Unterricht gestalten / 06.09.2018

Tipps für Klassenlehrer: So klappt es bestimmt

Klassenlehrer in der Grundschule

Klassenlehrer zu sein ist eine besonders schöne, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe. Was Sie wissen sollten, wie Sie einen guten Draht zu Ihrer Klasse aufbauen und wie Sie die Selbstständigkeit Ihrer Schützlinge fördern, haben wir für Sie zusammengetragen.

Bild: Shutterstock.com/stockfour

Klassenlehrer sein in der Grundschule: schön und verantwortungsvoll

Eine neue Klasse ist immer auch eine Herausforderung. Besonders zu Beginn müssen Sie sich nicht nur dem Unterricht widmen, sondern sich auch um das wichtige "Drumherum" kümmern: um den Aufbau einer guten Beziehung zu den Schülern, um die Strukturierung der Lernumgebung und um die Etablierung von Regeln.

Ihre Klassenführung wirkt sich direkt auf die Lernfortschritte Ihrer neuen Schützlinge aus – es lohnt sich also, Ihre neue Rolle als Klassenlehrer ganz bewusst anzugehen.  

Das Geheimnis: Klarheit, Verlässlichkeit und ein guter Draht

Nicht nur Ihre Persönlichkeit, sondern auch die Organisation Ihres Unterrichts und die Einführung von klaren Regeln sind wichtig, damit es in der Klasse "gut klappt". Kinder brauchen feste Strukturen, Regeln und Rituale, auf die sie sich verlassen können. Strukturieren Sie die Lernumgebung also kindgerecht und übersichtlich. Alle wichtigen Dinge sollten ihren festen Platz haben und leicht erreichbar sein. Mit entsprechenden Visualisierungshilfen können sich die Kinder noch leichter im Raum orientieren.

Arbeiten Sie kontinuierlich an einem guten Klassenklima und den sozialen Beziehungen. Damit sind sowohl die Beziehungen der Schüler untereinander als auch der Kontakt zu Ihnen gemeint. In einer guten Atmosphäre, in der sich alle mit Respekt begegnen, lernt es sich schöner und besser.

Etablieren Sie feste Regeln und achten Sie darauf, dass diese auch eingehalten werden. Ideal ist es, wenn Sie die Regeln mit den Schülern gemeinsam erarbeiten. Auf Regelverstöße und auch auf Unterrichtsstörungen sollten Sie schnell und möglichst einheitlich reagieren. Ein verlässliches Konfliktmanagement und Transparenz hinsichtlich von Konsequenzen geben zusätzlich Stabilität.

Fördern Sie wo immer möglich die Eigenverantwortung und auch die Kommunikationsfähigkeit der Kinder. Geben Sie Ihnen verständlich Rückmeldung, damit Sie Ihr Verhalten und auch Ihre Fortschritte gut einschätzen können. Arbeitsaufträge sollten möglichst eindeutig, verständlich und kindgerecht-kurz sein, damit jeder Schüler weiß, was er zu tun hat. Üben Sie wiederkehrende Arbeitsabläufe mit den Kindern ein, bis sie sie selbstständig erledigen können.

Rituale und Rhythmisierungen geben den Kindern zusätzlich Sicherheit. Mit einer guten Organisation erleichtern Sie sich selbst die Arbeit zudem ungemein – genau wie mit der Elternarbeit: Machen Sie den Eltern immer wieder Begegnungsangebote und bemühen Sie sich um einen guten Draht. Sie werden davon profitieren!

Eine gute Beziehung zu Ihren Schülern aufbauen

Eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung ist eine Grundvoraussetzung für ein positives Klassenklima. Je besser Ihr Verhältnis ist, desto wohler fühlen sich die Schüler – und umso mehr werden sie sich anstrengen, um Ihre Anerkennung zu gewinnen.

