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Analysieren und Reflektieren

Kompetenzbereich 5

Theoretisches Wissen über digitale Medien ist wichtig. Kinder und Jugendliche sollten heute aber auch über gewisse praktische Kenntnisse verfügen. Die können Sie im Kompetenzbereich Problemlösen und Modellieren gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern erarbeiten. Wer sich beispielsweise schon in der Schulzeit damit beschäftigt, dass Programme und Algorithmen heute unseren Alltag bestimmen, findet sich leichter in der medial und digital geprägten Welt zurecht. Grundkenntnisse in Informatik sind heute ein wichtiger Teil der Medienkompetenz, beispielsweise Programmieren lernen. 
Auch an dieses Gebiet können Sie sich gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern herantasten. Sie können zudem thematisieren, dass im Alltag inzwischen einige Prozesse bereits automatisiert sind. Ein Beispiel dafür ist das vernetzte Zuhause, in dem elektrische Installationen wie Heizung, Bewegungsmelder, Licht und Rollladen miteinander vernetzt sind und automatisiert gesteuert werden. Welche Auswirkungen, welche Vor-, möglicherweise aber auch Nachteile das hat, können Sie ebenfalls gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schüler erarbeiten.

5.1 Medienanalyse: Medien auf den Grund gehen

Das Wissen um die Vielfalt der Medienlandschaft und ihre Entwicklung ist Teil der Medienanalyse. Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler können sich mit der wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und kulturellen Bedeutung von Medien auseinandersetzen, sie zusammen im Unterricht analysieren und reflektieren. Sie können gemeinsam herausfinden, wofür Kinder und Jugendliche digitale Medien, wofür sie Printmedien und wofür sie Soziale Netzwerke nutzen. Und Sie können mit ihnen Kriterien erarbeiten, die ihnen dabei helfen, mediale Angebote und ihre Aussagen zu bewerten.


5.2 Meinungsbildung: News oder Fake News?

Diskutieren können Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern auch darüber, ob Medienbeiträge von bestimmten Interessen geleitet sind, welche Themen sie setzen und wie sie ganz bewusst zur Meinungsbildung genutzt werden. Das zu erkennen, ist ein wichtiger Aspekt von Medienkompetenz. In Ihrem Unterricht können Sie Ihren Schülerinnen und Schülern auch vermitteln, wie sie als Medienbeitrag verpackte Werbung oder auch Falschnachrichten (Fake News) identifizieren können. Gemeinsam können Sie sich damit auseinandersetzen, welche Absichten jeweils dahinter stehen. Dieses Wissen bereitet Ihre Schülerinnen und Schüler auch darauf vor, im Alltag Texte oder Filme kritisch zu hinterfragen und nicht alles einfach so zu glauben.


5.3 Identitätsbildung: Realität oder nur Show?

Medien können sich auch auf die eigene Identitätsbildung auswirken – positiv wie negativ. In diesem Medienkompetenzbereich können Sie sich gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern über Chancen und Herausforderungen von Medien für die Realitätswahrnehmung auseinandersetzen. Sie können z.B. im Unterricht thematisieren, welche Bedeutung Computerspiele oder Castingshows in dem Zusammenhang haben. Es ist wichtig, wenn Ihre Schülerinnen und Schüler mit Ihrer Unterstützung erkennen lernen, was real ist und was überzeichnet. Dafür lassen sich in den Fachunterricht auch gut spieltypische Komponenten integrieren – Stichwort Gamification. Es gibt beispielswiese Spielsoftware, bei denen die Schülerinnen und Schüler im Biologieunterricht selbst digitale Kreaturen entwerfen. Gamification kann sich zudem positiv auf die Motivation der Schülerinnen und Schüler auswirken.


5.4 Selbstregulierte Mediennutzung: Sich Auszeiten gönnen

Wenn alle um einen herum ständig mit dem Handy spielen oder jede Folge der gerade angesagten Daily Soap im Fernsehen gucken, ist es gar nicht so einfach, selbst eine Zeitlang darauf zu verzichten. Durch die Auseinandersetzung damit in Ihrem Unterricht können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler bei einer eigenverantwortlichen, selbstregulierenden Mediennutzung unterstützen. Sie können thematisieren, warum es wichtig ist, sich nicht komplett von Videospielen, Fernsehen oder Sozialen Netzwerken vereinnahmen zu lassen. Noch einen weiteren Aspekt von Medienkompetenz können Sie gemeinsam im Unterricht erarbeiten: nämlich andere bei ihrer Mediennutzung zu unterstützen, ihnen vorzuleben und Mut zu machen, auch mal aufs Chatten oder Fernsehen zu verzichten.