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Sachunterricht an der Grundschule: ein Fach, viele Themen
Bild: stock.adobe.com/kerdkanno

Gefühle in der Grundschule

Emotionale Bildung als Grundlage für das Miteinander

Ob Freude über ein gelungenes Bild, Frust beim Rechnen oder Aufregung vor dem Schulfest – Gefühle begleiten Kinder durch jeden Schultag. Deshalb dient das Thema Gefühle in der Grundschule als Fundament für gelingendes Lernen, respektvolles Miteinander und die Persönlichkeitsentwicklung.

Kurz & knapp

  • Emotionale Bildung unterstützt Lernen und Zusammenleben: Kinder lernen, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und besser zu verstehen. Das stärkt ihre Persönlichkeitsentwicklung und trägt zu einem respektvollen Miteinander im Schulalltag bei.
  • Das Thema Gefühle wird fächerübergreifend vermittelt: Gefühle spielen vor allem im Sachunterricht, im Deutschunterricht und in Gesprächsformaten wie dem Morgenkreis eine Rolle. Kinder lernen, Grundgefühle zu erkennen, Auslöser zu verstehen und Emotionen bei sich selbst und anderen wahrzunehmen.
  • Der Umgang mit Gefühlen stärkt soziale Kompetenzen: Durch altersgerechte Übungen entwickeln Kinder Strategien zur Selbstregulation und lernen, sich in andere hineinzuversetzen. Das fördert Empathie, Konfliktfähigkeit und ein positives Klassenklima.

Was wird zum Thema Gefühle in der Grundschule vermittelt?

Emotionale Bildung ist in den meisten Lehrplänen fächerübergreifend verankert – vor allem im Sachunterricht, aber auch in Deutsch und im Rahmen der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung. Dafür kommen mitunter andere Formate zum Zuge als der normale Unterricht, etwa der Morgenkreis oder ähnliche Gesprächsrunden. Im Mittelpunkt stehen folgende Aspekte:

  • Grundgefühle kennenlernen: Freude, Trauer, Wut, Angst, Überraschung und Ekel gelten als universelle Basisemotionen. Kinder lernen, diese zu benennen und bei sich selbst wahrzunehmen.
  • Gefühle bei anderen erkennen: Mimik, Gestik und Körpersprache lesen ist eine zentrale Kompetenz für Empathie und soziales Miteinander.
  • Ursachen und Auslöser verstehen: Was macht mich glücklich? Warum werde ich wütend? Kinder reflektieren, welche Situationen welche Gefühle auslösen.
  • Angemessener Umgang mit Gefühlen: Wie kann ich mit Wut oder Trauer umgehen, ohne andere zu verletzen? Welche Strategien helfen mir?
  • Einfühlungsvermögen entwickeln: Sich in andere hineinversetzen und deren Perspektive einnehmen zu können, ist eine wichtige Grundlage für Konfliktlösung und Gemeinschaft.

Welche Kompetenzen schult die Auseinandersetzung mit Gefühlen?

Durch die Beschäftigung mit Gefühlen in der Grundschule erreichen Schülerinnen und Schüler Lernziele in drei verschiedenen Kompetenzbereichen:

Wissen und Verstehen 

Kinder kennen die wichtigsten Grundgefühle und können sie benennen. Sie wissen, dass Gefühle normal sind und alle Menschen welche haben, auch wenn sie unterschiedlich ausgedrückt werden.

Selbstwahrnehmung und Selbstregulation 

Kinder erkennen ihre eigenen Gefühle und können sie in Worte fassen. Sie entwickeln erste Strategien, um mit starken Emotionen umzugehen – etwa durch Atmen, Reden oder Bewegung.

Soziale Kompetenz und Empathie 

Kinder nehmen Gefühle bei anderen wahr, zeigen Mitgefühl und lernen, respektvoll miteinander umzugehen. Das stärkt das Klassenklima und beugt Konflikten vor.

Unterrichtsideen zu Gefühlen für jede Klassenstufe

Gefühle werden vor allem in der 1. und 2. Klasse behandelt. In den Klassen 3 und 4 fließt das Thema weiterhin in den Alltag, Gespräche, Texte und Projekte ein.

