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Schule gestalten / 03.07.2020

Schulleiter werden: Steckbrief und Wissenswertes

Was bedeutet es, Schulleiter/-in zu werden?

Die nächste Pensionierungswelle steht bevor – in Berlin und Brandenburg soll in den nächsten 5 Jahren sogar jede zweite Schulleitungsstelle frei werden. Was sollten potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger wissen? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Und wie wird man Schulleiter/-in? Hier lesen Sie kompakt das Wichtigste.

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Vielfältige Aufgaben

Wer sich für die Führungsposition an (s)einer Schule interessiert, der sollte ein Talent zum Multitasking haben. Denn Schulleiter/-innen sind Gestalter, Verwalter, Organisatoren, Manager, Pädagogen und oft auch noch aktiv unterrichtende Lehrkräfte in Personalunion. Im Spannungsfeld zwischen Kollegen, Schülern, Eltern, Schulträger, Schulministerium und Öffentlichkeit bringen sie verschiedenste Interessen unter einen Hut – und jonglieren souverän die vielfältigen Aufgaben.

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Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Die genauen Dienstaufgaben werden in den Bundesländern durch die jeweiligen Landesschulgesetze festgelegt. In der Praxis sind Schulleiter/-innen "für so gut wie alles" zuständig bzw. verantwortlich, was für den Schulbetrieb wichtig ist

Sie ...

  • kümmern sich um die Schulentwicklung, entwickeln also das Schulprofil weiter und führen die Schule entsprechend,
  • vertreten ihre Schule nach außen (bei der Elternschaft, in der Öffentlichkeit und im Wettbewerb mit anderen Schulen) sowie "nach oben",
  • berufen Schulkonferenzen und Gesamtlehrerkonferenzen ein,
  • erlassen und vollziehen verschiedenste Verwaltungsakte (wie beispielsweise die An- und Abmeldung von Schülern),
  • setzen die Schulpflicht und auch das Hausrecht durch,
  • arbeiten mit Kollegen, Schülern und Eltern zusammen,
  • kümmern sich um Verwaltung und Organisation (wie beispielsweise Etatplanung und Unterrichtsverteilung),
  • leiten Gremien bzw. wirken mit,
  • übernehmen die Personalführung und -entwicklung,
  • haben ein Auge auf das Gebäudemanagement,
  • organisieren Kooperationen (zum Beispiel mit Sportvereinen) und
  • unterrichten in der Regel auch noch selbst.

Die Kernaufgabenbereiche liegen also in der pädagogische Führung und Gestaltung einerseits und dem Management und der Verwaltung andererseits. Ob und in welchem Umfang Schulleiter/-innen darüber hinaus noch unterrichten, ist je nach Bundesland verschieden. In vielen Ländern gibt es eine Unterrichtsverpflichtung für Schulleiterinnen und Schulleiter, die von der Schulart und der -größe abhängig ist. In anderen Bundesländern entscheiden sie selbst über ihr Unterrichtspensum.

Was sollten (angehende) Schulleiter/-innen mitbringen?

Zunächst einmal den Willen, die Schule aktiv zu gestalten. Durchsetzungsvermögen und Verbindlichkeit sind dabei genauso gefragt wie diplomatisches Geschick, Fingerspitzengefühl und Flexibilität. Interkulturelle Kompetenzen, Problemlösekompetenzen, Organisationsgeschick und auch eine gewisse Gelassenheit sind ebenfalls hilfreich.

Wer vor allem Lehrkraft geworden ist, um mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, wird in der Position vermutlich weniger glücklich. Wer sich aber eine Aufstiegsmöglichkeit und eine Leitungsfunktion wünscht, der kann als Schulleiter seine Berufung finden.

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Wie wird man Schulleiter/-in?

Welche (formalen) Kriterien Bewerber auf einen Schulleiterposten genau erfüllen müssen, variiert von Bundesland zu Bundesland– und auch die genauen Verfahren und Qualifizierungsmöglichkeiten sind durchaus unterschiedlich. In NRW durchlaufen Bewerber zunächst im Rahmen des Eignungsfeststellungsverfahren ein Assessment Center und später ggf. ein Schulleitungscoaching. In Berlin ist eine Qualifizierung vorgeschrieben; hier werden Lehrer u. a. in den Bereichen Kommunikation und Projektmanagement geschult und zu Schulleitern ausgebildet. In vielen Bundesländern findet allerdings keine separate Ausbildung etwa in der Personalführung statt – vieles ist also "Learning by doing".

Fazit: Auch hier mehr Berufung als Beruf 

Ähnlich wie schon bei der "Berufswahl Lehrer" ist sicherlich auch die Entscheidung für einen Schulleiterposten eher idealistisch als finanziell motiviert. Zeit-, Arbeitsaufwand und Verantwortung werden – je nach Schulform – finanziell oft kaum abgebildet. Die höhere Besoldung greift außerdem oftmals erst "zeitversetzt", und auch eine Probezeit gilt es erst noch zu meistern. Für die gelingende Arbeit braucht es ein Händchen für Organisation und Management, Belastbarkeit und eine gute Portion Idealismus. Schulleiter wird deshalb nicht, wer mehr Geld verdienen will, sondern wer darin seine Berufung sieht und die Schule aktiv gestalten und lenken will. Wer das tut bzw. möchte, hat immerhin gute Chancen – denn in den kommenden Jahren werden an vielen Schulen neue Schulleiter gesucht!

Quellen

Fortbildungen der Cornelsen Akademie

Design Thinking als Impulsgeber für Ihre Schulentwicklung (SchiLf)

Sie lernen mit Design Thinking eine praxis-erprobte und effektive Innovations- und Kreativitätsmethode kennen, die Sie schnell und einfach für die Unterrichts- und/oder Schulentwicklung einsetzen können. Ideen werden aus unterschiedlichen Perspektiven gedacht, mit den jeweiligen Bezugsgruppen entwickelt und kleinschrittig umgesetzt. Erleben Sie Veränderungsprozesse als eine begeisternde und kreative Gemeinschaftsaufgabe.

Teamcoaching: vom Kollegium zum Team (SchiLf)

Sie erlernen anhand eines strukturierten Verfahrens sich auf Probleme im Berufsalltag eine Außenperspektive geben zu lassen und von der Erfahrung und den Sichtweisen der Kollegen zu profitieren.

Qualitätsmanagement gestalten (SchiLf)

Sie legen gemeinsam qualitätsfördernde Maßnahmen fest und entwickeln Szenarien, wie die Maßnahmen erfolgreich implementiert werden können. Daraus identifizieren Sie Gelingensfaktoren für Ihr schulspezifisches Qualitätsmanagement.

Schulentwicklung über das Schulprogramm (SchiLf)

Ihnen und Ihrem Kollegium wird das „Handwerkszeug“ vermittelt, mit dem Sie die Schulentwicklung für Ihre Schule in Eigenregie organisieren und die damit verbundenen Aktivitäten und Verbesserungsschritte starten können.

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