Das Wichtigste in Kürze
- Die Fachoberschule führt aufbauend auf einem mittleren Schulabschluss zur Fachhochschulreife. Sie verbindet theoretischen Unterricht mit berufspraktischen Erfahrungen im gewählten Schwerpunkt.
- Je nach Bundesland kann die FOS bis zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife führen. Die 11. Klasse beinhaltet ein gelenktes Praktikum, die 12. Klasse bereitet auf die Abschlussprüfungen vor; eine 13. Klasse ist optional.
- Fachrichtungen reichen von Technik und Wirtschaft bis zu Sozialwesen, Gesundheit, Gestaltung und Ernährung. Zugangsvoraussetzungen umfassen meist einen bestimmten Notendurchschnitt und je nach Bundesland weitere Nachweise.
Was ist eine Fachoberschule?
Die Fachoberschule ist eine weiterführende Schulform, die auf einem mittleren Schulabschluss aufbaut und zur Fachhochschulreife führt. Sie kombiniert allgemeinbildende Fächer mit Berufsorientierung in einem Schwerpunktbereich und bereitet Schülerinnen und Schüler gezielt auf ein Studium an Fachhochschulen oder auf anspruchsvolle Berufsausbildungen vor. Die FOS umfasst in der Regel die Jahrgangsstufen 11 und 12, in einigen Bundesländern gibt es auch eine 13. Klasse.
Welchen Abschluss erreicht man an der FOS?
Nach erfolgreichem Abschluss der 12. Jahrgangsstufe erwerben Schülerinnen und Schüler die Fachhochschulreife, auch als Fachabitur bekannt. Diese berechtigt zum Studium an Fachhochschulen in allen Fachrichtungen. In Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin und Bremen gibt es zusätzlich eine 13. Klasse. Wer diese erfolgreich abschließt, kann die fachgebundene Hochschulreife erlangen, die zum Studium an einer Universität in einer bestimmten Fachrichtung berechtigt. Bei Nachweis einer zweiten Fremdsprache ist es sogar möglich, die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Diese berechtigt zum Studium an Universitäten ohne Einschränkungen.
Welche Fachrichtungen bieten Fachoberschulen an?
Die Fachoberschule gliedert sich in verschiedene Fachrichtungen, die sich an beruflichen Schwerpunkten orientieren. Zu den gängigsten Ausrichtungen gehören:
- Technik (Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik)
- Wirtschaft und Verwaltung
- Sozialwesen (Sozialpädagogik, Sozialarbeit)
- Gesundheit und Pflege
- Gestaltung (Design, Medien)
- Ernährung und Hauswirtschaft
- Agrarwirtschaft
Das konkrete Angebot variiert je nach Bundesland und Schule. Nicht jede Fachoberschule bietet alle Fachrichtungen an.
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Unterschiede zwischen Fachoberschulen in verschiedenen Bundesländern
Die Fachoberschule ist nicht bundeseinheitlich geregelt, daher gibt es regionale Unterschiede. In Bayern beispielsweise ist die FOS besonders stark etabliert und bietet ein breites Spektrum an Fachrichtungen. In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen wird die Fachoberschule häufig als Teil von Berufskollegs geführt. Auch die Bezeichnungen können variieren – so gibt es in manchen Regionen die Fachoberschule als eigenständige Schulform, andernorts ist sie in berufliche Schulzentren integriert. In Baden-Württemberg existiert die FOS nicht als eigenständige Schulform; dort übernimmt das Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife eine vergleichbare Funktion.
Welche Zugangsvoraussetzungen fordert die FOS?
Grundvoraussetzung für den Besuch einer Fachoberschule ist ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss, Mittlere Reife) mit einem bestimmten Notendurchschnitt. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland, üblicherweise wird jedoch ein Durchschnitt von mindestens 3,5 in den Hauptfächern gefordert. Manche Bundesländer verlangen zusätzlich ein pädagogisches Gutachten der abgebenden Schule. Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in der entsprechenden Fachrichtung können häufig direkt in die 12. Klasse aufgenommen werden.
Praxisbeispiel: Sarah hat nach der Realschule eine 3-jährige Ausbildung zur Bankkauffrau erfolgreich abgeschlossen. Normalerweise müsste sie für das Fachabitur in der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung die 11. und 12. Klasse der Fachoberschule besuchen. Da Sarahs Berufsausbildung thematisch zur Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung passt, kann sie aber direkt in die 12. Klasse (FOS 12) einsteigen. Sie überspringt die 11. Klasse, in der normalerweise das Praktikum absolviert wird, denn ihre Berufsausbildung wird als gleichwertig anerkannt.
Wie läuft der Unterricht an einer Fachoberschule ab?
Der Unterricht an der Fachoberschule kombiniert allgemeinbildende und fachspezifische Inhalte. In der 11. Jahrgangsstufe wechseln sich Unterricht und praktische Ausbildung ab: An mehreren Tagen pro Woche absolvieren die Schülerinnen und Schüler ein gelenktes Praktikum in Betrieben oder Einrichtungen ihrer Fachrichtung. Die restliche Zeit findet schulischer Unterricht statt.
Zu den allgemeinbildenden Fächern gehören Deutsch, Mathematik, Englisch sowie gesellschaftswissenschaftliche Fächer. Hinzu kommen fachrichtungsbezogene Unterrichtsfächer – etwa Betriebswirtschaftslehre im Zweig Wirtschaft oder Sozialpädagogik im Sozialwesen. Die 12. Jahrgangsstufe konzentriert sich dann vollständig auf den schulischen Unterricht und bereitet intensiv auf die Abschlussprüfungen vor.
In der optionalen 13. Jahrgangsstufe, die in einigen Bundesländern angeboten wird, vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse und bereiten sich auf die Prüfungen zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife vor.








