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Gute Quellen für Referate erkennen

Richtig recherchieren für Referate & Co., Teil 2

Im zweiten Teil unserer Recherche-Reihe dreht sich alles um die Frage: Wie kannst du gute und seriöse Quellen von den übrigen unterscheiden? Hier kommt die Anleitung zum "Qualitäts-Check".

Gute Quellen von schlechten unterscheiden: Qualitätskriterien

Bild: Shutterstock.com/Syda Productions

In Teil 1 unserer Recherche-Reihe hast du gelernt, wo du am besten anfängst und wie du überhaupt Informationen und Quellen auftust. Wie aber sollst du entscheiden, welchen Quellen du "glauben" kannst und welche du lieber außen vor lässt?


Sechs Qualitätskriterien für seriöse Quellen

Generell gilt: Keine Quelle ist zu 100 % neutral. Schließlich werden Zeitungsartikel, Lexikoneinträge und Co. immer von einem Menschen erstellt. Und jeder Mensch hat nun mal einen gewissen "Filter", mit dem er die Welt und das, was in ihr passiert, betrachtet. Selbst bei einem Nachrichtenfoto trifft der Fotograf eine Entscheidung und wählt einen bestimmten Bildausschnitt – was rechts und links davon passiert ist, wissen wir nicht.

Jede Quelle ist also zu einem gewissen Teil von ihrem Urheber "eingefärbt". Das ist unvermeidbar und auch gar nicht dramatisch – sofern du deine Recherchen auf viele verschiedene seriöse Quellen stützt. Sechs Faktoren sind beim Qualitäts-Check eine gute Hilfe:


1. Ist die Quelle relevant?

Eine gute Quelle muss natürlich eine Quelle sein, die tatsächlich interessant für dein Thema ist. Wenn du ein Referat über den deutschen Bundestag halten sollst, ist eine Abhandlung über die Geschichte der Monarchie in Großbritannien eher uninteressant. Frag dich also immer: Ist diese Quelle tatsächlich relevant für das Thema?


2. Wer ist der Urheber?

Die entscheidenden Fragen lauten an dieser Stelle: Ist der Urheber klar erkennbar, steht er sozusagen offen zu dem, was er verbreitet? Ist er ein Fachmann auf diesem Gebiet? Hat einen bestimmten Ruf, positiv oder negativ?

Wenn es um einen Webartikel geht, bei dem auf den ersten Blick kein Autor zu erkennen ist, schau mal ins Impressum. Dort steht zumindest, wer für die Webseite verantwortlich ist. Ist partout kein Urheber bzw. Verantwortlicher erkennbar, sollten bei dir die Alarmglocken angehen.


3. Welche Zielgruppe wird angesprochen und welcher Zweck verfolgt?

An wen richten sich die Informationen? Und warum hat der Autor sie veröffentlicht? Will er möglichst neutral über das Thema informieren, will er Stimmung machen oder sogar etwas verkaufen? Die Adressaten und der Zweck der Veröffentlichung sagen viel über die Seriosität aus.

Bei Webseiten schau auch noch mal genauer hin: Gibt es zum Beispiel viel Werbung auf der Seite oder sogar im Artikel selbst? Wenn es Links gibt, wohin führen sie? Stark "eingefärbte", polemische oder werbende Inhalte sind keine seriösen Quellen.


4. Wie aktuell sind die Informationen?

Ein Buch aus den 1970er Jahren oder ein Internetartikel aus dem Jahr 1999 ist in den meisten Fällen längst überholt. Sofern du nicht bewusst zeigen willst, auf welchem Stand man zu der Zeit war und wie bzw. was man damals dachte, gilt: Finger weg von alten Quellen – such lieber nach möglichst aktuellen Infos.

Auch Artikel, die sich zum Beispiel auf Umfragen oder Studien beziehen, die schon mehrere Jahre alt sind, sind mit Vorsicht zu genießen. Und: Schau auch hier bei Webseiten noch mal genauer hin. Wird die Seite überhaupt noch aktualisiert oder gepflegt? Wenn sie schon sehr lange brach liegt, such im Zweifelsfall lieber nach anderen Quellen.


5. Welchen Eindruck hast du insgesamt von der Quelle?

Wenn ein Text vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt, völlig verwirrend strukturiert ist oder eine extrem saloppe Wortwahl hat, ist er als seriöse Quelle kaum geeignet. Auch Werbung, die sich mit den (Sach-)Informationen vermischt, ist ein schlechtes Zeichen. Vertrau auf deinen Eindruck – was dir "unprofessionell" und unseriös vorkommt, ist es in aller Regel auch.


6. Sind die Informationen transparent und nachprüfbar?

Seriöse Autoren werfen nicht einfach mit vermeintlichen Fakten, Zahlen und Daten um sich: Sie machen deutlich kenntlich, woher sie welche Informationen haben.

Wie gut nachprüfbar sind also die Informationen in der betreffenden Quelle? Ist angegeben, woher Zahlen und Daten stammen? Sind Zitate klar gekennzeichnet? Oder ist das Ganze eher eine Aneinanderreihung von Behauptungen, als von nachprüfbaren Fakten? Wenn eine Quelle eher Meinungen als Fakten wiedergibt, kannst du sie höchstens als "Stimmungsbarometer" oder Einzelmeinung zitieren.


Praxisbeispiel: die Quellen für unsere Recherche-Reihe

Auch für unsere Artikel haben wir natürlich recherchiert und verschiedene Quellen genutzt. Warum wir sie als angemessene und relevante Quellen eingestuft haben, erklären wir dir einfach mal beispielhaft:

  • "Referate richtig vorbereiten: So werden Schüler zum Recherche-Profi" von Kathrin Breer: Das ist ein mehrseitiger Artikel, der für Focus Schule erstellt wurde (Focus ist ein Nachrichtenmagazin). Die Informationen sind in dem Fall sachlich, umfassend und gut strukturiert aufbereitet. Außerdem passen sie wie die Faust aufs Auge zu unserem Thema.
     
  • "Erfolgreich für ein Referat recherchieren" ist eine Informationsquelle vom Kreisgymnasium Neuenburg. Das Gymnasium ist ein neutraler und vertrauenswürdiger Urheber – und die Informationen sind ohnehin schon für Schüler gedacht und aufbereitet.
     

Jetzt weißt du, wie und woran du gute Quellen erkennen kannst. Weiter geht es mit Teil 3 der Serie: die besten Tipps für Offline-Recherchen. Tricks und Kniffe speziell für die Internet-Recherche gibt es dann in Teil 4. Die besten Google-Tipps findest du abschließend in Teil 5.