Ulrike Lützen

Spanisch- und Englischlehrerin am Ratsgymnasium Rotenburg

Zur Person: Ulrike Lützen unterrichtet am Ratsgymnasium Rotenburg in Niedersachsen. Als Lehrerin für Spanisch und Englisch kennt sie die Anforderungen und Entwicklungen im Fremdsprachenunterricht genau. Seit vielen Jahren entwickelt sie Spanisch-Lehrwerke und ist als Autorin des Spanisch-Lehrwerks „Apúntate. Nueva Edición“ für den Cornelsen Verlag tätig.

Warum haben Sie sich für den Lehrerberuf entschieden?
Ulrike Lützen: „Ich habe schon immer viel Spaß daran gehabt, anderen Leuten etwas beizubringen und mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Der Lehrberuf kann sehr anstrengend aber auch sehr erfüllend sein. Jedes Schuljahr, jeder Tag, jede Stunde ist anders und so wird es niemals eintönig oder langweilig – das macht mir heute noch sehr viel Spaß. Außerdem denke ich mir immer gerne neue Methoden und Übungen aus und experimentiere mit einem abwechslungsreichen Ideen- und Materialfundus.“

Worauf kommt es beim Lehrersein an? Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Ulrike Lützen: „Das wichtigste für mich ist es einerseits authentisch zu bleiben, aber auch seine Rolle als Lehrkraft professionell auszufüllen. Die Schüler sollten im Mittelpunkt der Arbeit stehen und der Austausch mit ihnen, um sich selbst stets weiterzuentwickeln. Ob man erfolgreich ist oder nicht, können letztlich nur die Schüler entscheiden.“

Was sind derzeit Ihre größten Herausforderungen?
Ulrike Lützen: „Die größten Herausforderungen sind ohne Frage die ständigen Neuerungen der Schulpolitik, die häufig zunächst nur Worthülsen ohne Inhalt sind. Von uns Lehrkräften wird aber dann erwartet, diese mit Inhalt zu füllen. Dies bringt große Unruhe in den Schulalltag und lenkt von der eigentlichen Kernarbeit, dem Unterricht, ab. Eine weitere große Aufgabe für alle Lehrkräfte ist die Umsetzung der Inklusion, wozu ich mir deutlich mehr Unterstützung seitens der Schulbehörde wünschen würde.“

Welche schulische Entwicklung gefällt Ihnen nicht? Warum?
Ulrike Lützen: „Ich finde es sehr gefährlich, alle Schüler „in einen Topf“ werfen zu wollen und dadurch Anforderungen zu nivellieren. Jeder Schüler hat das Recht, dass man das Bestmögliche beziehungsweise seine Stärken aus ihm herausholt und das kann nur durch Fördern aber auch durch Fordern auf der anderen Seite geschehen. Viele Schüler sind später dankbar, dass man sie nicht aufgegeben, sondern ständig ermutigt und gefordert hat und gesagt hat: "Das kannst Du besser!"