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Bilingualer Unterricht

Zweisprachiges Lernen

Für den bilingualen Unterricht eignen sich besonders gesellschaftswissenschaftliche Fächer wie Geographie, Politik und Geschichte oder naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie. Wir haben Ihnen passende Materialien für den bilingualen Unterricht in englischer Sprache zusammengestellt.

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In unseren Empfehlungen finden Sie Schülerbücher, Handreichungen und Themenhefte
für den bilingualen Unterricht vom 5. bis 9. Schuljahr:

Bilingualer Unterricht: ein Erfolgsmodell

Wir haben alles Wissenswerte kurz für Sie zusammengefasst

Bild: Shutterstock.com/GagliardiPhotography
  • Was macht bilingualen Unterricht so erfolgreich?
  • Worauf sollten Sie bei der Unterrichtsplanung achten?
  • Welche Themen eignen sich?
  • Woher bekommen Sie die richtigen Materialien?
  • Und wie viel Deutsch ist eigentlich notwendig?

Der bilinguale Unterricht ist eine echte Erfolgsgeschichte: Seit Jahren wird er äußerst lernwirksam quer durch alle Schulformen und -stufen angeboten. Die Fremdsprachen unterscheiden sich – die Vorteile dieser besonderen Form des Unterrichts aber sind in allen Fällen gleich.

Der bilinguale Unterricht als kompetenzorientierter Fremdsprachen- und Sachfachunterricht bereitet die Schüler besonders gut auf das Leben nach der Schule vor. Denn völlig unabhängig von ihren Vor- und Nachteilen gilt unbestritten: Die Globalisierung hat unsere Welt verändert und stellt neue Anforderungen an Leben und Beruf. Schüler, die sich ganz selbstverständlich in mehreren Sprachen bewegen können, tun sich im späteren (Arbeits-)Leben weitaus leichter. Sie sind sprachlich kompetenter und in Kommunikation und Präsentation geübt. Bilingualer Unterricht zielt also vor allem auf einen nachhaltigen Kompetenzerwerb ab.

Weitere hilfreiche Tipps

Kompetenzen fördern

Zunächst einmal trainieren die Schüler natürlich ihre sprachlichen Fähigkeiten. Sie lernen auf anwendungsorientierte und authentische Weise und stärken ihr Selbstvertrauen, was die fremde Sprache anbelangt. So entwickeln sie einerseits eine fachbezogene Sprachkompetenz – andererseits fördert der bilinguale Unterricht aber auch die Methodenkompetenz der Schüler. Denn obwohl im Unterricht eine Fremdsprache als Arbeitssprache vorherrscht, geht es vor allem um das fachlich-inhaltliche Lernen, also um die Sachkompetenz. Die (didaktischen) Ziele des jeweiligen Fachs gelten deshalb auch für den bilingualen Unterricht.

Interkulturelle Kompetenzen – ein wichtiges Ziel jedes Fremdsprachenunterrichts – werden zusätzlich gefördert. Die Beschäftigung mit der anderen Kultur bringt gleichzeitig auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur mit sich. Und auch der bilinguale Unterricht und die übrigen Unterrichtsfächer stehen in einer Wechselwirkung: Die Schüler übertragen ihre Erfahrungen auf den regulären Fremdsprachenunterricht und auch auf den deutschsprachigen Fachunterricht. Sie werden für sprachliche Feinheiten sensibilisiert und können die gewonnenen Methodenkompetenzen auch in anderen Fächern anwenden. So profitieren letztlich alle vom bilingualen Unterricht.

Den bilingualen Unterricht planen und durchführen

Wie beim kompetenzorientierten Unterricht allgemein gilt auch für den bilingualen Zweig: Die Unterrichtsplanung basiert auf dem Prinzip des backward planning, also der rückwärtsgerichteten Planung. Dazu definieren Sie zuerst, welche Kompetenzsteigerung, welche Lernergebnisse und welche Produkte (beispielsweise Texte oder Präsentationen) am Ende herauskommen sollen. Aus dieser Zielsetzung leiten Sie dann den entsprechenden Weg ab, indem Sie überlegen, welche Mittel und welche Unterstützung Sie den Schülern geben müssen, damit sie das gewünschte Ergebnis erreichen können.

