-Späße und Gesprächsthemen, die nur Sie verstehen und die übrigen Kollegen ausklammern, gehören im Zweifelsfall eher nicht ins Lehrerzimmer. Achten Sie darauf, professionell zu „filtern“ und Beruf und Privates wo es nötig ist bewusst zu trennen.

10. Dankbar sein – und es sagen

Auch bei Arbeitsfreundschaften gilt natürlich: Hin und wieder sollten wir nicht nur denken, wie dankbar wir für den/die andere/-n sind, sondern es auch sagen. Nehmen Sie den Tag der Freundschaft also ruhig zum Anlass, Freundinnen und Freunden im Lehrerzimmer einmal Danke zu sagen – und tun Sie es auch später immer mal wieder.

Zur Feier des Tages haben wir außerdem noch ein kleines Extra für Sie: Fünf Ideen, um das Thema „Freundschaft“ in Ihren Unterricht zu holen. Natürlich dürfen Sie die Ideen auch gerne mit Ihren Kollegenfreunden teilen – ganz im Sinne der Punkte 2 und 6.

Bonus: 5 Unterrichtsideen zum Tag der Freundschaft

  • Lassen Sie die Schüler im Internet „berühmte Freunde“ recherchieren und Mini-Präsentationen vorbereiten. Von Goethe und Schiller bis zu Asterix und Obelix: Es gibt viele spannende Konstellationen.
     
  • Sammeln Sie gemeinsam mit den Schülern Freundschaftsregeln: Was macht einen guten Freund bzw. eine gute Freundschaft aus?
    Lassen Sie die Schüler dann ihre eigene Prioritätenliste erstellen – und vielleicht auch die Schnittmenge zu wichtigen allgemeinen Verhaltensregeln für ein gutes Miteinander herausarbeiten.
     
  • Geben Sie den Schülern den Auftrag, einen (Dankes-)Brief an ihren besten Freund/ihre beste Freundin zu schreiben. Wer keinen besten Freund hat, darf an einen beliebigen Freund schreiben – oder notfalls an ein geliebtes Haustier.
     
  • Lassen Sie die Schüler diskutieren und hinterfragen: Welche Arten von Freunden gibt es (Schulfreunde, Brieffreunde, Urlaubsfreunde, Facebookfreunde …) und wie unterscheiden sie sich? Ist ein gleiches oder ähnliches Alter wichtig? Macht das Geschlecht einen Unterschied oder können Jungen und Mädchen einfach befreundet sein? Wie viele echte Freunde kann man haben?
     
  • Nutzen Sie Filmfiguren als besonders interessante Aufhänger. Sie können Filmsequenzen zeigen oder über kurze Steckbriefe ins Gespräch über Freundschaft kommen. Ob „Ziemlich beste Freunde“ oder „Harry Potter“: In Filmen (und anderen Medien) gibt es viele verschiedene Freundschaftsdarstellungen als schöne Unterrichtsaufhänger.

Fortbildungstipp

Kollegiale Fallberatung
Im Laufe Ihrer beruflichen Praxis kommen Sie und Ihr Kollegium immer wieder in Situationen, die Sie im Nachhinein als irritierend und unbefriedigend empfinden: schwierige Schüler, schwierige Unterrichtssituationen, wachsende externe Anforderungen an Schule, Probleme im Kollegium oder mit Eltern, etc.
 

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