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Schulformen: die berufliche Bildung auf einen Blick
Bild: Shutterstock.com/Monkey Business Images

Berufsfachschule: alles Wichtige zur schulischen Ausbildung

Praxisnah lernen, beruflich durchstarten

Die Berufsfachschule bietet eine vollschulische Alternative zur dualen Ausbildung. Hier erwerben Schülerinnen und Schüler sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen für ihren zukünftigen Beruf – und das alles unter einem Dach.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufsfachschule ist eine vollschulische Ausbildungsform, die berufliche Grundbildung oder einen staatlich anerkannten Berufsabschluss vermittelt. Theorie und Praxis finden vollständig in einer Bildungseinrichtung statt und werden durch Praktika ergänzt.
  • Das Angebot umfasst vor allem Gesundheits-, Sozial-, technische, kaufmännische und gestalterische Berufe. Viele dieser Berufe werden vorrangig oder ausschließlich schulisch ausgebildet und dauern ein bis drei Jahre.
  • Zugangsvoraussetzungen und Kosten variieren je nach Schulform und Beruf. Sie reichen vom Hauptschulabschluss bis zur mittleren Reife; staatliche Schulen sind meist kostenfrei, private Schulen erheben Gebühren.

Was ist eine Berufsfachschule?

Die Berufsfachschule gehört zu den berufsbildenden Schulen und ermöglicht eine schulische Ausbildung in staatlich anerkannten Berufen. Anders als bei der dualen Ausbildung findet der Unterricht nicht abwechselnd in Betrieb und Berufsschule statt, sondern vollständig in einer Bildungseinrichtung. Die Berufsfachschule vermittelt berufliche Grundbildung oder führt direkt zu einem Berufsabschluss. Je nach Bundesland und Ausrichtung können Schülerinnen und Schüler hier auch einen höheren Schulabschluss erwerben, etwa den Mittleren Schulabschluss oder die Fachhochschulreife.

Die Ausbildung an einer Berufsfachschule dauert in der Regel zwischen einem und drei Jahren. Während dieser Zeit werden fachtheoretische Kenntnisse im Klassenverband vermittelt, ergänzt durch praktische Übungen in schuleigenen Werkstätten, Laboren oder Übungsräumen. Praktika in Betrieben sorgen dafür, dass die Auszubildenden auch außerhalb der Schule Berufserfahrung sammeln können.


Welche Berufe kann man an einer Berufsfachschule lernen?

Das Spektrum der Ausbildungsberufe an Berufsfachschulen ist breit gefächert. Besonders häufig vertreten sind Berufe aus dem Gesundheitswesen, dem sozialen Bereich und technischen Fachrichtungen. Zu den klassischen Ausbildungsberufen an Berufsfachschulen gehören:

  • Gesundheitsberufe: Pflegefachkraft, Physiotherapeutin, Ergotherapeut, medizinische Technologin, Logopäde
  • Soziale Berufe: Erzieherin, Sozialassistent, Heilerziehungspflegerin
  • Technische Berufe: Informationstechnische Assistentin, Biologisch-technischer Assistent, Chemisch-technische Assistentin
  • Kaufmännische Berufe: Kaufmännische Assistentin, Fremdsprachenkorrespondent
  • Gestaltende Berufe: Gestaltungstechnische Assistentin, Modedesigner

Die genauen Angebote variieren je nach Bundesland und Schulstandort. Viele dieser Berufe, insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, können ausschließlich oder vorrangig an der Berufsfachschule erlernt werden.

Welche Voraussetzungen gelten für die Aufnahme an einer Berufsfachschule?

Die Zugangsvoraussetzungen für eine Berufsfachschule hängen von der jeweiligen Fachrichtung und dem angestrebten Abschluss ab. Grundsätzlich gilt:

  • Für einjährige Berufsfachschulen, die eine berufliche Grundbildung vermitteln, genügt häufig der Hauptschulabschluss.
  • Für zwei- oder dreijährige Berufsfachschulen mit Berufsabschluss variieren die Voraussetzungen: Für einige Ausbildungsberufe reicht ein Hauptschulabschluss aus – etwa in der Pflege, im sozialen Bereich, in der Hauswirtschaft oder im Handwerk. Anspruchsvollere Ausbildungen, zu denen viele Gesundheits- und technische Assistenzberufe zählen, erfordern einen mittleren Schulabschluss.
  • Einige Ausbildungen setzen ein Mindestalter von 16 oder 18 Jahren voraus, beispielsweise im Gesundheitsbereich.
  • Teilweise werden auch gesundheitliche Eignungsnachweise, ein polizeiliches Führungszeugnis oder Praktikumsnachweise verlangt.

Da die Plätze an Berufsfachschulen begrenzt sind, erfolgt die Aufnahme häufig über ein Bewerbungsverfahren. Gute Noten, Motivation und praktische Vorerfahrungen können die Chancen erhöhen.


