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Kaufmännische Ausbildung
Bild: Shutterstock.com/Monkey Business Images

Ausbildung für Industriekaufleute

Wie werde ich Industriekaufmann oder Industriekauffrau?

Industriekaufleute sorgen dafür, dass die betrieblichen Abläufe reibungslos funktionieren. Sie sind wichtige Schnittstellen zwischen Produktion, Verwaltung und Vertrieb. Alles Wichtige über die Ausbildung für Industriekaufleute gibt es in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ausbildung Industriekaufleute bietet umfassende Einblicke in alle zentralen Unternehmensbereiche. Auszubildende durchlaufen Einkauf, Materialwirtschaft, Vertrieb, Personalwesen, Controlling und Buchhaltung und entwickeln ein breites wirtschaftliches Verständnis.
  • Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im dualen System statt. Theorie und Praxis greifen ineinander, ergänzt durch eine gestreckte Abschlussprüfung, die wirtschaftliche und kaufmännische Kompetenzen abfragt.
  • Industriekaufleute haben vielfältige berufliche Perspektiven und gute Entwicklungsmöglichkeiten. Sie können in nahezu allen Industriebranchen arbeiten und sich durch Weiterbildungen wie Industriefachwirt/in oder Wirtschaftsfachwirt/in spezialisieren.

Warum die Ausbildung für Industriekaufleute so vielseitig ist

Wer eine Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau macht, lernt ein Unternehmen in seiner ganzen Breite kennen. Anders als in vielen anderen kaufmännischen Ausbildungen arbeiten Azubis nicht nur in einem eng begrenzten Bereich, sondern durchlaufen während ihrer Ausbildung verschiedene Abteilungen. Sie bekommen Einblicke in den Einkauf, die Materialwirtschaft, den Vertrieb, das Personalwesen, das Controlling und die Buchhaltung. Diese ganzheitliche Perspektive macht die Ausbildung für Industriekaufleute zu einem facettenreichen Lehrweg und bereitet optimal auf vielfältige berufliche Herausforderungen vor.

Der Aufgabenbereich in der Ausbildung für Industriekaufleute ist ebenso breit gefächert. Im Einkauf vergleichen Auszubildende Angebote, verhandeln mit Lieferanten und bestellen Materialien und Rohstoffe, die für die Produktion benötigt werden. In der Materialwirtschaft überwachen sie Lagerbestände und sorgen beispielsweise dafür, dass immer ausreichend Rohstoffe verfügbar sind, ohne dass unnötige Kosten durch Überbestände entstehen.

Im Vertrieb erstellen Industriekaufleute Angebote für Kunden, bearbeiten Aufträge und kümmern sich um die termingerechte Auslieferung der Produkte. Im Personalwesen wirken sie bei der Personalplanung mit, lernen die Erstellung von Arbeitsverträgen kennen und erhalten Einblicke in die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Im Controlling analysieren sie betriebswirtschaftliche Kennzahlen und helfen dabei, Unternehmensentscheidungen auf eine solide Datenbasis zu stellen.


Drei Jahre voller Abwechslung: So ist die Ausbildung aufgebaut

Die duale Ausbildung für Industriekaufleute dauert in der Regel drei Jahre. Auszubildende lernen sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Im Unternehmen durchlaufen sie systematisch verschiedene Abteilungen und erwerben praktische Kenntnisse in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Dabei arbeiten sie von Anfang an aktiv mit und übernehmen schrittweise mehr Verantwortung.

In der Berufsschule werden die theoretischen Grundlagen vermittelt, die für die Arbeit im Industrieunternehmen wichtig sind. Der Unterricht findet entweder an ein bis zwei Tagen pro Woche oder im Block statt. Am Ende der Ausbildung für Industriekaufleute steht eine gestreckte Abschlussprüfung, die in zwei Teilen absolviert wird.

Tipp: Cornelsen hat hilfreiche Materialien und Tipps zur Prüfungsvorbereitung für Industriekaufleute im Programm, die optimal auf die abschließenden Anforderungen zugeschnitten sind. Das Sortiment hält außerdem zahlreiche Lehrwerke für die Ausbildung zu Industriekaufleuten bereit.

Von Buchhaltung bis Marketing: Diese Inhalte stehen auf dem Lehrplan

Die Lerninhalte der Ausbildung für Industriekaufleute sind umfassend und praxisnah gestaltet. In der Berufsschule werden die Inhalte in Lernfeldern vermittelt, die sich an typischen Abläufen im Unternehmen orientieren. Auszubildende lernen, wie Geschäftsprozesse geplant und gesteuert werden, wie die Kosten- und Leistungsrechnung funktioniert und welche rechtlichen Rahmenbedingungen im Wirtschaftsleben gelten. Die Abschlussprüfung umfasst die Bereiche Geschäftsprozesse, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Im Betrieb erweitern die Azubis kontinuierlich ihre praktischen Fähigkeiten:

  • Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen organisieren
  • Produktionsprozesse planen und überwachen
  • Verkaufsprozesse steuern und Kundenbeziehungen pflegen
  • Personalvorgänge bearbeiten und dokumentieren
  • Finanzierungsvorgänge abwickeln und kontrollieren
  • Geschäftsprozesse mit digitalen Tools unterstützen

Besonders wichtig ist heute der sichere Umgang mit betriebswirtschaftlicher Software, ERP-Systemen und digitalen Kommunikationsmitteln. Die Ausbildung für Industriekaufleute vermittelt daher auch umfangreiche IT-Kenntnisse, die in der modernen Arbeitswelt unverzichtbar sind.


