Das Wichtigste in Kürze
- Ausbildungsmöglichkeiten umfassen alle Wege, die nach der Schule zu einem anerkannten Berufsabschluss führen. Dazu zählen die duale Ausbildung, die schulische Ausbildung sowie Alternativen wie das duale Studium oder die Abiturientenausbildung.
- Die duale Ausbildung ist in Deutschland die am häufigsten gewählte Ausbildungsform. Sie verbindet praktische Arbeit im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule und bietet von Beginn an eine Vergütung.
- Zugangsvoraussetzungen und Strukturen unterscheiden sich je nach Ausbildungsart deutlich. Während duale Ausbildungen oft mit Haupt- oder Realschulabschluss zugänglich sind, erfordern schulische Ausbildungen oder duale Studiengänge häufig höhere Schulabschlüsse.
Nach der Schule geht es für viele darum, sich für eine Arbeitsstelle zu qualifizieren. Während einige den Weg des Studiums wählen, entscheiden sich die meisten für eine der zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten.
Anders als das Studium findet eine Ausbildung nicht an einer Hochschule statt, sondern je nach Modell an einer Berufsschule oder Fachschule beziehungsweise direkt im Betrieb. Auch die Zugangsvoraussetzungen sind anders: Für ein Studium wird in der Regel das Abitur oder zumindest die Fachschulreife benötigt, für eine Ausbildung genügt je nach Art der Hauptschulabschluss oder der Mittlere Schulabschluss – bisweilen ist der Zugang auch ganz ohne Schulabschluss möglich.
Tipp: Umgangssprachlich sagt man auch, dass man „eine Lehre macht“. Der Begriff Ausbildung ist aber der offiziell genutzte.
Unsere Lehrwerk-Empfehlungen
In Deutschland gibt es über 300 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Für diese existieren jeweils Ausbildungsordnungen, die beispielsweise die Dauer der Ausbildung, die Prüfungsanforderungen und Anleitungen zum Ausbildungsrahmenplan festlegen. Eine Übersicht aller Ausbildungsberufe stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung zur Verfügung. Darunter finden sich so spannende Berufe wie beispielsweise die Fachkraft für Fruchtsafttechnik, die Goldschmiedin oder der Zupfinstrumentenmacher.
Nicht anerkannte Ausbildungsberufe in Deutschland
Neben den staatlich anerkannten gibt es auch Ausbildungsmöglichkeiten ohne eine solche Anerkennung. Hier finden sich beispielsweise Berufe, die vergleichsweise neu sind, sodass es für sie noch keine Ausbildungsordnungen gibt (zum Beispiel im Webdesign), oder Berufsfelder, in denen das nötige Wissen an privaten Schulen oder praktisch direkt im Betrieb erlernt wird (etwa im Bereich Kosmetik).
Schulische und duale Ausbildungsmöglichkeiten
Mit Abstand am häufigsten entscheiden sich Menschen in Deutschland für die duale Ausbildung. Sie vereint Theorie, die in einer Berufsschule erworben wird, mit praktischem Wissen direkt aus dem Betrieb. Für ihre Arbeit im Betrieb erhalten die Auszubildenden von Anfang an eine Vergütung.
Oft stehen pro Woche ein bis zwei Tage in der Berufsschule an, den Rest verbringen die Auszubildenden im Betrieb. Mitunter findet der Wechsel aber auch phasenweise statt: einige Wochen in der Berufsschule, dann eine längere Zeit im Betrieb. Bisweilen besuchen die Auszubildenden eine spezialisierte Werkstätte oder ein Bildungszentrum, um Kenntnisse zu erwerben, die kleinere Betriebe nicht ausreichend vermitteln können. Das kommt gerade in Ausbildungen im Handwerk häufig vor.
Alternativ kann die Ausbildung vollständig in einer Bildungseinrichtung erfolgen. Für die schulische Ausbildung sind Fachschulen oder Berufsfachschulen zuständig. In Bereichen wie IT, Gesundheitswesen oder in sozialen Ausbildungsberufen ist der rein schulische Weg die bevorzugte Variante. Praxiswissen erwerben die Auszubildenden im Rahmen von Praktika.
Beide Ausbildungsmöglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Die duale Ausbildung punktet vor allem mit viel praktischer Erfahrung und dem direkten Einstieg ins Berufsleben – inklusive Vergütung. Die Zugangsvoraussetzungen sind mitunter geringer, denn die meisten schulischen Ausbildungen erwarten den Mittleren Schulabschluss. Eine Vergütung gibt es bei der schulischen Ausbildung in der Regel nicht. Dafür ist das Lernen im Klassenverband noch aus der Schulzeit vertraut und es werden tiefergehende theoretische Kenntnisse vermittelt.
Alternative zur Ausbildung: duales Studium und Abiturientenausbildung
Weitere Ausbildungsmöglichkeiten bietet das duale Studium, das ähnlich funktioniert wie die duale Ausbildung – nur dass die Lernenden hier keine Berufsschule, sondern eine Hochschule besuchen. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen: Zulassungsvoraussetzung ist in der Regel mindestens die Fachschulreife. Ein Gehalt erhalten die Auszubildenden für ihre Arbeit im Betrieb.
Die doppelte Belastung durch Studium und Arbeit kann intensiv sein. Auf der anderen Seite lockt ein doppelter Abschluss: sowohl der Ausbildungsabschluss als auch der Bachelor-Abschluss von der Hochschule. Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel drei Jahre.
Eine weitere Alternative: die Abiturientenausbildung (auch: Sonderausbildung der Wirtschaft). Sie steht nur Menschen mit Abitur offen und betrifft bestimmte Berufsfelder, insbesondere im Vertrieb und Handel oder in der Informatik. EDV-Kenntnisse, Marketing und Buchführung sind häufige Schwerpunkte der Ausbildung. Sie ist wie die duale Ausbildung gestaltet und beinhaltet je nach Modell meist eine Zusatzqualifikation oder ein Studium. Somit gibt es auch hier mehrere mögliche Abschlüsse.
Ab wann kann man eine Ausbildung machen?
Auszubildende gelten allerdings bestimmte Regeln des Jugendarbeitsschutzes, zum Beispiel verlängerte Pausenzeiten, reduzierte Arbeitszeiten und ein erhöhter Urlaubsanspruch. Außerdem dürfen Minderjährige nur mit Zustimmung ihrer Sorgeberechtigten einen Ausbildungsvertrag schließen oder kündigen.
Davon abgesehen können Schulen und Betriebe andere Voraussetzungen fordern, etwa ein Mindestalter von 16 oder sogar 18 Jahren – oder einen bestimmten Schulabschluss. Die Ausbildung wirkt sich außerdem auf die Berufsschulpflicht aus, die wiederum je nach Bundesland unterschiedlich lang ausfällt. In mehreren Bundesländern (darunter Hessen und Rheinland-Pfalz) besteht beispielsweise eine Berufsschulpflicht bis zum Ende des 21. Lebensjahres. Sie kann durch eine Ausbildung erfüllt werden.
Tipp: Bei Fragen speziell Ihr Bundesland betreffend helfen unter anderem die Arbeitsagenturen weiter.

















