Schule gestalten / 07.07.2022

Was kommt als Klassenlehrer auf mich zu?

Erste Hilfe: Ich werde Klassenlehrer/-in!

Klassenlehrer sein – das bedeutet neben verschiedenen Verpflichtungen auch vielfältige Möglichkeiten, etwas zu gestalten und zu bewegen. Was in dieser besonderen Rolle auf Sie zukommt und wie Sie zu Ihrem eigenen Profil finden können, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Klassenlehrer sein – Pflicht oder Vergnügen?

Ist es an Ihrer Schule eher ein unliebsames Los oder vielleicht sogar eine Ehre, zum Klassenlehrer ernannt zu werden? Ob sich die Kollegen um dieses Amt reißen oder hoffen, dass sie "verschont" bleiben, ist tatsächlich sehr verschieden. Fakt ist natürlich: Klassenlehrer zu sein kostet Zeit und Mühe. Die meisten "Vollblut-Klassenlehrer" investieren diese aber gerne – denn sie empfinden ihre Arbeit als wichtig und ausgesprochen lohnenswert.

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Die Aufgaben eines Klassenlehrers

Welche Zuständigkeiten und Aufgaben genau auf Sie zukommen, variiert ein wenig – abhängig zum Beispiel vom Alter der Schüler oder der Situation in der Klasse. Wenn Sie eine 5. Klasse übernehmen, sind Sie sicherlich in anderen Bereichen mehr gefordert als etwa in der 10. Klasse.  

Ganz generell lässt sich aber sagen, dass das Amt des Klassenlehrers in jedem Fall Kommunikations- und Organisationsaufgaben mit sich bringt. Schülergespräche, Beratungsgespräche mit den Eltern, der Austausch mit dem Kollegium sowie die Organisation des Schulalltags und beispielsweise auch der Ausflüge sind hier nur einige Punkte auf der To-do-Liste eines Klassenlehrers. Im Idealfall sind Sie als Klassenlehrer eine echte Vertrauensperson – für die Schüler, aber häufig auch für die Eltern.

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Hand in Hand mit Eltern und Kollegen

Die Kommunikation zwischen Schule und Eltern ist in der Regel Job des Klassenlehrers. Sie geben also Infobriefe, Termine und alles wichtige Aktuelle weiter; Sie setzen bei Bedarf die Telefon- beziehungsweise Mailingkette in Gang; Sie führen die Klassenlisten; Sie haben einen Überblick über das familiäre Umfeld Ihrer Schüler und behalten mögliche Auffälligkeiten Ihrer Schützlinge im Auge (etwa Verspätungen, Abwesenheitszeiten, Leistungsbereitschaft etc.). Sie halten kontinuierlich Kontakt zu den Eltern; Sie kümmern sich um die Elternabende und Klassenpflegschaftsabende, um Beratungsgespräche und gegebenenfalls informieren Sie das Kollegium oder die Schulleitung über wissenswerte beziehungsweise dringende Sachverhalte. Auch die Organisation von Elternabenden, Klassenfahrten und Schulfeiern sowie die Vorbereitung von (Zeugnis-)Konferenzen liegen vorrangig in Ihren Händen.

Sie stehen im engen Kontakt mit Ihren Kollegen und sorgen dafür, dass alle an einem Strang ziehen, um die vereinbarten Strategien umzusetzen. Sie besprechen die Verhaltensregeln für ein einheitliches Vorgehen (Wie soll die Begrüßung am Anfang der Stunde aussehen? Wie wird das Klassenbuch geführt? Wann werden Klassenarbeiten angekündigt? ...). Sie behalten den Überblick über Verhalten und Leistung jedes Schülers und sorgen auf dem "kurzen Dienstweg" für Klärung, wenn es etwas zu klären gibt.

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Ansprechpartner und Initiator für die Schülerinnen und Schüler

Für die Schülerinnen und Schüler in Ihrer Klasse sind Sie die wichtigste schulische Bezugsperson. Sie führen persönliche Gespräche und kennen Ihre Schüler mit ihren Stärken und Schwächen, aber auch mit ihren Wünschen und Sorgen. Außerdem stellen Sie gemeinsam mit den Schülern Grundregeln für ein gutes Miteinander auf und sorgen für deren Einhaltung. Sie arbeiten kontinuierlich an einem positiven Klassenklima, in dem sich jeder Schüler wohlfühlen kann. Ein Kummerkasten, ein Klassenrat oder die Einführung von Streitschlichtern können dabei sehr hilfreich sein – und auch hier ist Ihre Initiative als Klassenlehrer gefragt.

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Finden Sie Ihren eigenen Stil

Sicherlich gibt es einige Kriterien, die jeder "gute Klassenlehrer" erfüllen sollte – gerne mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, gerne ein offenes Ohr zu haben und gerne Lehrer zu sein, hilft beispielsweise sehr. Aber auch gute Klassenlehrer unterscheiden sich, sie legen unterschiedliche Schwerpunkte, haben andere Herangehensweisen und einen individuellen Stil. Um Ihr eigenes Profil zu entwickeln, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Klasse?
  • Was können Sie selbst tun, damit sich diese Erwartungen erfüllen?
  • Was sollten und können die Schüler tun?
  • Was können die Kollegen beitragen, die ebenfalls in der Klasse unterrichten?
  • Was können die Eltern tun?

Vergleichen Sie Ihre Erwartungen dann mit den rechtlichen Anforderungen, die in den Dienstordnungen der Bundesländer definiert sind. Dort steht beispielsweise, dass der Klassenlehrer auf eine ausgewogene Hausaufgabenverteilung achten und den Elternkontakt fördern und koordinieren soll. In den festgeschriebenen rechtlichen Anforderungen finden Sie allerdings nicht nur Ihre Pflichten – auch Ihre Rechte als Klassenlehrer können Sie ganz leicht ableiten.

Setzen Sie sich selbst unbedingt realistische Ziele und passen Sie sie an Ihre Erfahrungen an. Worauf wollen Sie sich in den ersten drei oder vier Wochen konzentrieren? Auf was wollen Sie im ersten Halbjahr achten? Welche Ziele haben Sie für das zweite Halbjahr? Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck: Niemand ist von jetzt auf gleich der perfekte Klassenlehrer. Wenn Ihnen mit der Zeit Dinge auffallen, die Sie ändern möchten, tun Sie das – aber werden Sie möglichst konkret. "Ich muss unbedingt freundlicher sein!" ist beispielsweise schwierig umzusetzen. "Ich wünsche meinen Schülern mit einem Lächeln einen guten Morgen." klappt dagegen sicherlich besser. Seien Sie geduldig und geben Sie sich die Zeit, in Ihre neue Rolle hineinzuwachsen. Sie werden sehen: Es lohnt sich!

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