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Unterrichten aus der Ferne – so klappt’s

Tipps und Tricks

Sie haben noch keine Erfahrungen mit alternativen Methoden zum Unterrichten in der Schule oder in Ihrem Kurs? Ihre Lernenden sind es nicht gewohnt, digital unterrichtet zu werden? Dann finden Sie nachfolgend Tipps und Tricks, die Ihnen weiterhelfen.

Tipps und Tricks zum Download

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Selbstlernphasen - Wie organisiere ich diese richtig?

Selbstlernphasen nehmen beim Fernunterricht (Remote Teaching) eine stärkere Rolle ein als beim Unterrichten im Klassenzimmer. Das selbstständige Bearbeiten von Aufgaben erfordert dabei ein hohes Maß an Selbstdisziplin Ihrer Schüler/-innen. Je nach Schulform und Alter der Lernenden sind die Fähigkeiten, Selbstlernphasen effektiv umzusetzen, unterschiedlich ausgeprägt. Das Einbeziehen der Eltern ist dabei ein wichtiger Faktor. Struktur und Motivation sind weitere Kriterien, die den Lernerfolg steigern können. Wir haben Ihnen nachfolgend einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Selbstlernphasen bestmöglich vorbereiten, damit Ihre Lernenden motiviert am Ball bleiben:

  • Tipp 1 – konkrete Klassenregeln: Auch das Lernen zu Hause braucht einen Rahmen. Stellen Sie daher für ihre Klassen ein Regelwerk auf. 
  • Tipp 2 – Lern- und Wochenpläne: Aufgaben sollten in konkrete Lernpläne überführt werden. So wissen Schüler/-innen und ihre Eltern sofort, welche Lernziele in einer Woche erreicht werden sollen. 
  • Tipp 3 – individuelle Aufgabenpakete: Passen Sie Aufgabenpakete an die unterschiedlichen Bedürfnisse Ihrer Schüler/-innen an. Lernmaterialien, die auf die Diversität der Lernenden abgestimmt sind, führen zu größerem Lernerfolg und helfen, deren Motivation zu steigern. Eine große Auswahl an Lernmaterialien finden Sie hier 
  • Tipp 4 – weniger ist mehr: Je kleiner die Aufgabenpakete sind, desto besser können die Schüler/-innen diese in Selbstlernphasen konzentriert bearbeiten. Mit den Aufgaben von Duden Learnattack möchten wir Ihnen ein geeignetes Medium an die Hand geben, um große Lernpakete sinnvoll aufzuteilen. Setzen Sie zudem klare, kurze Bearbeitungszeiträume und schaffen Sie geeignete Vorrausetzungen, um Lernziele über den Fernunterricht gut zu steuern. 
  • Tipp 5 – Entspannungsphasen: Das Einplanen von Pausen ist für ein effektives Lernen zu Hause essenziell. Planen Sie daher eine angemessene Zahl an Entspannungsphasen mit in den Lernplan ein. Spielen, Zeichentools, spannende Geschichten oder andere kreative Aufgaben steigern die Motivation und Lernbereitschaft der Schüler/-innen.

Arbeitspakete - Wie verteile ich diese richtig?

Ob per Post oder auf digitalem Weg: Um weiterhin Aufgaben verteilen zu können, müssen Sie auf ungewohnte Wege zurückgreifen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Schüler/-innen mit den versendeten Aufgabenpaketen selbständig arbeiten können:

  • Tipp 1 – analoge Materialien: Analoge Materialien lassen sich auch für das Lernen zu Hause verwenden. Wichtig ist, dass Sie Aufgabenpakete in einer Postsendung bündeln und einen Lernplan beilegen. So bekommen Ihre Schüler/-innen alle Aufgaben in einem Paket, haben über den Lernplan aber gleichzeitig einen Leitfaden, wie sie das große Arbeitspaket strukturiert über die nächsten Wochen verteilen können. Unsere Empfehlungen zu Arbeitsblättern und anderen Lernmaterialien finden sie hier.
  • Tipp 2 – digitale Materialien: Digital können Sie Aufgabenpakete und Hinweise über ihre Schulplattform und/oder per E-Mail zur Verfügung stellen. Nutzen Sie zusätzlich Leseo, die Plattform für Leseförderung. Über diese weisen Sie Aufgaben direkt zu und erhalten eine Auswertung zur Aktivität Ihrer Schüler/-innen. 
  • Tipp 3 – transparente Anforderungen: Beziehen Sie die Eltern mit in die Planung ein. Je transparenter die Anforderungen und Aufgaben sind, desto besser können Eltern die Lernenden und damit Sie unterstützen.

Gemeinsamer Austausch - Wie halte ich den Kontakt zu Schüler/-innen?

Im Klassenzimmer ist es jederzeit möglich miteinander zu sprechen, Fragen zu stellen und Feedback zu geben. Dieser gemeinsame Austausch ist für das effektive Lernen unerlässlich. Findet der Unterricht ausschließlich zu Hause statt, helfen alternative Kommunikationswege, um Schüler/-innen und deren Eltern im Lernprozess zu unterstützen und zu begleiten. Mit folgenden Tipps halten Sie auch während der Selbstlernphasen den Kontakt:

  • Tipp 1 – alternative Kontaktmöglichkeiten: Schaffen Sie verschiedene Kontaktmöglichkeiten, um Schüler/-innen und Eltern im gemeinsamen Austausch individuell abzuholen. Ob per Telefon, E-Mail, Chat oder im Virtual Classroom – je mehr Angebote der Kontaktaufnahme Sie bereitstellen, desto besser können Sie die Lernenden steuern und unterstützen. 
  • Tipp 2 – feste Zeiträume: Konkrete Strukturen und feste Zeiträume erleichtern Ihnen und den Lernenden den gemeinsamen Austausch. Eine Mischung aus fixen Telefonoder Chatsprechstunden und individuellen Terminen zum tieferen Austausch bieten Lehrer/-innen und Schüler/-innen die Möglichkeit, den Kontakt in Selbstlernphasen nicht zu verlieren und trotz der räumlichen Distanz zusammenzuarbeiten. 
  • Tipp 3 – Kommunikationskanäle nicht wechseln: Egal ob analog oder digital – wählen Sie mit Ihren Schüler-/innen sowie deren Eltern die Kommunikationskanäle, die für alle gemeinsam am besten funktionieren. Und vor allem: Bleiben Sie dabei. Ein Wechsel von einmal etablierten Kommunikationswegen sollte nur unter zwingenden Umständen geschehen. Je mehr verlässliche Strukturen im gemeinsamen Austausch bestehen, desto besser können sich alle darauf einstellen. 
  • Tipp 4 – einfach und unkompliziert: Verwenden Sie die technische Ausrüstung, auf die Sie und Ihre Schüler/-innen schon zurückgreifen können, z. B. Smartphones oder die Chatfunktion. Je unkomplizierter die Kommunikationswege und je erprobter die notwendige Technik, desto einfacher der Austausch.

Remote Teaching - Technische Voraussetzungen und Möglichkeiten

Die Schulschließungen führen für Sie wie auch Ihre Schüler/-innen zu veränderten Unterrichtssettings. Diese fordern den kreativen Einsatz von analogen und digitalen Lehr- und Lernressourcen. Nachfolgend finden Sie Empfehlungen, wie sie mit Vorhandenem das Remote Teaching bestmöglich nutzen können: 

  • Tipp 1 – Voraussetzungen klären: Klären Sie zunächst, unter welchen individuellen Voraussetzungen Ihre Schüler/-innen aktuell zu Hause lernen. Hat der Schüler/die Schülerin einen eigenen Arbeitsplatz? Welche Arbeitsmaterialien und technischen Geräte sind vorhanden? Steht ein stabiler Internetzugang zur Verfügung? 
  • Tipp 2 – eBooks: Eine Alternative zu den analogen Schülerbüchern stellen eBooks dar. Eine Auswahl an eBooks von Cornelsen finden Sie hier 
  • Tipp 3 – Online-Stunden: Sollte die technische Möglichkeit bestehen, vereinbaren Sie zusätzlich zum Selbstlernen einige Online-Stunden in der Woche. So können Sie mit Schüler/-innen einer Klasse synchron kommunizieren. Die Nutzung eines Headsets zur Minimierung von Hintergrundgeräusche ist dabei empfehlenswert. 
  • Tipp 4 – Nutzung von Apps: Die Nutzung von Apps ist eine abwechslungsreiche und unkomplizierte Alternative beim Lernen zuhause. Auf die Nutzung von Apps, die persönliche Daten (z.B. E-Mail-Adresse, Anschrift oder Telefonnummer) abfragen oder Produktwerbung enthalten, sollte aus Gründen des Datenschutzes und des Werbeverbots allerdings verzichtet werden. 
  • Tipp 5 – Flexibilität: Ermöglichen Sie den Schüler/-innen flexible oder auch asynchrone Lern- und Arbeitszeiten. Damit gehen Sie gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler/-innen ein und schaffen geeignete Voraussetzungen zur Steigerung des Lernerfolges. 
  • Tipp 6 – Weniger ist mehr: Das Lernen von zu Hause ohne die Unterstützung durch den Präsenzunterricht ist für die meisten Schüler/-innen eine ganz neue Erfahrung. Es könnte daher schneller zu Überforderung kommen. Wir empfehlen die Anzahl der Werkzeuge, Apps und Kommunikationskanäle auf ein gesundes Maß zu beschränken, um dem entgegenzuwirken.

