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Schulische Ausbildung
Bild: Shutterstock.com/CarlosBarquero

Schulische Ausbildung

Die vollschulische Alternative zur dualen Ausbildung

Nicht jeder Weg in den Beruf führt über die klassische duale Ausbildung. Die schulische Ausbildung bietet eine Alternative, bei der Theorie und Praxis komplett in einer Bildungseinrichtung vermittelt werden. Sie ist besonders im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in technischen Berufen verbreitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine schulische Ausbildung findet vollständig an berufsbildenden Schulen statt und beinhaltet Theorie und Praxis ohne Ausbildungsbetrieb. Die praktische Ausbildung erfolgt in Werkstätten, Laboren oder über verpflichtende Praktika; die Ausbildungsdauer liegt je nach Beruf zwischen ein und drei Jahren.
  • Schulische Ausbildungen werden an verschiedenen Schulformen angeboten. Berufsfachschulen, höhere Berufsfachschulen und Fachschulen führen zu staatlich anerkannten Berufsabschlüssen, während Fachoberschulen zur Fachhochschulreife und Berufsoberschulen zur Hochschulreife führen.
  • Viele Gesundheits-, Sozial-, technische und gestalterische Berufe werden vorrangig schulisch ausgebildet. Zugangsregeln variieren je nach Beruf und Schulform und reichen vom Hauptschulabschluss bis zur mittleren Reife; zusätzliche Nachweise können erforderlich sein.

Eine schulische Ausbildung: Was ist das?

Bei einer schulischen Ausbildung findet die gesamte Ausbildung an einer berufsbildenden Schule statt. Anders als bei der dualen Ausbildung gibt es keinen Ausbildungsbetrieb, der parallel zur Berufsschule besucht wird. Die praktische Ausbildung erfolgt stattdessen in schuleigenen Werkstätten, Laboren oder Übungsräumen sowie durch begleitete Praktika in Betrieben oder Einrichtungen. Die schulische Ausbildung führt zu staatlich anerkannten Berufsabschlüssen und dauert je nach Ausbildungsberuf zwischen einem und drei Jahren.


Welche Schulformen bieten vollschulische Ausbildungen an?

Schulische Ausbildungen sind an verschiedenen Schulformen der beruflichen Bildung möglich:

  • Berufsfachschule: Die klassische Schulform für vollschulische Ausbildungen vermittelt entweder eine berufliche Grundbildung (einjährig) oder führt zu einem vollständigen Berufsabschluss (zwei- bis dreijährig). Parallel zum Berufsabschluss können oft auch höhere Schulabschlüsse wie der mittlere Schulabschluss oder die Fachhochschulreife erworben werden.
  • Höhere Berufsfachschule: Diese Schulform setzt mindestens einen mittleren Schulabschluss voraus und bietet anspruchsvollere Ausbildungen, etwa im technischen oder kaufmännischen Bereich. Sie führt zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss und ermöglicht häufig zusätzlich den Erwerb der Fachhochschulreife.
  • Fachoberschule (FOS): Die FOS führt nicht zu einem Berufsabschluss, sondern zur Fachhochschulreife. In Klasse 11 absolvieren Schülerinnen und Schüler ein gelenktes Praktikum, in Klasse 12 folgt Vollzeitunterricht. Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung können direkt in Klasse 12 einsteigen.
  • Berufsoberschule (BOS): Sie baut auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung auf und führt zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife.
  • Fachschulen: Diese Schulen richten sich an Personen, die bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und sich weiterqualifizieren möchten – etwa zur staatlich geprüften Technikerin oder zum staatlich anerkannten Erzieher.

Welche Berufe kann man im Rahmen einer schulischen Ausbildung lernen?

Das Angebot an schulischen Ausbildungsberufen ist vielfältig und umfasst insbesondere:

  • Gesundheitsberufe: Pflegefachkraft, Physiotherapeutin, Ergotherapeut, Medizinisch-technische Assistentin, Logopäde
  • Soziale Berufe: Erzieherin, Sozialassistent, Heilerziehungspflegerin
  • Technische Berufe: Informationstechnische Assistentin, Biologisch-technischer Assistent, Chemisch-technische Assistentin
  • Kaufmännische Berufe: Kaufmännische Assistentin, Fremdsprachenkorrespondent
  • Gestaltende Berufe: Gestaltungstechnische Assistentin, Modedesigner, Grafikdesigner

Viele dieser Berufe, vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen, können ausschließlich oder vorrangig über die schulische Ausbildung erlernt werden.


Welche Voraussetzungen brauche ich für eine schulische Ausbildung?

