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Nach der Schule: den passenden Weg sicher finden
Bild: Shutterstock.com/Africa Studio

Duales Studium

Studieren und gleichzeitig Berufserfahrung sammeln

Ein duales Studium verbindet akademische Bildung mit praktischer Berufserfahrung und bietet damit eine attraktive Alternative zum klassischen Vollzeitstudium. Diese Form der Ausbildung ermöglicht es, theoretisches Wissen direkt im Unternehmen anzuwenden und dabei bereits ein Gehalt zu verdienen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein duales Studium verbindet Hochschulstudium und betriebliche Praxis. Studierende wechseln zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen, wodurch sich Wissen direkt anwenden und vertiefen lässt.
  • Es gibt ausbildungsintegrierende und praxisintegrierende Modelle. Je nach Modell erhalten dual Studierende zusätzlich zum Bachelor-Abschluss einen anerkannten Berufsabschluss oder absolvieren lange Praxisphasen im Unternehmen.
  • Ein duales Studium bietet strukturierte Abläufe, Vergütung und klare Zugangsvoraussetzungen. Voraussetzung ist meist die Hochschulzugangsberechtigung und ein Vertrag mit einem Unternehmen; die Dauer liegt zwischen drei und viereinhalb Jahren.

Erklärung: Was ist ein duales Studium?

Das duale Studium ist ein Ausbildungsmodell, das ein Hochschulstudium mit praktischen Phasen in einem Unternehmen kombiniert. Anders als beim klassischen Studium wechseln die Studierenden regelmäßig zwischen Hochschule und Betrieb. So lässt sich das erworbene Wissen unmittelbar in realen Arbeitssituationen vertiefen. Die Studierenden schließen sowohl einen Studienvertrag mit einer Hochschule als auch einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit einem Partnerunternehmen ab.

Zu unterscheiden sind grundsätzlich zwei Varianten: Beim ausbildungsintegrierenden dualen Studium erwerben die Studierenden neben dem Bachelor-Abschluss auch einen anerkannten Berufsabschluss, etwa als Industriekaufmann oder Fachinformatikerin. Beim praxisintegrierenden dualen Studium stehen längere Praxisphasen im Unternehmen im Vordergrund, ohne dass ein zusätzlicher Berufsabschluss erworben wird.


Welche Berufe und Studiengänge sind im dualen Studium möglich?

Das Angebot an dualen Studiengängen deckt mittlerweile nahezu alle Fachrichtungen ab. Besonders verbreitet sind duale Studiengänge in folgenden Bereichen:

  • Wirtschaft und Management: Betriebswirtschaftslehre, International Business, Wirtschaftsinformatik, Handel, Logistik
  • Ingenieurwissenschaften: Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen
  • Informatik und IT: Angewandte Informatik, Softwareentwicklung, Cyber-Security
  • Gesundheit und Soziales: Pflege, Soziale Arbeit, Gesundheitsmanagement
  • Medien und Kommunikation: Mediendesign, Kommunikationsmanagement, Journalismus

Die konkreten Berufsfelder sind entsprechend vielfältig und reichen von Projektmanagement über technische Entwicklung bis hin zu Beratungstätigkeiten.


Wo kann man ein duales Studium absolvieren?

Duale Studiengänge werden an verschiedenen Hochschultypen angeboten. Dazu gehören duale Hochschulen (wie die Duale Hochschule Baden-Württemberg), Fachhochschulen, Berufsakademien und vereinzelt auch Universitäten. Die theoretischen Phasen finden an der jeweiligen Hochschule statt, während die Praxisphasen im Partnerunternehmen absolviert werden. Viele Unternehmen kooperieren fest mit bestimmten Hochschulen und schreiben ihre dualen Studienplätze gezielt aus. Die Bewerbung erfolgt in der Regel direkt beim Unternehmen, das dann auch die Immatrikulation an der Partnerhochschule organisiert.

Welche Voraussetzungen brauche ich für ein duales Studium?

Für die Zulassung zum dualen Studium ist grundsätzlich die Hochschulzugangsberechtigung erforderlich – also das Abitur oder die Fachhochschulreife. In einigen Bundesländern ist unter bestimmten Voraussetzungen auch ein Studium ohne Abitur möglich, etwa mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung.

Neben der formalen Qualifikation ist der Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen die zentrale Voraussetzung. Ohne diesen Vertrag ist eine Immatrikulation meist nicht möglich. Die Betriebe führen eigene Auswahlverfahren durch, bei denen neben den schulischen Leistungen auch Motivation, Engagement und die Passung zum Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Bewerbungsfristen liegen oft ein Jahr vor Studienbeginn, weshalb eine frühzeitige Planung wichtig ist.


Welche Abschlüsse erhält man nach einem dualen Studium?

