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01.10.2015

Wir sind steinreich! Steine, Steine – überall sind Steine

Wir sind steinreich!

Steine sind überall verfügbare und spannende Artefakte der Natur, die dazu einladen, im Sachunterricht thematisiert zu werden. Kein Stein gleicht einem anderen – es gibt nur Unikate! Im Sachunterricht werden Steine gesammelt, untersucht und sortiert. Durch diese handlungsorientierten Zugangsweisen machen die Kinder direkte Erfahrungen, die das Interesse an ihrer Umwelt fördern und in wichtige fachspezifische Arbeitsweisen des Faches einführen.

© F1online

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01.10.2015
Wir sind steinreich! Steine, Steine – überall sind Steine

Kein Stein ist wie der andere! Steine sammeln, sie mit Hilfe einer Lupe untersuchen, sie beschreiben und ordnen, mit ihnen experimentieren … Die beigefügten Kopiervorlagen unterstützen Ihren handlungsorientierten Sachunterricht und ermöglichen Grundschulkindern vielfältige Erfahrungen und Erkenntnisse über unsere Welt.

Details
Materialart:
Beitrag aus Kundenmagazin
Seitenzahl:
7
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Der Steinesammler Albert Chapman (1912–1996) sagte: „Nur was du selbst sammelst, gibt dir den richtigen Kick!“ Seine Mineraliensammlung ist im Australischen Museum in Sydney zu sehen.
Schon als Kind begann Albert Chapman, Steine zu sammeln, zu untersuchen und zu klassifizieren und tat dies bis zu seinem Tod. Er war sein ganzes Leben lang fasziniert von den Steinen – und die Basis für diese Begeisterung wurde früh gelegt!



© Beate Blaseio

Steine faszinieren Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, sich mit diesen Zeugen der Erdgeschichte zu beschäftigen, dann entdeckt man Stück für Stück – oder Stein für Stein –, wie spannend die Auseinandersetzung mit ihnen ist. Sie sind in der Natur unbegrenzt vorhanden und stellen durch ihre Einzigartigkeit jeweils Unikate dar.
Die vielen unterschiedlichen Steine und ihre unmittelbare Präsenz in der Umwelt laden ein, sich im Grundschulunterricht mit ihnen näher zu beschäftigen. Eine Unterrichtseinheit über Steine kann bei den Kindern das Interesse wecken, sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen und Steinesammler zu werden. Vielleicht wird diese erste Begegnung mit Steinen für eines Ihrer Grundschulkinder genau so prägend, wie sie für Albert Chapman war.

Konkrete Dinge sind der Ausgangspunkt beim Sachlernen – immer, wenn eine originale Begegnung möglich ist, sollte diese im Sachunterricht genutzt werden. Donata von Elschenbroich hat in ihrem Buch „Die Dinge“ (2010) darauf hingewiesen, wie wichtig die konkreten Sachen sind, da in ihnen das „Wissen der Welt“ steckt. Und so ist es auch bei der faszinierenden Welt der Steine.



© Gotthard Stuhm

Im Unterricht ist es vor allem wichtig, den Kindern vielfältige Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten mit Steinen zu ermöglichen (Kopiervorlage 1–4). Hinzu kommen Grundlagen erster geologisch orientierter Arbeitsweisen wie der Umgang mit der Lupe, dem USB-Mikroskop oder der Bestimmung von Eigenschaften.
Die namentliche Bestimmung von selbst gefundenen Steinen ist für Grundschulkinder jedoch noch schwer. Bestimmungsübungen können nur mit ausgewählten Steinen und zuzuordnenden Bestimmungskarten oder für ein begrenztes Areal erfolgen (z. B. Strandsteine mit guter Bestimmungshilfe).


Das Sammeln von Steinen und das anschließende Untersuchen und Ordnen nach unterschiedlicher Beschaffenheit (u. a. Größe, Gewicht, Farbgebung) ist Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit. Steine können von den Kindern mitgebracht werden, oder besser, die Klasse geht gemeinsam nach draußen: Jedes Kind sucht einen Stein und nimmt ihn mit in den Klassenraum. Nach der Vorstellung der Steine (z. B. im Sitzkreis) kann jedes Kind seinen Stein noch besser kennenlernen, indem ein Steckbrief (KV 1) erstellt wird.
Eine Sachzeichnung ist der Ausgangspunkt, bevor Farbe, Größe, Gewicht und besondere Merkmale beschrieben werden. Diese erzwingt das genaue Betrachten, denn dabei ist der stete Abgleich zwischen Stein und Zeichnung notwendig. Der Umgang mit der Waage und dem Maßband werden bei dieser Aufgabe geübt.