Damit Sie tatsächlich eine Beziehung aufbauen können, müssen die Kinder Sie auch als Mensch wahrnehmen. Erzählen Sie von sich, zum Beispiel von Ihren Hobbys oder von Ihrer eigenen Schulzeit. Zeigen Sie auch Interesse an dem, was Ihre Schüler beschäftigt. Was mögen sie, welche Hobbys und Interessen haben sie? Hören Sie gut zu und nehmen Sie sich Zeit. So können Sie auch schüchterne oder schwierige Schüler dazu bringen, sich zu öffnen. Und wenn die Kinder zu Hause von Ihnen schwärmen, wird auch die Zusammenarbeit mit den Eltern viel einfacher.

Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit fördern: Klassenämter

Jeder ist ein wichtiger Teil der Gemeinschaft, jeder hat seinen Platz und trägt etwas bei. Klassenämter fördern genau dieses Gefühl und erziehen die Kinder gleichzeitig zu Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Wenn Sie bestimmte Aufgaben als Klassendienste "delegieren", entlasten Sie sich außerdem selbst – im trubeligen Schulalltag immer eine gute Sache. Tafeldienst, Kalenderdienst, Sitzeckendienst, Getränkedienst, Fegedienst: Visualisieren Sie die verschiedenen Ämter nach Möglichkeit so, dass die Kinder jederzeit nachsehen können, wofür sie noch gleich zuständig sind. Die Einteilung können die Kinder selbst vornehmen, zum Beispiel durch den Klassenrat oder ihren Klassensprecher. Sie können auch einem Schüler die Aufgabe übertragen, die Ämter das ganze Jahr über einzuteilen. Die Kinder können abwechselnd immer die gleiche Tätigkeit übernehmen oder sie wechseln auch ihre Ämter – Sie werden sicherlich schnell ein Gefühl dafür haben, was für Ihre Klasse besser passt.

In den Tag starten: offener Anfang

Eine schöne Idee, um den Tagesablauf gut zu beginnen, ist der offene Anfang. Die Kinder können beispielsweise zwischen 8.00 und 8.15 Uhr im Klassenraum eintrudeln. Sie als Lehrer warten im Klassenraum, begrüßen die Kinder und klären offene Punkte – wenn nötig – schnell mit den Eltern. Bevor die Kinder sich setzen, markieren sie zunächst mit einer Wäscheklammer an einem "So-fühle-ich-mich-heute-Plakat", wie es ihnen geht. Sind sie zum Beispiel müde oder fit, muffig oder gut gelaunt? Entscheiden Sie zum Ende der offenen Anfangsphase spontan, ob Sie vielleicht mit einzelnen Kindern über ihre Stimmung sprechen oder eine kleine Blitzlichtrunde machen möchten. Bis 8.15 Uhr können die Kinder sich mit ihren Mitschülern austauschen oder schon mal mit einer Aufgabe beginnen, die sie sich zum Beispiel aus dem Wochenplan oder ihrem Lerntagebuch aussuchen. Mit einem festen Signal, zum Beispiel einem Lied oder einem gut hörbaren Gong, läuten Sie dann den Unterrichtsbeginn ein.
 

Fortbildungstipps

Classroom-Management - der Lehrer als Führungskraft
Es beschreibt die Kompetenz einer Lehrerin oder eines Lehrers, angemessen und zielgerichtet mit Ihren Schülerinnen und Schülern im Unterricht zu kommunizieren und dabei die eigenen Ressourcen sinnvoll und effizient einzusetzen. 
 

Durch bewusste Praxis zu mehr Präsenz
Sie sprechen und präsentieren tagtäglich vor Ihren SchülerInnen und haben Strategien und Routine entwickelt, souverän aufzutreten und Ihre Inhalte zu vermitteln. Dennoch bleiben immer wieder Fragen offen oder stellen sich neu: Wie wirke ich? Was tue ich unbewusst? Wie schaffe ich ein gutes Klima vor der Klasse? 
 

Schlagworte: