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Ausbildungsmöglichkeiten: Wohin geht es nach der Schule?
Bild: Shutterstock.com/CarlosBarquero

Ausbildung MFA

Medizinische Fachangestellte sind gefragt

Medizinische Fachangestellte (MFA) sind unverzichtbare Stützen in Praxen, Kliniken und medizinischen Versorgungszentren. Wie die Ausbildung aussieht, welche Voraussetzungen Interessierte brauchen und welche Karriereperspektiven es gibt, verrät dieser Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ausbildung zur MFA ist ein dualer, dreijähriger Ausbildungsweg mit starkem Praxisbezug. Der praktische Teil findet in Praxen, MVZ oder Kliniken statt, während die Berufsschule medizinische Grundlagen, Verwaltung und Allgemeinbildung vermittelt.
  • MFA erfüllen vielfältige Aufgaben in Organisation und Patientenbetreuung. Sie arbeiten an der Anmeldung, assistieren bei Untersuchungen, führen Laborarbeiten durch und sind zentrale Ansprechpersonen für Patientinnen und Patienten.
  • Der Beruf stellt hohe fachliche und soziale Anforderungen. Wichtig sind gute Kenntnisse in Biologie, Chemie, Mathematik und Deutsch sowie Einfühlungsvermögen, Organisationstalent und Belastbarkeit.

Was machen MFA?

Female receptionist working with visitor in medical office. Visitor read and write signature in document at reception of clinic. Blond woman near reception desk in clinic; Shutterstock ID 1797921328; po: ; purchase_order: picturemaxx
Bild: Shutterstock.com/Iryna Inshyna

Medizinische Fachangestellte (MFA) übernehmen eine Schlüsselrolle im deutschen Gesundheitswesen. Sie sind die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten in ärztlichen Praxen, medizinischen Versorgungszentren und Kliniken. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und reicht von organisatorischen Tätigkeiten wie Terminplanung und Abrechnung über die Assistenz bei medizinischen Untersuchungen und Behandlungen bis zur einfühlsamen Betreuung von Patientinnen und Patienten.

Die Ausbildung zum oder zur MFA bietet eine solide Grundlage für einen abwechslungsreichen Beruf im Gesundheitswesen mit direktem Kontakt zu Menschen – ohne ein langjähriges Studium absolvieren zu müssen.

Tipp: Zu weiteren Ausbildungen in der Pflege, etwa für die Pflegefachkraft oder die Ausbildung zu ZFA, geben separate Ratgeber Auskunft.

Hat eine MFA-Ausbildung Zukunft?

Durch den demographischen Wandel und die zunehmenden Anforderungen an das Gesundheitssystem gewinnt der Beruf und damit auch die Ausbildung zu Medizinischen Fachangestellten stetig an Bedeutung. Mit bundesweit über 400.000 Beschäftigten gehören MFA zu den zahlenmäßig stärksten Berufsgruppen im Gesundheitssektor.

In vielen Regionen Deutschlands herrscht ein spürbarer Fachkräftemangel, was die Berufsaussichten für gut ausgebildete MFA äußerst positiv gestaltet. Die Corona-Pandemie hat zudem eindrucksvoll gezeigt, wie systemrelevant dieser Beruf ist: MFA standen an vorderster Front bei der Bewältigung der Krise – sei es bei der Organisation von Tests, der Impfkampagne oder der Aufrechterhaltung des regulären Praxisbetriebs unter erschwerten Bedingungen.


Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zu MFA?

Für die Ausbildung zur oder zum Medizinischen Fachangestellten (MFA) ist formal kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen Ausbildungsbetriebe jedoch überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Ein guter Hauptschulabschluss kann ebenfalls ausreichend sein, wenn zusätzlich praktische Erfahrungen oder besonderes Engagement nachgewiesen werden können.

Besonders wichtig sind gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern wie Biologie, Chemie und Mathematik. Diese bilden die Grundlage für das Verständnis medizinischer Zusammenhänge und labordiagnostischer Verfahren. Auch Deutschkenntnisse sind entscheidend, da MFA Gespräche mit Patientinnen und Patienten führen, medizinische Dokumentationen erstellen und mit Behörden korrespondieren. Grundkenntnisse in Englisch können ebenfalls von Vorteil sein, besonders für das Verständnis von Fachbegriffen und im Umgang mit Personen, die kein oder wenig Deutsch sprechen.

Computerkenntnisse werden zunehmend wichtiger, da der Praxisalltag stark durch digitale Systeme geprägt ist – von der elektronischen Patientenakte hin zu digitalen Abrechnungssystemen und Terminplanungssoftware.

Der Beruf erfordert außerdem soziale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein. Auch organisatorische Fähigkeiten und Teamfähigkeit sind gefragt, ebenso wie körperliche und psychische Belastbarkeit.