Kein Stein ist wie der andere: Steine können miteinander verglichen und anhand von Eigenschaften können Merkmalszuschreibungen im direkten Vergleich vorgenommen werden. Welcher Stein ist schwerer oder glatter als die anderen? Ordnen heißt hier, eine Beziehung untereinander herzustel- len. Dazu müssen die Steine sinnlich erfasst werden.
Zur Bearbeitung von KV 2 werden fünf unterschiedliche Steine benötigt. Aufgabe ist es, diese in Bezug auf ausgewählte Eigenschaften zu sortieren und in eine Reihenfolge zu bringen. Auch hier ist der Einsatz von Waage und Maßband zur Objektivierung von Eigenschaften vorgesehen.
Diese Aufgaben sind in Partner- oder Gruppenarbeit durchzuführen, weil die Kommunikation untereinander im Ordnungs- und Untersuchungsprozess lernfördernd ist.

In KV 3 erfolgen weitere Untersuchungen, die dazu beitragen, Eigenschaften von Steinen zu bestimmen. Im Wasser sehen Steine z. B. farbkräftiger aus; dies können die Kinder beobachten. Wählt man einen Bimsstein, dann schwimmt er im Wasser. Wenn Steine in Essigwasser gelegt werden, zersetzen sich Kalksteine langsam.
Steine klingen unterschiedlich – auch das kann über die Sinne wahrgenommen werden. Der Einsatz des USB-Mikroskops ermöglicht eine genaue Betrachtung der Oberflächenstruktur eines Steines (vgl. Blaseio 2015). USB-Mikroskope sind über den USB-Eingang leicht am Computer zu installieren und zu nutzen; eine Vergrößerung bis zum 200-fachen ist damit möglich.
Wenn man Feuersteine hat, dann riechen sie, oder es entstehen Funken bei Reibung bzw. beim Schlagen aufeinander. Interessant ist auch die Bestimmung der Härte. Hier wird nicht mit der in der Geologie verwendeten Mohs-Skala gearbeitet, aber dennoch können die Kinder bei der Untersuchung mehrerer Steine prüfen, welche Steine härter und weicher sind – und zwar im direkten Vergleich. Bei Sandsteinen ist z. B. ein deutlicher Sandabrieb festzustellen. Für die Bearbeitung der Aufgaben könnten u. a. Bimssteine, Kalksteine, Feuersteine und Sandsteine zur Verfügung gestellt werden.

Steine – Eigenschaften untersuchen

Wenn die Kinder erste Erfahrungen mit Steinen im Unterricht gesammelt haben, dann kann das „Steinesuchen“ beginnen (KV 4). Sie bekommen in Gruppen (3 bis 5 Kinder) den Auftrag, Steine mit bestimmten Eigenschaften zu suchen (z. B. weiß, rund, spitz, Muster …). Es sollte ein gut begrenztes bzw. einsehbares Suchareal sein. Neben Kiesgrube, Strand, Wiese, Feldrand, Flussufer und Wald eignen sich möglicherweise auch Halden, Steinbrüche, Seeufer, Bachläufe oder Kiesgruben – hier ist eine gründliche Prüfung durch die Lehrkraft hinsichtlich Sicherheit und Funderwartungen vorgeschaltet (ggf. Genehmigung einholen). Jede Gruppe bekommt einen Suchbogen, Nummernaufkleber und einen Rucksack für den Transport der Fundstücke.
Durch den Suchbogen sind die Kinder angehalten, mit offenen Augen nach Steinen mit bestimmten Eigenschaften Ausschau zu halten. Sie müssen dann diskutieren, ob der gefundene Stein den Anforderungen entspricht, und sich einigen, ob er mit der dazugehörigen Nummer ausgestattet und im Rucksack verstaut werden soll. „Steinesuchen“ kann beispielsweise auch bei einer Klassenfahrt am Meeresstrand durchgeführt werden.

Bringen Sie den Stein ins Rollen – in Ihrem Sachunterricht! Steine bieten eine Reihe ausgezeichneter Möglichkeiten für sachunterrichtliche Erkundungen. Sammeln, Bestimmen und Untersuchen sind zentrale Methoden des Sachunterrichts, die einerseits den Kindern den Zugang zu den Phänomenen der Steine eröffnen und auf der anderen Seite wichtige sachunterrichtliche Methoden schulen (vgl. Blaseio 2015).
Interesse für die Sachen in der Welt kann nur geschaffen werden, wenn man den Dingen auch begegnet und mit ihnen umgeht – sie mit allen Sinnen erfasst.

Weiterführende Literatur

Blaseio, Beate: Das schnelle Methoden-1x1 Sachunterricht. Cornelsen: Berlin 2015
Elschenbroich, Donata: Die Dinge. München 2010

Prof. Dr. Beate Blaseio

Professorin für die Didaktik des Sachunterrichts an der Europa-Universität Flensburg und langjährige Tätigkeit als Grundschullehrerin, Autorin von vielen fachdidaktischen Beiträgen zum Sachunterricht in Fachzeitschriften und Sammelbänden sowie Durchführung von Lehrerfortbildungen, Engagement in der GDSU und im Grundschulverband. Weitere Informationen unter

 
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