Schule gestalten / 03.01.2019

Sechs Tipps, um Schreibtisch und Co. besser zu organisieren

Für mehr Ordnung am zweiten Arbeitsplatz

Keine Frage: Der entscheidende Arbeitsplatz des Lehrers ist die Schule, trotzdem sollten Sie Ihren zweiten Arbeitsplatz nicht unterschätzen: den Schreibtisch zu Hause. Denn dort verbringen Sie oftmals genau so viel Zeit wie an Ihrem ersten Arbeitsplatz. Und zwar mit Tätigkeiten, die die Grundlage für Ihren Unterricht bilden.

Bild: Shutterstock / stockfour

Anders als in der Schule entscheiden Sie hier allein, wie dieser Arbeitsplatz aussehen soll. Mit anderen Worten: Gestalten Sie ihn so, dass Sie sich wohlfühlen. Klar, dass Schreibtisch und Stuhl ergonomischen Gesichtspunkten genügen sollten und dass ihr Arbeitsplatz eine gute Beleuchtung braucht. Aber wie sieht das Drumherum aus? Welche Farben mögen Sie? Welche Bilder sollten an der Wand hängen? Die eine oder andere Grünpflanze kann nicht schaden und ein paar Motivationsverstärker sind auch nicht zu verachten, etwa ein Foto vom letzten Schulausflug oder das Abschiedsgedicht einer Ihrer Klassen.

1. Ordnung

Zum Wohlfühlen gesellt sich dann die Ordnung. Schließlich ist es ein Arbeitsplatz und der sollte möglichst so organisiert sein, dass er zu Ihren Arbeitsabläufen passt. Das bezieht sich sowohl auf all das, was auf dem Schreibtisch liegt, wie auch auf das, was er in seinen Schubladen und hinter seinen Türen verbirgt. Wie werden Bücher und Ordner im Regal oder im Schrank sortiert und wie organisieren Sie Ihre digitalen Materialien? Ziel ist, dass Sie Ihre Utensilien und Unterlagen nicht permanent suchen müssen, oder gar irgendwann den Überblick über sie verlieren. 

Ihre Werkzeuge, wie Stifte, Hefter und Co. sollten immer in Reichweite sein. Materialien sollten Sie möglichst nach Gebrauch bald auf ihren angestammten Platz zurückzupacken, damit keine unübersichtlichen Papierstapel auf Ihrem Schreibtisch entstehen. Und für all die Materialien, denen Sie noch keinen festen Platz zugeordnet haben, empfiehlt sich eine Zwischenablage in einer möglichst nicht zu großen Ablagebox. So werden Sie immer wieder gezwungen, die Zwischenablage auszumisten, bevor sie überquillt.  Vieles davon wird wahrscheinlich im Papierkorb landen, manches in Aktenordnern oder in der Hängeregistratur.

2. Hängeregistratur

Ja, Sie haben richtig gelesen: Hängeregistratur. Kaum zu glauben, aber auch in Zeiten von digitalen Ablagen, von jederzeit verfügbaren Dokumenten in einer Cloud und den fantastischen digitalen Suchfunktionen ist die gute alte Hängeregistratur noch immer kaum zu toppen. Nicht nur, dass Sie etliche Materialien ohnehin (nur) in Papierform besitzen – eine gut organisierte Hängeregistratur erleichtert schlicht die Arbeit. Hängemappen oder Hängehefter werden eingehängt und dank der aufgesetzten beschrifteten Reiter sind die gesuchten Materialien schnell gefunden, genauso rasch können neue Unterlagen eingeordnet werden. Ab und zu allerdings sollten Sie auch Ihre Hängeregistratur ausmisten, bevor sie aus allen Nähten platzt. Zugegeben: Schön sieht eine solche Hängeregistratur nicht aus. Zum Glück kann man sie aber als ausziehbare Schublade in den Schreibtisch oder einen Schrank integrieren und somit unsichtbar machen.