Arbeitshefte

Wie gestaltet sich die Ausbildung für medizinische Fachangestellte (MFA)?

Die Ausbildung zum oder zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) erfolgt im dualen System, das theoretische und praktische Ausbildungsinhalte miteinander verzahnt. Der praktische Teil findet in einer ärztlichen Praxis, einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder einer Klinik oder Ambulanz statt. Parallel dazu besuchen die Auszubildenden die Berufsschule, in der Regel an ein bis zwei Tagen pro Woche oder im Blockunterricht. Dort werden medizinische Grundlagen, Verwaltungswissen und allgemeinbildende Fächer unterrichtet.

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich – dazu zählen etwa überdurchschnittliche Leistungen, Abitur oder Fachhochschulreife bzw. eine einschlägige Vorbildung (zum Beispiel eine abgeschlossene Ausbildung in einem verwandten Beruf).

Die MFA-Ausbildung könnte wie folgt aussehen:

  • Erstes Ausbildungsjahr: Grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse stehen im Vordergrund. Dazu gehören der Empfang von Patientinnen und Patienten, einfache Verwaltungstätigkeiten, Hygienemaßnahmen und Assistenz bei Routineuntersuchungen.
  • Zweites Ausbildungsjahr: Die Auszubildenden übernehmen zunehmend komplexere Aufgaben wie Blutentnahme, EKG-Erstellung, Laborarbeiten und Assistenz bei speziellen Untersuchungen. Das theoretische Wissen wird vertieft und auf verschiedene Fachbereiche ausgeweitet.
  • Drittes Ausbildungsjahr: Im letzten Ausbildungsjahr stehen die Vertiefung und Festigung aller Ausbildungsinhalte im Mittelpunkt. Die Auszubildenden arbeiten zunehmend selbstständig und werden gezielt auf die MFA-Abschlussprüfung vorbereitet. Zudem werden Themen wie Praxisorganisation, Qualitätsmanagement und spezielle medizinische Verfahren intensiver behandelt.

Je nach Ausbildungsbetrieb können sich unterschiedliche fachliche Schwerpunkte ergeben. Eine MFA-Ausbildung in einer dermatologischen Praxis vermittelt beispielsweise andere Spezialkenntnisse als die in einer allgemeinmedizinischen Praxis oder einer chirurgischen Ambulanz. Grundsätzlich werden jedoch alle im Ausbildungsrahmenplan festgelegten Inhalte abgedeckt, um eine breite berufliche Einsatzfähigkeit zu gewährleisten.

Zwei zentrale Prüfungen strukturieren die Ausbildung: Die Zwischenprüfung findet in der Regel nach 18 Monaten statt. Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil.

Tipp: Die gängigen Lehrwerke für die MFA-Ausbildung finden sich im Sortiment von Cornelsen.

Weitere Fragen

Wie läuft eine Ausbildung zur MFA ab?

Die Ausbildung zur MFA verläuft dual und kombiniert praktische Arbeit im medizinischen Betrieb mit Berufsschulunterricht. Sie dauert regulär drei Jahre und kann unter bestimmten Bedingungen verkürzt werden. Inhalte umfassen medizinische Grundlagen, Verwaltungswissen und praktische Tätigkeiten wie Blutentnahme oder Assistenz bei Untersuchungen.

Was macht man als MFA?

MFA übernehmen organisatorische Aufgaben, betreuen Patientinnen und Patienten und assistieren bei medizinischen Behandlungen. Sie führen Laborarbeiten durch, dokumentieren Befunde und koordinieren Praxisabläufe. Diese Tätigkeiten verbinden medizinische Facharbeit mit Verwaltung und Kommunikation.

In welchen Fächern muss man gut sein für eine MFA-Ausbildung?

Für die MFA-Ausbildung sind gute Kenntnisse in Biologie, Chemie und Mathematik wichtig, weil sie die Grundlage für medizinische Verfahren bilden. Auch Deutsch ist zentral, da MFA kommunizieren, dokumentieren und mit Behörden arbeiten. Zusätzliche Vorteile bieten Grundkenntnisse in Englisch sowie digitale Kompetenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Arzthelfer/-in und Medizinischen Fachangestellten?

Arzthelferin bzw. Arzthelfer ist die frühere Berufsbezeichnung für den heutigen Beruf der Medizinischen Fachangestellten. Die moderne Bezeichnung MFA gilt seit der Neuordnung des Berufs und beschreibt erweiterte Kompetenzen und aktualisierte Ausbildungsinhalte. Inhaltlich steht der heutige Beruf für ein breiteres und stärker geregeltes Aufgabenprofil.