Gefühle in Klasse 1: Entdecken und Benennen

In der 1. Klasse steht das Kennenlernen der Grundgefühle im Vordergrund. Spielerische und handlungsorientierte Zugänge eignen sich besonders gut:

  • Gefühlskarten und Mimik-Spiele (Gefühle kennenlernen und nachahmen)
  • Gefühle malen (welches Gefühl hat welche Farbe?)
  • Gefühlsbarometer im Morgenkreis (z. B. passende Gefühlskarte ziehen)

Gefühle in Klasse 2: Vertiefen und Reflektieren

In der 2. Klasse können Kinder bereits differenzierter über Gefühle sprechen und Ursachen stärker in den Blick nehmen:

  • Gefühlstagebuch führen
  • Bilderbücher und Geschichten (z. B. über schwierige Gefühle wie Trauer oder Angst)
  • Ich-Botschaften üben und Gefühle in Worte fassen („Ich fühle mich traurig, wenn …“)

Klassen 3 und 4: Gefühle im Kontext

In den höheren Grundschulklassen taucht das Thema eher als Teil des Schulalltags auf – etwa in einer Deutscharbeit, im Klassenrat oder bei Projekten. Differenziertere Emotionen wie Neid, Scham oder Stolz lassen sich gut aufgreifen, wenn der Anlass es ergibt.

Lernmaterialien zum Thema Gefühle für die Grundschule

Gut aufbereitete Materialien erleichtern den Einstieg und die Vertiefung erheblich. Nützlich sind beispielsweise:

  • Gefühle-Arbeitsblätter, die dazu einladen, Gesichter zu zeichnen, Gefühle zu benennen, Situationen zuzuordnen oder eigene Erlebnisse zu beschreiben. Sie eignen sich für Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit.
  • Bilderbücher und Kinderliteratur bieten emotionale Anker und Gesprächsanlässe.
  • Gefühlskarten-Sets mit Gesichtsausdrücken, Situationsbeschreibungen oder Farbcodes lassen sich vielseitig einsetzen.
  • Digitale Medien wie kurze animierte Videos, in denen Figuren Gefühle erleben und benennen, eignen sich gut als Einstieg oder Hausaufgabe.
  • Schulbücher und Lehrwerke für die Grundschule greifen das Thema Gefühle systematisch auf – mit altersgerechten Texten, Aufgaben und Gesprächsimpulsen.

Emotionale Bildung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Lernen an der Grundschule für alle Kinder gut funktioniert. Neben vielfältigen Arbeitsblättern und Kopiervorlagen finden Lehrkräfte bei Cornelsen auch die Möglichkeit, selbst Lernmaterialien oder ganze Unterrichtseinheiten zum Thema Gefühle mithilfe der KI-Toolbox cornelsen.ai zu erstellen.

Weitere Fragen

Wie lernen Kinder in der Grundschule den Umgang mit Gefühlen? 

Kinder lernen den Umgang mit Gefühlen durch Gespräche, Geschichten, Rollenspiele, Gefühlskarten oder gemeinsame Reflexion im Morgenkreis. Sie üben, Gefühle zu benennen, deren Auslöser zu erkennen und Strategien für schwierige Situationen zu entwickeln. So werden emotionale und soziale Kompetenzen Schritt für Schritt aufgebaut. Im Mittelpunkt stehen das Kennenlernen von Grundgefühlen, das Erkennen von Gefühlen bei anderen sowie das Verstehen von Ursachen und Auslösern.

Warum ist es wichtig, dass Kinder über Gefühle sprechen? 

Wenn Kinder über ihre Gefühle sprechen können, fällt es ihnen leichter, Bedürfnisse auszudrücken und Konflikte angemessen zu lösen. Gleichzeitig lernen sie, die Gefühle anderer besser zu verstehen und Rücksicht zu nehmen. Das stärkt Selbstwahrnehmung, Empathie und das soziale Miteinander in der Schule.