3. Struktur

Aber was kommt rein diese Registratur und wie werden die Unterlagen am sinnvollsten und effektivsten geordnet? Überlegen Sie sich zunächst, wie Sie all die Materialien, die sich auf Ihrem Schreibtisch stapeln, inhaltlich strukturieren können. Etwa: Arbeitsblätter, Elternbriefe, Schulmitteilungen, Informationen über außerschulische Lernorte, Ideen zu Klassenfahrten und so weiter. Jede einzelne Kategorie bekommt mindestens eine Mappe. Als Klassenlehrer können Sie auch für jeden Ihrer Schüler eine eigene Mappe anlegen und als Fachlehrer eine für jede Ihrer Klassen.  

Zu einem echten Platzproblem können allerdings die Arbeitsblätter, Folien, Tafelbilder und Klassenarbeiten werden, deren Zahl mit jedem Schuljahr wächst. Denn die meisten dieser Unterlagen lassen sich auch in kommenden Schuljahren noch nutzen, oder können ohne allzu großen Aufwand aktualisiert werden. Wegwerfen ist also keine Lösung. Eine Hängeregistratur stößt bei der Fülle dieser Unterlagen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Vielleicht greifen Sie für dieses Unterrichtsarchiv besser zum guten alten Stehordner und organisieren die Ablage mit dem PC.

4. Ordner und PC

Nummerieren Sie alle Arbeitsmaterialien – völlig unsortiert – durch und führen Sie parallel dazu eine Liste am Computer – am besten in einem Tabellenprogramm. Horizontal wird diese Liste aufgeteilt in mehrere Spalten: Nummer des Dokuments, Fach, Thema/Stichwörter, Klassenstufe, Bemerkungen. Wahrscheinlich haben Sie die meisten dieser Dokumente auch digital abgelegt, deswegen fügen Sie noch eine Spalte mit dem Dateinamen hinzu. Die haptischen Materialien sammeln Sie einfach sortiert nach ihren Nummern in Stehordnern. 

Suchen Sie nun ein bestimmtes Arbeitsblatt, werden Sie in der Liste über die Suchfunktion fündig und können gezielt nach dem passenden Ordner greifen, beziehungsweise das digitale Pendant auf Ihrem Rechner finden. Jetzt müssen Sie nur noch daran denken, alle neuen Arbeitsmaterialien entsprechend zu archivieren. Nachteil: Sollte Ihr Rechner – aus welchem Grund auch immer – ausfallen, wird es schwierig mit der Suche. 

Tipp: Speichern Sie diese Liste zusätzlich in einer Cloud, dann haben Sie auch von anderen Geräten – etwa Ihrem Smartphone – Zugriff auf die Liste.

5. Bücherregal

Nicht nur Arbeitsblätter, Folien und Co. begleiten Sie in Ihrem Lehrerdasein. Jahr für Jahr wächst auch der Fundus an Schul- und Fachbüchern. Für ein einziges Unterrichtsfach können sich so etliche Werke ansammeln. Da kann es im Bücherregal schnell unübersichtlich werden. Auch hier empfiehlt sich eine Kategorisierung. Die einfachste ist nach Fach und Schuljahr. Ihre Fächer trennen Sie am besten durch die Nutzung verschiedener Regalbretter. Und dann verteilen Sie Punkte. Kleben Sie zum Beispiel auf die Schulbücher für die Klassen 5 und 6 einen grünen Punkt, für die Klassen 7 und 8 einen gelben Punkt und für die Klassen 9 und 10 einen roten Punkt. Die Fach- und Sachbücher platzieren Sie am Anfang oder am Ende des jeweiligen Fachregals.

6. Konsequenz

Es ist nicht nur schön, sondern auch motivierend, sich an einen aufgeräumten Schreibtisch zu setzen. Es lohnt sich also – auch wenn es schwer fällt – nach getaner Arbeit den Schreibtisch aufzuräumen, um am nächsten Tag ideal starten zu können. Und es lohnt sich, das eigene Ordnungssystem konsequent einzuhalten. Denn wenn sich wieder unsortierte Papierstapel auf dem Schreibtisch breit machen, das passende Buch nicht gefunden und das tolle Arbeitsblatt, das in der letzten Klasse so gut angekommen ist, verschwunden bleibt, dann tröstet wohl nur noch das Sprichwort: „Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zu suchen“.

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