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Bild: Shutterstock.com/Africa Studio

Fragen und Begriffe

Von Fake News und Flipped Classrooms

Die neuen Medien bringen entsprechend neue Begriffe mit sich. Wir wollen hier die grundsätzlichen Begriffe kurz und übersichtlich vorstellen.

Digital Native 

"Digitaler Eingeborener" jemand, der in der digitalen Welt aufgewachsen ist, z. B. Generationen Y (geb. 1980 - 2000) und Z (geb. 2000 bis heute).


Digitalisierung

Der Prozess der Umwandlung vom Analogen (z.b. Tonaufnahme auf dem Tonband) ins Digitale (z.B. Tonaufnahme auf dem Diktiergerät mit der Memory Card).


Fake News 

Gefälschte, manipulativ verbreitete Inhalte, die als „Nachrichten“ dargestellt werden.


Flipped Classroom 

Lernprozess, bei dem die Lehrinhalte in Form von Video oder Audio vorgefertigt sind und den traditionellen Frontalunterricht ersetzen. Die digitalen Materialien werden an die Schüler verteilt zur selbständigen Arbeit. Die befreite Zeit wird für Diskussionen und praktische Aufgaben genutzt.


Medienbildung

Ein Bildungsprozess, bei dem praktische Fähigkeiten und theoretisches Wissen zum Thema Medienkompetenz erlernt werden. 
Medienbildung sollte folgende Probleme und Herausforderungen lösen:

  1. Beteiligungslücke (participation gap): Gemeint ist der ungleiche Zugang zu Möglichkeiten, Erfahrungen, Fähigkeiten und Wissen, welche junge Menschen darauf vorbereiten, an der Welt von morgen vollständig zu partizipieren.
  2. Transparenzproblem (transparency problem): Es ist eine Herausforderung für Kinder und Jugendliche, klar zu erkennen und zu verstehen, wie die Medien heute die Wahrnehmung der Welt prägen.
  3. Ethische Herausforderung (ethics challenge): Eine Herausforderung ist auch der Niedergang traditioneller Formen von Bildung und Sozialisation. Wie können Kinder und Jugendliche auf ihre zunehmend öffentliche Rolle als Medienmacher und Community-Teilnehmer vorbereitet werden?

Medienkompetenz

Die Gesamtheit aus theoretischen und praktischen Wissen über Medien, deren Inhalt und Nutzung.


Medienkompetenz nach Prof. Dr. Dieter Baacke

Der Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge Prof. Dr. Dieter Baacke entwickelte den Begriff der Medienkompetenz schon in den 1970er-Jahren - zu einer Zeit also, in der von Smartphone und Internet noch keine Rede war. Für Baacke war Medienkompetenz Bestandteil einer grundsätzlichen kommunikativen Kompetenz – der Fähigkeit, eine Sprache zu sprechen und zu verstehen.

Dieter Baacke hat eine Differenzierung von Medienkompetenz in vier Dimensionen vorgeschlagen:

  1. Medienkritik: Hier geht es vor allem um einen kritischen Umgang mit Medien und deren Inhalten, um einen Fakten- und Quellencheck. In Zeiten von Fake News ist das besonders wichtig.
  2. Medienkunde: Sie beinhaltet das Wissen über heutige Medien und deren Aufbau, z. B. über die Struktur des Rundfunksystems, über journalistische Arbeitsweisen oder auch über Möglichkeiten, einen Computer für persönliche Zwecke zu nutzen.
  3. Mediennutzung: Hiermit ist zum einen die Nutzungs- und Rezeptionskompetenz im Umgang mit Medien gemeint (z. B. beim Fernsehen). Zum anderen geht es um interaktive Handlungsmöglichkeiten in der Medienwelt  (z. B. Produktion des Handyvideos, Online-Banking). 
  4. Mediengestaltung: Wer kompetent mit Medien umgehen kann, kann sie heute auch kreativ mitgestalten und weiterentwickeln (z.B. einen Online-Beitrag verfassen) oder selbst neue Medien erstellen (z. B. Webseiten).

Meme

Virale (schnell verbreitete) Inhalte in Form von Links, Bild-, Ton- oder Videodateien. Meme werden schnell zu aktuellen Ereignissen erstellt und sind ein untrennbarer Teil von Kommunikation im Netz.


„Peer-to-Peer“ lernen

Ein gegenseitiger Lernprozess „auf Augenhöhe“ z.B. „Schüler für Schüler“.


Schwarmintelligenz (kollektive Intelligenz)

Ein Prozess, bei dem Gruppen von Individuen eine bessere Entscheidung treffen können als einzelne Gruppenmitglieder (z. B. Frage zu einem bestimmten Thema, die auf Diskussionsforum mithilfe mehrerer Nutzer beantwortet wird).


Social Media

Digitale Medien, die den Austausch mit anderen Nutzer ermöglichen und mediale Inhalte veröffentlichen. z. B. Facebook, Twitter, Instagram.


Trolling

Eine Art von Verhalten im Netz, die andere Nutzer ärgern und provozieren soll. Menschen, die so handeln, werden als „Trolls“ bezeichnet. Trolling kann man öfter in Kommentaren beobachten.