Nach erfolgreichem Abschluss erwerben die Absolventinnen und Absolventen mindestens einen Bachelor-Abschluss, der staatlich anerkannt und dem eines klassischen Hochschulstudiums gleichgestellt ist. Beim ausbildungsintegrierenden Modell kommt zusätzlich ein anerkannter Berufsabschluss hinzu, der vor der zuständigen Kammer (IHK oder HWK) abgelegt wird. Diese Doppelqualifikation wird in der Regel innerhalb von drei bis viereinhalb Jahren erreicht.

Manche Hochschulen bieten auch duale Master-Programme an, die auf einem abgeschlossenen Bachelor-Studium aufbauen und ebenfalls mit Praxisphasen im Unternehmen verbunden sind.


Wie läuft ein duales Studium ab?

Der Ablauf eines dualen Studiums folgt unterschiedlichen Zeitmodellen. Beim Blockmodell wechseln sich längere Phasen an der Hochschule (meist drei Monate) mit ebenso langen Praxisphasen im Unternehmen ab. Beim Wochenmodell verbringen die Studierenden beispielsweise drei Tage pro Woche im Betrieb und zwei Tage an der Hochschule.

An der Hochschule stehen Vorlesungen, Seminare und Übungen auf dem Programm, die fachtheoretisches Wissen in Bereichen wie Mathematik, Wirtschaftswissenschaften, Informatik oder Ingenieurwissenschaften vermitteln. Im Unternehmen durchlaufen die dual Studierenden verschiedene Abteilungen, arbeiten an Projekten mit und übernehmen zunehmend eigenverantwortlich Aufgaben. Häufig wird die Bachelor-Arbeit zu einem praxisrelevanten Thema aus dem Unternehmen verfasst.


Vergütung und finanzielle Unterstützung

Ein großer Vorteil des dualen Studiums ist die monatliche Vergütung durch das Partnerunternehmen. Die Höhe variiert je nach Branche, Unternehmensgröße und Tarifbindung, liegt aber häufig zwischen 800 und 1.500 Euro brutto im Monat und steigt mit jedem Studienjahr. Viele Betriebe übernehmen zudem die Studiengebühren, die an privaten Hochschulen anfallen können, sowie weitere Kosten, etwa für Lehrmaterialien oder den öffentlichen Nahverkehr.

Da dual Studierende ein Gehalt beziehen, haben sie in der Regel keinen Anspruch auf BAföG. Die finanzielle Absicherung während des Studiums ist durch die Vergütung jedoch meist deutlich besser als im klassischen Vollzeitstudium.

Weitere Fragen

Was genau ist ein duales Studium?

Ein duales Studium ist eine Ausbildungsform, die ein Hochschulstudium mit regelmäßigen Praxisphasen in einem Unternehmen kombiniert. Dazu schließen Studierende sowohl einen Studienvertrag als auch einen Vertrag mit einem Betrieb ab. Theorie und Praxis wechseln sich ab, sodass das Gelernte unmittelbar angewendet werden kann.

Ist eine duale Studentin bzw. ein dualer Student eine Auszubildende bzw. ein Auszubildender?

Eine duale Studentin bzw. ein dualer Student ist Studierende bzw. Studierender und gleichzeitig vertraglich an ein Unternehmen gebunden. Beim ausbildungsintegrierenden Modell gilt die Person zusätzlich als Auszubildende mit Berufsabschluss. Beim praxisintegrierenden Modell liegt der Schwerpunkt auf Praxisphasen, ohne dass ein Ausbildungsabschluss erworben wird.

Wie viele Jahre dauert ein duales Studium?

Ein duales Studium dauert je nach Studiengang und Modell zwischen drei und viereinhalb Jahren. Die Regelstudienzeit umfasst dabei sowohl die Hochschulphasen als auch die Praxiszeiten im Unternehmen. Beim ausbildungsintegrierenden Modell ist die Dauer häufig etwas länger, da ein weiterer Abschluss erworben wird.

Was für einen Notendurchschnitt braucht man für ein duales Studium?

Für ein duales Studium gibt es keinen festgelegten Notendurchschnitt, da Unternehmen eigene Auswahlkriterien definieren. Häufig wird mindestens die Fachhochschulreife mit soliden Leistungen erwartet. Motivation, Eignung und ein erfolgreicher Bewerbungsprozess spielen eine ebenso große Rolle.

Hat man bei einem dualen Studium Semesterferien?

Bei einem dualen Studium gibt es meist keine klassischen Semesterferien, da in dieser Zeit Praxisphasen im Unternehmen stattfinden. Die Studien- und Praxisblöcke folgen einem festen Zeitplan, der die freie Zeit stärker begrenzt. Urlaubsansprüche richten sich nach dem Vertrag mit dem Unternehmen.