Das Wichtigste in Kürze
- Die duale Ausbildung verbindet praktisches Lernen im Betrieb mit theoretischem Unterricht. Azubis arbeiten überwiegend im Unternehmen und besuchen parallel die Berufsschule, wodurch Theorie und Praxis eng verknüpft werden.
- Die duale Ausbildung ist gesetzlich im Berufsbildungsgesetz geregelt und schließt mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss ab. Je nach Ausbildungsberuf dauert sie in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und endet mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer.
- Vergütung, Zugangsvoraussetzungen und Berufsfelder sind vielfältig. Auszubildende werden vergütet, benötigen oft mindestens einen Schulabschluss und können aus rund 330 anerkannten Ausbildungsberufen wählen.
Eine duale Ausbildung: Was ist das?
Die duale Ausbildung, auch betriebliche Ausbildung (früher oft „Lehre“) genannt, ist ein System, bei dem an zwei Lernorten ausgebildet wird: im Betrieb und in der Berufsschule. Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis ermöglicht es den Azubis, das in der Schule erworbene Wissen unmittelbar im Arbeitsalltag anzuwenden und zu vertiefen. Die rechtliche Grundlage bildet das Berufsbildungsgesetz (BBiG), das die Rechte und Pflichten von Auszubildenden und Betrieben regelt.
In welchen Berufen kann man eine duale Ausbildung machen?
In Deutschland gibt es derzeit rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe, die im dualen System erlernt werden können. Das Spektrum ist riesig und deckt die unterschiedlichsten Branchen und Interessen ab. Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehören unter anderem:
- Im kaufmännischen Bereich: Kaufleute für Büromanagement, Industriekaufleute, Einzelhandelskaufleute
- Im Handwerk: Elektronikerin, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Kraftfahrzeugmechatronikerin
- Im IT-Bereich: Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Systemintegration
- Im Gesundheitswesen: Medizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Pflegefachkraft
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Welche Themenbereiche und Fachrichtungen gibt es?
Die vielen Möglichkeiten der dualen Ausbildung gliedern sich in verschiedene Berufsfelder, die eine grobe berufliche Orientierung ermöglichen. Das Angebot BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit listet folgende Berufsfelder auf:
- Landwirtschaft, Natur und Umwelt
- Produktion und Fertigung
- Bau, Architektur, Vermessung
- Metall, Maschinenbau
- Elektro
- IT, Computer
- Naturwissenschaften
- Technik, Technologiefelder
- Wirtschaft und Verwaltung
- Verkehr und Logistik
- Dienstleistung
- Gesundheit
- Soziales, Pädagogik
- Gesellschafts- und Geisteswissenschaften
- Kunst, Kultur, Gestaltung
- Medien
Innerhalb dieser Felder gibt es zahlreiche Spezialisierungen, die eine passgenaue Ausbildung für die jeweiligen Anforderungen des Arbeitsmarktes gewährleisten.
Welchen Abschluss bekommt man nach der dualen Ausbildung?
Nach erfolgreichem Abschluss der dualen Ausbildung, die in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Jahren dauert, erhalten die Absolventinnen und Absolventen einen staatlich anerkannten Berufsabschluss. Die Abschlussprüfung wird vor der zuständigen Kammer, z. B. der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK), abgelegt. Mit diesem Abschluss stehen den Fachkräften vielfältige Karrierewege offen, seien es der direkte Einstieg ins Berufsleben oder die Weiterbildung zum Meister oder zur Technikerin.
Was sind die Voraussetzungen für die Aufnahme einer dualen Ausbildung?
Rein rechtlich gibt es keine vorgeschriebenen Schulabschlüsse für den Beginn einer dualen Ausbildung. In der Praxis erwarten die meisten Betriebe jedoch mindestens einen Hauptschulabschluss. Für viele anspruchsvollere Berufe, insbesondere im kaufmännischen oder technischen Bereich, wird oft ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder sogar die (Fach-)Hochschulreife vorausgesetzt. Neben den schulischen Leistungen legen die Unternehmen großen Wert auf persönliche Eigenschaften wie Motivation, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Lernbereitschaft. Voraussetzung für die Aufnahme in die Berufsschule ist der Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb.
Wie läuft eine duale Ausbildung ab?
Die duale Ausbildung findet im Wechsel in der Berufsschule und in der Ausbildungsstätte statt.
- Im Ausbildungsbetrieb: Hier verbringen die Auszubildenden den größten Teil ihrer Zeit. Sie werden aktiv in die betrieblichen Abläufe eingebunden und erlernen unter Anleitung erfahrener Ausbilderinnen und Ausbilder alle praktischen Fertigkeiten und Kenntnisse, die für den jeweiligen Beruf erforderlich sind. Der betriebliche Ausbildungsplan, der auf der Ausbildungsordnung des Berufs basiert, gibt dabei die zu vermittelnden Inhalte vor.
- In der Berufsschule: An ein bis zwei Tagen pro Woche oder im Blockunterricht über mehrere Wochen am Stück besuchen die Auszubildenden die Berufsschule. Hier wird das fachtheoretische Wissen vermittelt, das die praktische Arbeit im Betrieb ergänzt. Neben den berufsbezogenen Fächern stehen auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathematik, Englisch, Wirtschafts- und Sozialkunde auf dem Stundenplan.
Wie hoch ist die Vergütung in der dualen Ausbildung?
Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist nicht einheitlich geregelt, sondern hängt von mehreren Faktoren ab: der Branche, dem Bundesland und davon, ob der Ausbildungsbetrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist. Die Spannen sind sehr breit. Während die Vergütung in Ausbildungsberufen im Baugewerbe oder in der Industrie oft schon im ersten Lehrjahr bei über 1000 Euro brutto im Monat liegt, fällt sie in anderen Branchen, wie zum Beispiel im Friseurhandwerk, deutlich geringer aus.
Um eine finanzielle Untergrenze zu sichern, gibt es die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Für Ausbildungen, die 2024 begonnen haben, liegt diese im ersten Jahr bei 649 Euro und steigt in den Folgejahren an. Ist der Betrieb tarifgebunden, gelten die dort vereinbarten, meist höheren Sätze. Generell gilt: Die Vergütung erhöht sich mit jedem Ausbildungsjahr. Der Besuch der öffentlichen Berufsschule ist dabei kostenfrei.