Was kostet eine Berufsfachschule?

Anders als bei einer dualen Ausbildung bekommen Schülerinnen und Schüler an der Berufsfachschule keine Ausbildungsvergütung, sondern müssen manchmal sogar etwas für die Ausbildung bezahlen. Die Kosten variieren erheblich. Staatliche Berufsfachschulen sind in der Regel kostenfrei. Private Berufsfachschulen erheben oft Schulgelder, die je nach Träger und Ausbildungsberuf von einer einmaligen Anmeldegebühr bis zu monatlichen Beiträgen zwischen 50 und mehreren hundert Euro reichen können.

Es gibt jedoch Fördermöglichkeiten wie BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz), das unter bestimmten Voraussetzungen als Zuschuss gewährt wird und nicht zurückgezahlt werden muss. Auch Stipendien oder Bildungskredite können die Finanzierung unterstützen. Es lohnt sich, dazu frühzeitig Informationen bei der Schule, der Agentur für Arbeit oder dem zuständigen BAföG-Amt einzuholen.

Wie läuft der Unterricht an einer Berufsfachschule ab?

Der Unterricht an einer Berufsfachschule kombiniert Theorie und Praxis auf vielfältige Weise. In den Klassenräumen werden fachtheoretische Grundlagen vermittelt – etwa medizinisches Wissen für angehende Pflegefachkräfte oder Sozialpädagogik für Erzieherinnen und Erzieher. Parallel dazu findet praktischer Unterricht in schuleigenen Fachräumen statt: Pflegeschüler üben in Demonstrationsräumen, technische Assistentinnen arbeiten in Laboren, angehende Erzieher gestalten Projekte in Übungsräumen.

Neben den berufsbezogenen Fächern stehen auch allgemeinbildende Fächer auf dem Stundenplan. Dazu gehören in der Regel Deutsch, Mathematik, Englisch, Politik oder Sozialkunde und oft auch Ethik bzw. Religion oder Sport. Je nach Ausrichtung der Berufsfachschule können naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Chemie oder Physik Teil des Unterrichts sein. Diese Fächer vertiefen nicht nur die Allgemeinbildung, sondern sind oft auch Voraussetzung für den Erwerb eines höheren Schulabschlusses parallel zur Berufsausbildung.

Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung sind außerdem Praktika in Betrieben, Krankenhäusern, Kindergärten oder anderen Einrichtungen, je nach Beruf. Diese Praxisphasen können blockweise über mehrere Wochen oder regelmäßig an bestimmten Wochentagen stattfinden. Dort können die Azubis ihr theoretisches Wissen anwenden und erste Berufserfahrung sammeln. Die Praktika werden von der Schule begleitet und sind oft Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Weitere Fragen

Was versteht man unter einer Berufsfachschule?

Eine Berufsfachschule ist eine berufsbildende Schule, die eine vollschulische Ausbildung für staatlich anerkannte Berufe anbietet. Der Unterricht umfasst fachtheoretische Inhalte und praktische Übungen in Werkstätten, Laboren oder Übungsräumen. Je nach Ausrichtung ermöglicht sie berufliche Grundbildung oder einen Berufsabschluss.

Was ist der Unterschied zwischen der Berufsschule und der Berufsfachschule?
 

Der wesentliche Unterschied liegt im Ausbildungsmodell: Die Berufsschule begleitet eine duale Ausbildung, während die Praxis im Betrieb stattfindet. Die Berufsfachschule vermittelt Ausbildung vollständig in der Schule und ergänzt diese durch Praktika. Dadurch ist sie eine eigenständige, vollschulische Alternative zur betrieblichen Ausbildung.

Was lernt man in der Berufsfachschule?

In der Berufsfachschule lernen Schülerinnen und Schüler theoretisches Fachwissen und praktische Fertigkeiten passend zum gewählten Beruf. Dazu gehören berufsspezifische Inhalte sowie allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathematik oder Englisch. Praktika vertiefen die beruflichen Kompetenzen und ermöglichen erste Erfahrungen im Arbeitsfeld.

Was kann man nach einer Berufsfachschule machen?

Nach einer Berufsfachschule ist der Einstieg in einen erlernten Beruf oder eine weiterführende schulische Qualifikation möglich. Viele Absolventinnen und Absolventen beginnen eine Tätigkeit im Gesundheits-, Sozial- oder technischen Bereich. Alternativ können höhere Schulabschlüsse angestrebt werden, etwa die Fachhochschulreife.

Ist eine Berufsfachschule eine weiterführende Schule?

Eine Berufsfachschule zählt zu den weiterführenden berufsbildenden Schulen, da sie an den Abschluss der Sekundarstufe I anknüpft. Sie ermöglicht berufliche Qualifikationen und kann je nach Bildungsgang höhere Schulabschlüsse vermitteln. Damit ist sie ein eigenständiger Weg zwischen Schule und Beruf.