Motivation - Wie unterstütze ich meine Schüler/-innen?

Motivation kann eine der größten Herausforderungen beim selbstständigen Lernen zuhause darstellen. Besonders, wenn die Schüler/-innen sich erst neu in die Selbstlernsituation einfinden müssen. Es fehlt der persönliche Austausch mit dem Lehrer oder der Lehrerin genauso, wie der Kontakt zu Mitschüler/-innen. Die nachfolgenden Tipps ermöglichen es Ihnen auch aus der Ferne einen gemeinsamen, motivierenden Lernraum für Ihre Schüler/-innen zu schaffen:

  • Tipp 1 – Regelmäßiger Austausch: Nicht nur der Kontakt zu Ihnen ist wichtig für die Motivation der Lernenden, sondern der regelmäßige Austausch der Schüler/-innen untereinander. Bilden Sie dafür Lernpartnerschaften. Sie schaffen so eine weitere Schnittstelle innerhalb der Klassengemeinschaft, die zwischen den Lernphasen den Kontakt und die Motivation aufrechterhalten kann. Besprechen Sie mit den Eltern bzw. den Klassensprecher/-innen, ob Sie den Klassenchat dafür nutzen können oder ob es Alternativen gibt.
  • Tipp 2 – Regelmäßiges Feedback: Legen Sie im Voraus fest, wann Schüler/-innen oder Eltern ein persönliches Feedback von Ihnen zu den bearbeiteten Aufgaben bekommen und kommunizieren Sie, über welchen Kanal das Feedback erfolgt. Neben den klassischen Kanälen (Telefon, E-Mail) können Sie auch bisher weniger genutzte Feedbackmöglichkeiten über Audio- oder Videoaufnahmen in Ihren Fernunterricht einbeziehen. Gleichzeitig ist es hilfreich die Schüler/-innen (ggf. gemeinsam mit Ihren Eltern) dazu zu ermutigen Ihnen Rückmeldung über Lernfortschritte und Herausforderungen zu geben. 
  • Tipp 3 – Nutzen Sie alternative Medien: Die Distanz des Fernunterrichtes kann durch den gezielten Einsatz von Videos überbrückt werden. Arbeitsaufträge oder kleine Aufmunterungen bekommen in Form von Videobotschaft an Ihre Schüler/-innen eine persönliche Note. Wechseln Sie Online- und analoge Kommunikationsmittel, wenn möglich, ab. Lassen Sie verschiedene Formen von Arbeitsergebnissen zu. Papier oder andere analog erstellte Arbeitsergebnisse lassen sich (z.B. in Form von Fotos) meist recht einfach digitalisieren und erhöhen den Spaß am gemeinsamen Austausch.

Erwartungsmanagement - Was kann der Fernunterricht tatsächlich leisten?

Der Fernunterricht kann in der aktuellen Situation Ihren Schulunterricht nicht eins-zu-eins ersetzen. Lehrkräfte wie auch Schüler/-innen müssen sich den neuen Umständen erst anpassen. Routinen müssen etabliert und erprobt, die Konzentration und Motivation beim Selbstlernen erst trainiert werden. Die Bearbeitung von Aufgaben wird länger dauern. Mit diesen Tipps setzen Sie realistische Erwartungen und Anforderungen an sich, aber auch an Ihre Schüler/-innen:

Tipp 1 – Mehr Zeit einplanen: Planen Sie Zeit für die Einführung neuer Abläufe ein. Neue Methoden und Werkzeuge müssen erst in den Lernalltag eingeführt werden. Begleiten Sie die Eingewöhnungsphase empathisch und der notwendigen Unterstützung bei Fragen und Herausforderungen. 

Tipp 2 – Haben Sie Geduld: Seien Sie geduldig mit Ihren Schüler/-innen, vor allem aber auch mit sich selbst. Die aktuelle Situation ist auch für Sie sehr neu und muss erst in einen Alltagsprozess übergehen. Auch bei guter Planung wird es zu Hindernissen und Hürden kommen. 

Tipp 3 – Lernziele anpassen: Stecken Sie kleinere Lernziele und priorisieren Sie diese entsprechend. 

Tipp 4 – Unterstützung durch das Kollegium: Die enge Zusammenarbeit mit Kolleg/-innen ist besonders wichtig. Tauschen Sie sich regelmäßig auch im Kollegium aus und unterstützen Sie sich so gegenseitig.