Vielfältige Materialien für den bilingualen Unterricht

Bei der Themen- und Materialauswahl sollten Sie immer von den Vorgaben für das jeweilige Fach ausgehen. Überlegen Sie – gegebenenfalls in Absprache mit der Schulleitung und den Kollegen –, welche Inhalte und Themen der Fachlehrpläne sich für den bilingualen Unterricht eignen. Themen, die schon auf Deutsch sehr anspruchsvoll und gespickt mit zahllosen Fachtermini sind, machen in der Regel wenig Sinn. Die Amerikanische Revolution hingegen drängt sich zum Beispiel förmlich auf.

Mittlerweile finden Sie vielfältige Materialien für den bilingualen Unterricht. Fachlehrwerke oder Modulhefte speziell für diese Unterrichtsform, Filme oder (Schul-)Fernsehsendungen, aber auch Unterrichtsbeispiele aus entsprechenden Sprachlehrbüchern bieten Ihnen praktische Anregungen. Auch Materialien aus anderen Ländern können gut geeignet sein – hier müssen Sie allerdings darauf achten, dass es curricular und sprachlich passt. Authentische Texte und Quellen können Sie ebenfalls gut verwenden und gegebenenfalls durch Streichungen auf Ihre Zwecke zuschneiden.

Besonders für englischsprachige Materialien bietet sich außerdem das Internet als unerschöpfliche Fundgrube an. Achten Sie am besten auf URL-Endungen wie .edu, .net, .org, .gov und .eu. Interaktive Medien und zum Beispiel auch Webquests können für zusätzliche Abwechslung sorgen und den Schülern selbstständiges Lernen ermöglichen.

Methoden und Tipps für die Unterrichtsdurchführung

Der bilinguale Unterricht fördert vielfältige Methodenkompetenzen, unter anderem durch ...

  • ... Techniken zur Wort- und Texterschließung
  • ... Visualisierungstechniken
  • ... Umschreibungen
  • ... Präsentationen
  • ... Informationsbeschaffung, -selektion und -verarbeitung
  • ... Versprachlichung von Grafiken, Schaubildern etc.
  • ... Lesetechniken, wie zum Beispiel skimming und scanning sowie sinnentnehmendes und analytisches Lesen

Die Aufgabenstellungen sollten immer Impulse für aktives Lernen geben und zur inhaltlichen Auseinandersetzung animieren. Sie können also etwa Aufgaben wählen, die auf den Wissensgewinn abzielen, indem die Schüler zum Beispiel Phänomene erklären müssen. Sie können das inhaltliche Verständnis fördern, indem Sie die Schüler Zusammenhänge herstellen lassen oder die Analysefähigkeiten fördern, indem Sie Aufgaben zur Strukturierung von Sachverhalten stellen. Sie können aber auch Syntheseaufgaben wählen, in denen es um neue Erfahrungen und Erkenntnisse geht. Die Beurteilungsfähigkeit trainieren die Schüler wiederum am besten durch die Evaluation von Informationen oder das Erläutern einer eigenen Meinung. Zur Anwendung können Sie den Schülern schließlich auch Problemstellungen geben, in denen Sie ihr Wissen in neuen Zusammenhängen einsetzen müssen.

Klare Regeln, aber vor allem die nötige Unterstützung

Bieten Sie Ihren Schülern in jedem Fall so viele Sprechanlässe wie möglich und halten Sie sie dazu an, nicht ins Deutsche zu wechseln. In Ausnahmefällen kann es natürlich nötig und sinnvoll sein, generell gilt aber: Inhalt vor Genauigkeit. Solange der Sinn also deutlich wird, ist es besser, in der jeweiligen Fremdsprache zu bleiben, als wegen kleinster Formulierungen zwischen Deutsch und zum Beispiel Englisch zu wechseln. Wichtige Fachbegriffe allerdings müssen natürlich in beiden Sprachen gelernt werden.

Sie können mit bestimmten Vokabeln oder Satzanfängen aushelfen, wenn es sprachlich einmal hakt. Achten Sie allerdings darauf, nicht zu oft einzugreifen und auch nicht zu korrigieren. Bewerten Sie sprachliche Fehler nicht, damit Sie die Schüler nicht demotivieren und es ihnen stattdessen ermöglichen, sich ganz spontan und unbefangen mündlich zu beteiligen.

Gestalten Sie den Unterricht so anschaulich wie nur möglich und setzen Sie – wann immer sinnvoll – offene Unterrichtsformen ein. Denken Sie aber auch an Differenzierung, damit schwächere Schüler nicht abgehängt werden. Schüler, die noch Schwierigkeiten mit der Fremdsprache haben, können Sie beispielsweise durch Lösungshinweise oder hin und wieder auch durch Übersetzungen unterstützen. Auch kooperative Lernformen sind meist ausgesprochen hilfreich.