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Kreatives Schreiben: Bleistifte und Spitzerabfälle
Bild: Shutterstock.com/spacezerocom

Kreatives Schreiben

Für jeden erlernbar!

Bei wenig vergleichbaren Schulthemen hält sich die Vorstellung so hartnäckig, dass man es entweder kann oder eben nicht. Vokabeln kann jeder lernen, manche besser, manche weniger gut.

Übung macht auch beim Schreiben den Meister!

Übung macht bekanntlich den Meister. Aber ist es überhaupt möglich, mit bestimmten Methoden den Schreibstil Ihrer Schülerinnen und Schüler zu verbessern? Natürlich! Es ist wichtig, dies von Anfang an mit leichten Übungen zu untermauern, um die Klasse zu motivieren. Es muss nicht gleich eine Kurzgeschichte sein, vielleicht beginnen Sie mit einer kreativen Mindmap?

Erfahren Sie mehr zum Thema und Prozess des kreativen Schreibens in unserem praktischen Format Wissen Kompakt!

Kreatives Schreiben: Wissen kompakt

Schriftsteller aller Epochen haben Methoden und Techniken angewandt, die ihnen bei der Textproduktion geholfen haben.

Die Geschichte des kreativen Schreibens reicht bis in die Antike zurück. Hätten Sie das gedacht? Schon damals verwendete man bestimmte Schreibspiele. Im Barock galt derjenige als intelligent und gut gebildet, der einen spielerischen Sprachumgang beherrschte. Später im 20. Jahrhundert gab es dann sogar künstlerische Bewegungen rund um das kreative Schreiben.

Heute versteht man unter dem Begriff jegliche Schreib- und Textformen, die als Kunst verstanden werden können (Gedichte, Romane, Kurzgeschichten usw.) und auch die dazugehörigen Methoden, die bei der Ideenfindung helfen.

Kreatives Schreiben: Schüler schreibt in Heft
Bild: Shutterstock.com/panitanphoto

Bis heute hält sich der Mythos, dass kreatives Schreiben nicht erlernbar sei. Hier gibt es allerdings Entwarnung!

Der Schriftsteller Fritz Gesing sagt, dass nur zehn Prozent des Prozesses beim kreativen Schreiben Begabung sind – der Rest ist Übungssache und jeder kann mit gezielten Schreibübungen an seinem Schreibstil arbeiten.

Diese 90 Prozent können Sie Ihren Schülern beibringen. Cornelsen-Lehrmittel eignen sich sehr gut dafür, denn dort finden Sie gängige Schreibübungen für verschiedene Kurse. Gezielte Spiele mit Worten geben den Schülerinnen und Schülern Mut, um später ihre eigenen Geschichten zu verfassen. Dabei können Sie aus einer Vielzahl an Lehrwerken und Materialien wählen, um geeignete Schreibübungen zu finden, die Ihren Kursteilnehmern das kreative Schreiben näherbringen werden.

Generell lässt sich der Prozess des kreativen Schreibens in vier Phasen unterteilen. Für eine Unterstufen-Klasse mag es schon genügen, sich mit den ersten zwei Phasen, der Vorbereitung und Inkubation, vertraut zu machen. 

Phase 1: Die Vorbereitung

Entwicklung der Geschichte: 
Erstes Mindmapping, Sammeln von Themen, Recherche

Schreibprozess: 
Entscheidung für Schreibstil, Perspektive, Schreibplan erstellen

Beispielübung: 
im Abschnitt "Clustering"

Phase 2: Inkubation

Entwicklung der Geschichte: 
Erarbeitung/Ausarbeitung eines Konzepts

Schreibprozess: 
Verfassen erster Textteile, Ausprobieren von Stilen

Phase 3: Illumination

Entwicklung der Geschichte: 
Konkrete Einfälle zu Charakteren und Details

Schreibprozess:
Eintauchen in Schreibprozess, „Herunterschreiben“

Beispielübung: 
im Abschnitt "Free-Writing / Schreiben ohne Unterbrechung".

Phase 4: Elaboration

Entwicklung der Geschichte: 
Detaillierte Gliederung entwerfen

Schreibprozess: 
Rückmeldung einholen, Überarbeitung

Schritt für Schritt

Kreatives Schreiben: Autorin mit Stift im Mund denkt nach
Bild: Shutterstock.com/simona pilolla 2

Zunächst müssen einfach Ideen gesammelt werden. Dabei hilft die Beispielübung im Abschnitt "Clustering". Danach folgt ein erstes Experimentieren mit verschieden Stilen und das Verfassen erster Textteile.  Danach gelangen wir bereits zur dritten Phase.

Die dritte Phase ist die sogenannte Illumination. Hierbei geht es schon um Details und um das eigentliche Schreiben. Für viele Schülerinnen und Schüler ist diese eine der schwierigsten Phasen im Prozess des kreativen Schreibens. Aber auch hierfür gibt es zahlreiche Übungen, um der Kreativität nachzuhelfen. Um den Lernenden die Hemmung des Schreibens zu nehmen, können Sie Ihrer Schulklasse eine einfache Schreibübung auftragen – diese lässt sich beispielsweise auch perfekt als Aufwärmübung im Deutschunterricht nutzen. Siehe Beispielübung: "Free-Writing / Schreiben ohne Unterbrechung". 

Die letzte Phase, die Elaboration, dient der Korrektur oder auch dem Einholen von Feedback durch Dritte.

Eine gute Übung zur Ideen-Sammlung kann eine Mindmap oder ein Cluster sein, indem gezielt einzelne Wörter und Sätze zusammengeschrieben werden. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich hierbei ein weißes Blatt Papier nehmen und zunächst in die Mitte des Blattes das Hauptthema notieren und einkreisen. Davon ausgehend schreibt man nun um das zentrale Wort weitere, mit dem Hauptterm zusammenhängende Begriffe.

Positiver Nebeneffekt 

Die Lernenden lassen sich hierzu in der Regel sehr gut motivieren, da die Übung von den alltäglichen Routinen abweicht und vielmehr spontane Ideen gefragt sind. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! 

Gedanken im Freilauf

Im Anschluss werden die notierten Wörter genauer angeschaut und hierfür wiederum Begriffe überlegt. Um das Fokusthema herum entstehen auf diese Art und Weise interessante Gedankenketten. Die Schüler lernen dabei, sich von großen Konzepten erst einmal zu befreien und ganz spontan ihre Gedanken fließen zu lassen.

Kreatives Schreiben: Zwei Bleistifte liegen in unbeschriebenem Notizbuch
Bild: Shutterstock.com/Filip Altman

Um die wichtigste Phase – das eigentliche Schreiben – einzuläuten, gibt es eine Übung, die Schülerinnen und Schüler direkt zum Stift greifen lässt. 

Keine Unterbrechung 

Die Aufgabe besteht darin, ohne Unterbrechung schreiben zu müssen – zum Einstieg kann man dies auf drei bis fünf Minuten begrenzen. Die Lernenden setzen den Stift nicht ab; im Falle einer PC-Nutzung muss ein stetiges Tastentippen zu hören sein. Wenn die Kreativität Pause macht, muss eben genau dies geschrieben werden: „Mir fällt gerade nichts ein!“ Das klingt zunächst vielleicht befremdlich, aber motivieren Sie Ihren Kurs, dies zu testen. Ihre Schülerinnen und Schüler werden schon nach einem Durchgang dieser Schreibübung merken, dass sie besser in den Schreibfluss kommen und sich Wörter und Sätze ganz einfach aneinanderreihen lassen.

Übrigens: Mit den Cornelsen-Lehrmitteln kann kreatives Schreiben bestens geübt werden!

Im deutschsprachigen Raum gibt es generell vier verschiedene Formen des kreativen Schreibens:

  • Spiel mit der Sprache
  • Therapie und Selbstreflexion
  • schulische Schreibdidaktik
  • Pragmatik des Schreibens in Literatur, Theater, Film und Wissenschaft

Spiel mit der Sprache

Schreibspiele sind oft die beste Methode, um Schreibhemmungen zu nehmen und als Einstiegsübung zum Deutschunterricht bestens geeignet – siehe oben. Schreibspiele werden in den unterschiedlichsten Formen von kreativem Schreiben eingesetzt. Sie helfen dabei, einen spannenden Einstieg zum sprachlichen Ausdruck und zur eigenen Sprache zu finden. In der Regel sind sie eingebunden in weitergehende Konzepte.