Die Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Schulform und Ausbildungsberuf. Für einjährige Berufsfachschulen, die eine berufliche Grundbildung vermitteln, genügt meist ein Hauptschulabschluss. Bei zwei- oder dreijährigen Berufsfachschulen mit Berufsabschluss hängen die Anforderungen vom gewählten Beruf ab: Soziale und pflegerische Berufe sind oft mit Hauptschulabschluss zugänglich, während technische und kaufmännische Assistenzberufe häufig die mittlere Reife voraussetzen. Höhere Berufsfachschulen und Fachoberschulen erfordern in der Regel mindestens einen mittleren Schulabschluss.

Zusätzlich können je nach Beruf weitere Voraussetzungen gelten, etwa ein Mindestalter von 16 oder 18 Jahren, gesundheitliche Eignungsnachweise, ein polizeiliches Führungszeugnis oder Praktikumsnachweise. Da die Plätze oft begrenzt sind, erfolgt die Aufnahme über ein Bewerbungsverfahren, bei dem Noten, Motivation und Vorerfahrungen eine Rolle spielen.


Welche Abschlüsse sind durch eine schulische Ausbildung möglich?

Am Ende einer schulischen Ausbildung steht in der Regel ein staatlich anerkannter Berufsabschluss, der durch eine Abschlussprüfung erworben wird. Je nach Schulform und Bundesland können parallel zum Berufsabschluss auch höhere Schulabschlüsse erworben werden:

  • mittlerer Schulabschluss: kann an vielen Berufsfachschulen parallel zur Ausbildung erworben werden, bestimmte Leistungen vorausgesetzt
  • Fachhochschulreife: wird an höheren Berufsfachschulen und Fachoberschulen erworben und berechtigt zum Studium an Fachhochschulen
  • fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife: kann an der Berufsoberschule oder an manchen Fachoberschulen (Klasse 13) erworben werden und ermöglicht ein Studium an Universitäten

Wie läuft der Unterricht bei einer schulischen Ausbildung ab?

Der Unterricht verbindet theoretisches Lernen mit praktischen Übungen. Fachtheoretische Inhalte werden im Klassenraum vermittelt, während die praktische Ausbildung in schuleigenen Werkstätten, Laboren oder Übungsräumen stattfindet. Zum Stundenplan gehören außerdem allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathematik, Englisch und Politik. Je nach Ausrichtung können auch naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie oder Chemie unterrichtet werden.

Mehrwöchige Praktika in Betrieben oder Einrichtungen ergänzen die schulische Ausbildung. Diese Praxisphasen sind in der Regel verpflichtend und Voraussetzung für die Abschlussprüfung.


Fallen für schulische Ausbildungen Gebühren an?

Im Gegensatz zur dualen Ausbildung erhalten die Schülerinnen und Schüler in einer schulischen Ausbildung keine Ausbildungsvergütung. An staatlichen Schulen ist die Ausbildung meist kostenfrei, private Träger verlangen häufig monatliche Beiträge zwischen 50 und mehreren hundert Euro. Zur Finanzierung stehen den Lernenden BAföG, Stipendien oder Bildungskredite zur Verfügung.

Weitere Fragen

Was ist eine schulische Ausbildung?

Eine schulische Ausbildung ist ein Ausbildungsweg, bei dem Theorie und Praxis vollständig an einer berufsbildenden Schule vermittelt werden. Statt eines Ausbildungsbetriebs finden praktische Übungen in Werkstätten, Laboren oder Übungsräumen statt und werden durch Praktika ergänzt. Sie führt zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss.

Was sind Beispiele für schulische Ausbildungen?

Typische Beispiele für schulische Ausbildungen sind Pflegefachkraft, Physiotherapie, Logopädie, Erzieherin oder informationstechnische Assistenz. Auch gestalterische und kaufmännische Assistenzberufe werden häufig schulisch ausgebildet. Viele dieser Berufe sind vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen angesiedelt.

Was ist der Unterschied zwischen schulische Ausbildung und betriebliche Ausbildung?

Der wichtigste Unterschied liegt im Lernort: Bei der schulischen Ausbildung findet die gesamte Ausbildung an einer Schule statt, während die betriebliche Ausbildung Praxis im Unternehmen mit Berufsschulunterricht kombiniert. Schulische Ausbildungen enthalten Praktika, während betriebliche Ausbildungen eine Vergütung und feste betriebliche Einsatzzeiten umfassen.

Wie läuft die schulische Ausbildung ab?

Der Ablauf verbindet theoretischen Unterricht mit praktischen Übungen in schuleigenen Räumen. Ergänzend absolvieren die Lernenden verpflichtende Praktika, die Teil der Abschlussprüfung sind. Der Stundenplan umfasst sowohl fachbezogene Inhalte als auch allgemeinbildende Fächer.