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Ausbildungsmöglichkeiten: Wohin geht es nach der Schule?
Bild: Shutterstock.com/CarlosBarquero

Ausbildung im Gesundheitswesen

Ein Überblick über mögliche Berufe im Bereich Gesundheit

Die Berufswelt mit Fokus auf Gesundheit ist sehr vielfältig: Apotheken, ärztliche Praxen oder Krankenkassen bieten spannende Arbeitsplätze. Hier finden Sie wichtige Informationen zur Ausbildung im Gesundheitswesen und erfahren mehr über die Voraussetzungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausbildungen im Gesundheitswesen decken ein breites berufliches Spektrum ab. Dazu zählen medizinisch-technische, kaufmännische, pflegerische, therapeutische und handwerkliche Berufe sowie weitere Ausbildungen ohne gesetzliche Regelung.
  • Die Ausbildungsstrukturen sind vielfältig und reichen von dualen bis zu rein schulischen Modellen. Duale Ausbildungen verbinden Praxis im Betrieb mit Berufsschule, während schulische Ausbildungen vor allem an Fachschulen stattfinden und durch Praktika ergänzt werden.
  • Zugangsvoraussetzungen variieren stark je nach Berufsfeld und Ausbildungsart. Viele Berufe setzen den Mittleren Schulabschluss voraus, manche sind mit Hauptschulabschluss möglich, duale Studiengänge erfordern dagegen meist mindestens die Fachhochschulreife.

Unsere Empfehlungen für eine erfolgreiche Ausbildung

Welche Ausbildungen gibt es im Gesundheitswesen?

In Deutschland arbeiten rund sechs Millionen Menschen im Gesundheitswesen – etwa drei Viertel davon sind Frauen1. Die Berufe haben unterschiedliche Schwerpunkte und lassen sich grob in diese Kategorien gliedern:

  • medizinisch-technische Berufe
  • kaufmännische Berufe
  • Pflegeberufe
  • therapeutische und verwandte Berufe
  • Gesundheitshandwerk

In medizinisch-technischen Berufen arbeiten medizinische Fachangestellte (MFA) und zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA), aber zum Beispiel auch anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten oder Fachkräfte für Hygieneüberwachung.

Die kaufmännischen Ausbildungen im Bereich Gesundheit legen einen stärkeren Fokus auf organisatorische und wirtschaftliche Aspekte. Fertig Ausgebildete, etwa Kaufleute im Gesundheitswesen, arbeiten unter anderem in Apotheken, bei den Krankenkassen oder in Krankenhäusern und kümmern sich dort um die Verwaltung.

Eine große Gruppe machen die Pflegeberufe aus, die wir Ihnen in einem separaten Ratgeber vorstellen. Der Bereich Therapie, Pädagogik und Sprache umfasst unter anderem die Logopädie oder die Diätassistenz. Spannend ist auch das Gesundheitshandwerk: In diese Kategorie fallen etwa die Hörakustik und die Zahntechnik, aber auch die Arbeit in der Herstellung spezieller orthopädischer Schuhe.

1https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-als-jobmotor.html

Sind alle Ausbildungen im Gesundheitswesen Heilberufe?

Eine Ausbildung im Bereich Gesundheit berechtigt nicht immer dazu, „heilend“ mit Menschen zu arbeiten. Die Heilkunde ist in Deutschland streng geregelt und nur bestimmte Ausbildungsberufe erfüllen die Voraussetzungen. Typische Heilberufe haben zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Notfallsanitäterinnen und -sanitäter sowie Pflegefachkräfte inne. Für diese Ausbildungen gibt es jeweils separate Gesetze, etwa das Logopäden- oder Notfallsanitätergesetz.

Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Ausbildungsmöglichkeiten, die stattdessen nach dem Berufsbildungsgesetz und individuellen Ausbildungsordnungen gestaltet werden. Dazu gehören die oben genannten kaufmännischen Ausbildungen im Gesundheitswesen, aber auch die Ausbildungen für zukünftige MFA und ZFA sowie die Berufe im Gesundheitshandwerk. Für das Gesundheitshandwerk gilt noch eine weitere wichtige Grundlage: die Handwerksordnung (HwO).

Schließlich sind noch Ausbildungen im Sektor Gesundheit möglich, die ohne gesetzliche Regelung auskommen. Die Berufsbezeichnungen sind nicht gesetzlich geschützt und somit gibt es auch keine einheitlichen Ausbildungsinhalte, sondern die entsprechenden Kenntnisse werden häufig an privaten Schulen oder durch Weiterbildungen erworben. Das betrifft vor allem Berufe in der Fitness-, Massage- oder Beratungsbranche.

Unsere Lehrwerk-Empfehlungen

Wie läuft eine Ausbildung im Gesundheitswesen ab?