Therapie und Selbstreflexion

Schreibspiele sind oft die beste Methode, um Schreibhemmungen zu nehmen und als Einstiegsübung zum Deutschunterricht bestens geeignet – siehe oben. Schreibspiele werden in den unterschiedlichsten Formen von kreativem Schreiben eingesetzt. Sie helfen dabei, einen spannenden Einstieg zum sprachlichen Ausdruck und zur eigenen Sprache zu finden. In der Regel sind sie eingebunden in weitergehende Konzepte.

Auch in Therapien können verschiedene Formen des kreativen Schreibens zum Einsatz kommen, denn durch das Niederschreiben der eigenen Erlebnisse, Ängste und Wünsche werden die eigenen Gefühle deutlich bewusst gemacht. Auch das aktive Festhalten von Lebenserinnerung und Verfassen von Memoiren gehört zu dieser Form dazu.

Schulische Schreibdidaktik

Die unterrichtliche Vermittlung des Schreibens war lange Zeit vom Diktat und Aufsatz geprägt. Erst in den 70er Jahren zieht das kreative Schreiben allmählich in den Deutschunterricht ein. Schreiben, das war bis dahin in der Regel stets das Hinarbeiten auf den individuellen Aufsatz, der sowohl als Lern- wie auch als Prüfungsaufgabe schulisches Schreiben dominierte und benotbar sein musste.

Heute hat sich mit der Handlungsorientierung des problemlösenden Schreibens und der Weiterentwicklung der Schreibdidaktik auch die Terminologie geändert. Man geht im Deutschunterricht eher von Schreibhaltungen aus, die verschiedenste Bedingungen erfüllen, beispielsweise informieren, argumentieren, appellieren oder unterhalten. In diesem Rahmen sind Schreibspiele zu einer selbstverständlichen Methode geworden.

Das kreative Schreiben wird nicht nur im Deutschunterricht angewandt, sondern auch in den Fremdsprachen-Fächern. Haben Sie auch schon Schreibspiele mit Ihren Schülerinnen und Schülern in anderen Unterrichtsfächern getestet?

Pragmatik des Schreibens in Literatur, Theater, Film und Wissenschaft

Bild: Shutterstock.com/Pixelbliss

Diese Art des kreativen Schreibens stößt bei Schülerinnen und Schülern für gewöhnlich auf großen Anklang. Hierunter fällt beispielsweise das literarische Schreiben, welches klassische Lyrik- und Prosaformen beinhaltet, aber auch das szenische Schreiben. Darunter ist das Verfassen von Theaterstücken und Drehbüchern zu verstehen, welches den Schülern in der Regel viel Freude bereitet. Dabei müssen sie sich in die Charakterisierung der verschiedenen Figuren hineinarbeiten und realistische Dialoge verfassen. Haben Sie Ihre Schüler auch schon mal nach dem Schreiben aufgefordert, das geschriebene Stück zu filmen und im Anschluss in der Klasse alle Werke vorzuspielen? Das funktioniert oft sehr gut. Die Klasse ist motiviert und engagiert, denn jeder möchte am Ende das beste Video haben!

Mithilfe der Cornelsen-Lehrmittel finden Sie noch viele weitere Übungen und Schreibspiele für diese besondere Form des kreativen Schreibens.

Wie Sie bereits gelesen haben, ist Kreativität nicht angeboren, sondern lässt sich üben. Je öfter Ihre Schülerinnen und Schüler solche Übungen machen, desto leichter fällt ihnen mit der Zeit das kreative Schreiben. Viele der Übungen, die Sie in den Cornelsen-Lehrmittel finden können, machen auf Anhieb Spaß, sodass das Arbeiten mit Wörtern zum reinen Vergnügen wird.

Der wichtigste Tipp

Ihre Schülerinnen und Schüler stets mit lockeren Übungen zu motivieren. Seien es erste Recherche-Übungen, wie Mindmaps und Cluster, oder auch das fortgeschrittenen “Free Writing“, um in den Schreibfluss zu finden. 
Praktisch jeder kann kreatives Schreiben erlernen und Spaß daran finden! Wichtig hierbei: zu jeder Phase die passende Übung parat haben, sodass jeder Interessierte immer wieder die Möglichkeit der Weiterentwicklung hat.

In den Cornelsen-Büchern finden Sie eine Auswahl an Übungen, um Ihre Schülerinnen und Schüler gezielt an das kreative Schreiben heranzuführen.