Voraussetzungen für die Ausbildung für Industriekaufleute

Rechtlich ist für die Ausbildung zu Industriekaufleuten kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen die meisten Industrieunternehmen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur. Auch sehr gute Realschulabsolventinnen und -absolventen haben gute Chancen. Wichtig sind solide Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Englisch, da diese Fächer im Berufsalltag regelmäßig gebraucht werden.

Neben den schulischen Qualifikationen zählen für die Ausbildung zu Industriekaufleuten auch bestimmte persönliche Eigenschaften: Organisationstalent ist gefragt, denn Industriekaufleute jonglieren oft mit mehreren Aufgaben gleichzeitig. Analytisches Denkvermögen hilft beim Auswerten von Kennzahlen und beim Treffen fundierter Entscheidungen. Kommunikationsfähigkeit ist wichtig, da man täglich mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen, mit Lieferanten und Kunden in Kontakt steht. Wer zudem sorgfältig arbeitet, Verantwortung übernehmen möchte und Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen mitbringt, ist für diesen Beruf bestens geeignet.

Nach der Ausbildung: die Zukunft als Industriekaufmann oder Industriekauffrau

Nach der Ausbildung locken hervorragende berufliche Perspektiven für Industriekaufleute – sie werden in nahezu allen Industriebranchen gebraucht. Ob im Einkauf, im Vertrieb, im Controlling, im Personalwesen oder in der Logistik – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Viele Industrieunternehmen übernehmen ihre Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss und bieten ihnen attraktive Entwicklungsmöglichkeiten.

Wer nach der Ausbildung für Industriekaufleute die Karriereleiter weiter hinaufklettern möchte, hat zahlreiche Weiterbildungsoptionen. Fortbildungen mit dem Ziel Industriefachwirt/in oder Wirtschaftsfachwirt/in sind besonders beliebt und qualifizieren für Führungsaufgaben. Auch spezialisierte Weiterbildungen zum Personalfachkaufmann bzw. zur Personalfachkauffrau, Controller/in oder Logistikmeister/in sind möglich. Alternativ steht der Weg zum Betriebswirt bzw. zur Betriebswirtin offen – entweder über eine staatliche Fachschule oder über ein betriebswirtschaftliches Studium.


Passt der Beruf zu mir?

Ein Praktikum in einem Industrieunternehmen bietet die perfekte Gelegenheit, um herauszufinden, ob die Ausbildung für Industriekaufleute und der vielseitige Beruf wirklich zur Person passen. Viele Unternehmen bieten Schnuppertage oder Ferienpraktika an, bei denen sich verschiedene Abteilungen vorstellen und erste Einblicke in die Aufgaben von Industriekaufleuten gewähren. Hier besteht auch die Möglichkeit, mit Auszubildenden und erfahrenen Industriekaufleuten zu sprechen und ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag zu erhalten.

Weitere Fragen

Welche Ausbildung braucht man als Industriekauffrau/-mann?

Für die Ausbildung zur Industriekauffrau/-mann ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, doch viele Unternehmen bevorzugen Fachhochschulreife oder Abitur. Auch gute Realschulabschlüsse bieten gute Chancen. Wichtig sind solide Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Englisch. Zusätzlich spielen Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und organisatorische Fähigkeiten eine große Rolle.

Was macht ein Azubi als Industriekaufmann/-frau?

Ein Azubi in der Ausbildung für Industriekaufleute arbeitet in verschiedenen Abteilungen wie Einkauf, Vertrieb, Personal oder Controlling. Er vergleicht Angebote, erstellt Verträge, betreut Kundschaft und analysiert betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Durch die Rotation sammelt er umfassende praktische Erfahrungen. Diese breite Ausrichtung bereitet auf vielfältige Aufgaben in Industrieunternehmen vor.

Wie schwer ist die Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau?

Die Ausbildung gilt als anspruchsvoll, weil sie viele kaufmännische und betriebswirtschaftliche Inhalte vereint. Themen wie Rechnungswesen, Kostenrechnung und Geschäftsprozesse erfordern Lernbereitschaft und analytisches Denken. Die Kombination aus Praxis und Theorie erleichtert jedoch das Verständnis. Wer strukturiert arbeitet und Interesse an Wirtschaft mitbringt, kann die Ausbildung gut bewältigen.

In welchen Fächern muss man gut sein als Industriekaufmann/-frau?

Für die Ausbildung zu Industriekaufleuten sind vor allem Mathematik, Deutsch und Englisch wichtig. Mathematik wird für Kalkulationen und Kennzahlen benötigt, Deutsch für Kommunikation und Dokumentation. Englisch ist relevant, da viele Industrieunternehmen international arbeiten. Ergänzend helfen IT-Kenntnisse, da digitale Tools und ERP-Systeme Teil des Arbeitsalltags sind.