Die meisten Ausbildungen in Deutschland sind duale Ausbildungen. Das bedeutet, dass sie einen großen Praxisanteil haben, da die Auszubildenden von Beginn an in einem Unternehmen mitarbeiten. An ein bis zwei Tagen in der Woche besuchen sie zusätzlich die Berufsschule, um ihr theoretisches Wissen zu vertiefen.

Gerade Ausbildungen in der Gesundheit sind jedoch häufig auch rein schulisch organisiert. Natürlich ist auch hier Praxiswissen nötig, das die Lernenden durch Praktika erwerben. Diese finden entweder phasenweise während der Ausbildungszeit oder als Block am Ende der Ausbildung statt – etwa in einer Klinik. Es gibt sowohl private als auch staatliche Schulen, die schulische Ausbildungen im Gesundheitswesen anbieten. Wichtig zu wissen ist, dass private Schulen oft Gebühren erheben.

Tipp: Im Sortiment von Cornelsen finden Sie umfangreiches Lernmaterial für die berufliche Bildung im Fachgebiet Gesundheit.

In bestimmten Ausbildungen ist ein duales Studium möglich. Die Auszubildenden studieren also an einer Hochschule, arbeiten jedoch parallel dazu in einem Krankenhaus, bei einer Krankenkasse etc. Studiengänge dieser Art sind etwa Hebammenkunde, Angewandte Pflegewissenschaften, Gesundheitsmanagement oder Dentalhygiene.

In der Regel dauert eine Ausbildung im Gesundheitswesen drei Jahre. Wer ein duales Studium absolviert, erhält am Ende der Ausbildungszeit einen doppelten Abschluss – den des Ausbildungsberufs und einen Bachelor im gewählten Fach.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Ausbildung im Gesundheitswesen?

Eine gute Grundlage für eine Ausbildung im Bereich Gesundheit ist der Mittlere Schulabschluss. Jedoch stehen manche Ausbildungsberufe auch Menschen offen, welche die Schule mit dem Hauptschulabschluss verlassen haben – etwa die Ausbildung zur Pflegehelferin bzw. zum Pflegehelfer.

Die Zugangsvoraussetzungen für ein duales Studium sind höher, denn für das Studium an einer Hochschule wird regelmäßig mindestens die Fachhochschulreife benötigt. Für die nicht geregelten Berufe gibt es hingegen gar keine gesetzlichen Anforderungen, was den Schulabschluss betrifft. Hier legen die Ausbildungsschulen eigene Standards fest – in vielen Fällen ist der Zutritt mit dem Hauptschulabschluss oder sogar ganz ohne Schulabschluss möglich.

Hinzu kommen Soft Skills, die das Erreichen des Ausbildungsziels erleichtern. Berufe im Gesundheitswesen sind praktisch immer mit regem Menschenkontakt verbunden. Somit sollten Auszubildende auf jeden Fall Freude an menschlichen Begegnungen sowie ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen mitbringen. Auch Belastbarkeit, körperliche Fitness und Stressresistenz sind wichtige Eigenschaften: Pflegepersonal oder Sanitäterinnen bzw. Sanitäter sind viel zu Fuß unterwegs, arbeiten mit großem Körpereinsatz und müssen oft schnell reagieren.

Tipp: Die Arbeitsagenturen stellen Tests zur Verfügung, mit denen Interessenten ihre Stärken und Schwächen ermitteln und sich so leichter für ein Berufsfeld entscheiden können. Sie kennen auch die genauen Zugangsvoraussetzungen für Gesundheits- und andere Berufe im jeweiligen Bundesland.

Weitere Fragen

Welche Ausbildungsberufe gibt es im Gesundheitswesen?

Im Gesundheitswesen gibt es medizinisch-technische, kaufmännische, pflegerische, therapeutische und handwerkliche Ausbildungsberufe. Dazu zählen beispielsweise MFA, ZFA, Logopädie, Diätassistenz, Hörakustik oder Zahntechnik. Ergänzend existieren Berufe ohne gesetzliche Regelung, etwa in Fitness, Massage oder Beratung.

Welche Berufe kann man mit Gesundheitsmanagement machen?

Mit einer Ausbildung oder einem dualen Studium im Gesundheitsmanagement arbeiten Fachkräfte häufig in Krankenhäusern, Krankenkassen oder Pflegeeinrichtungen. Sie übernehmen organisatorische, wirtschaftliche oder planerische Aufgaben im Gesundheitswesen. Möglich ist auch die Mitarbeit in Verwaltung, Qualitätsmanagement oder Gesundheitsförderung.

Welche Berufe im Gesundheitswesen sind gefragt?

Besonders gefragt sind pflegerische Berufe sowie medizinisch-technische und therapeutische Tätigkeiten. Bereiche wie Pflege, Notfallversorgung, Logopädie oder Gesundheitsfachberufe verzeichnen hohen Personalbedarf. Auch kaufmännische Berufe im Gesundheitswesen bieten stabile Beschäftigungsaussichten.